StartBesonders empfehlenswertDungeon Rampage Remastered

Dungeon Rampage Remastered

Dungeon Rampage Remastered (Gamebreaking Studios)

Dezember 2025

Kämpfe dir deinen Weg zum Sieg in diesem 1–4 Spieler Coop Hack-n-Slash Dungeon Crawler. Spiele als dynamische Heldentruppe, die sich durch Dungeons kämpft, Waffen und Beute sammelt und gegen Horden von Feinden alles zerstört, um der Herrschaft des bösen Lord Dinglepus ein Ende zu setzen!
Entwickler: Gamebreaking Studios
Genre: Hack and Slash
79%
Spielspaß
78%
Wiederspielbarkeit
73%
Langzeitmotivation
73%
Grafik
77%
Umsetzung
Dieses Fundament ist ordentlich


76%

Facebook-Spiel kehrt nach über einem Jahrzehnt zurück

Manchmal verschwinden Spiele nicht deshalb, weil niemand sie mochte, sondern weil die Welt um sie herum weiterzieht. Dungeon Rampage gehört ziemlich genau in diese Kategorie. 2012 erschien der actionreiche Dungeon Crawler ursprünglich auf Facebook, später auch auf DungeonRampage.com und Kongregate. Für ein damaliges Social Game war das ungewöhnlich direkt: Statt Farmen anzulegen oder Energiepunkte abzuwarten, kämpften mehrere Spieler gleichzeitig durch Dungeons, schlugen Monster auseinander und sammelten Waffen.

Das Konzept traf offensichtlich einen Nerv. Bereits während der frühen Phase hatten sich Millionen Spieler angemeldet, und bis 2013 war die Zahl auf rund acht Millionen registrierte Accounts angewachsen. Zeitweise spielten mehr als zwei Millionen Menschen monatlich allein über Facebook. 2017 war trotzdem Schluss, und mit dem späteren Ende von Flash verschwand praktisch auch die Möglichkeit, das Original noch einmal vernünftig zu spielen.

Dass dieses Spiel Jahre später tatsächlich zurückkehrt, ist deshalb schon eine kleine Kuriosität. Gamebreaking Studios nahm sich des alten Codes an, brachte Dungeon Rampage Ende 2025 zunächst als Early-Access-Wiederbelebung auf Steam und entwickelte daraus inzwischen Dungeon Rampage Remastered. Die Idee dahinter gefällt mir: keinen komplizierten Nachfolger bauen, sondern erst einmal genau das Spiel zurückholen, das damals verschwunden ist, und dessen größte Altlasten beseitigen.

Einfach rein in den Dungeon und draufhauen

Spielerisch ist Dungeon Rampage erfreulich unkompliziert geblieben. Ich wähle einen Helden, betrete einen Dungeon und arbeite mich mit bis zu drei weiteren Spielern durch Gegnergruppen, Fallen, Schatztruhen und schließlich Bosse. Das Ganze ist ein klassisches Hack-&-Slash, das wesentlich stärker auf unmittelbare Action als auf komplizierte Rollenspielsysteme setzt.

Gerade am Anfang macht diese Direktheit Spaß. Ich muss keine halbe Stunde lang Talentbäume studieren und auch keine zwanzig verschiedenen Schadensarten miteinander verrechnen. Gegner tauchen auf, ich haue sie um, öffne Truhen und hoffe darauf, dass die nächste Waffe besser ausfällt als die aktuelle. Das besitzt diesen angenehm simplen Arcade-Charakter, den das Original bereits 2012 hatte.

Das Kampfsystem ist dabei schnell genug, um nicht langweilig zu wirken, aber deutlich einfacher als bei modernen Action-RPGs. Wer von Diablo IV, Path of Exile oder ähnlichen Titeln kommt, sollte entsprechend keine gigantische Build-Wissenschaft erwarten. Dungeon Rampage möchte ein paar Ebenen darunter bleiben und genau dadurch zugänglicher sein.

Die unterschiedlichen Helden sorgen immerhin für Abwechslung

Die spielbaren Figuren unterscheiden sich deutlich genug voneinander, damit ein Wechsel nicht nur kosmetischer Natur ist. Nahkämpfer müssen anders positioniert werden als Fernkämpfer, während magisch orientierte Charaktere stärker über ihre speziellen Waffen und Fähigkeiten funktionieren. Über Levelaufstiege verbessern sich die Helden, und durch die unterschiedlichen Waffen lässt sich der eigene Spielstil zusätzlich anpassen.

Im Laufe des Early Access wurde die Charakterauswahl bereits erweitert. Gamebreaking Studios hatte im Juni 2026 gemeldet, dass inzwischen die ursprünglichen sechs Charaktere der ersten Dungeon-Rampage-Version wieder verfügbar seien. Für die kommende 1.0-Version wurden zusätzlich Pyromancer und Dragonknight angekündigt.

Gerade hier sehe ich einen der wichtigsten Faktoren für die Langzeitmotivation. Einen Dungeon noch einmal mit einer anderen Figur zu spielen, fühlt sich wesentlich sinnvoller an als einfach nur dieselbe Ausrüstung mit leicht höheren Zahlen zu suchen.

Waffen sind eigentlich die wahre Karotte vor der Nase

Trotzdem dreht sich langfristig sehr viel um Loot. Hunderte unterschiedliche Waffen beziehungsweise Waffenvarianten können gefunden werden, und genau diese ständige Aussicht auf etwas Besseres hält den Loop am Laufen. Die Entwickler haben während des Early Access sogar die Drop-Verteilung überarbeitet, damit Figuren häufiger Waffen erhalten, die tatsächlich zu ihrem Spielstil passen, statt mehrfach hintereinander unpassendes Zeug aus den Truhen zu ziehen.

Das ist grundsätzlich befriedigend. Eine neue Waffe ausprobieren, merken, dass sie deutlich stärker oder einfach unterhaltsamer ist, und anschließend noch einen Dungeon spielen funktioniert immer noch erstaunlich gut.

Allerdings zeigt sich hier auch die Herkunft als ehemaliges Free-to-Play-Spiel besonders deutlich. Das ursprüngliche Dungeon Rampage war auf Fortschrittsbremsen und Monetarisierung ausgelegt. Gamebreaking Studios nennt genau diese Altlast ausdrücklich als einen der Hauptgründe für den Early Access: Die Progression musste von einem Freemium-Modell auf ein einmal bezahltes Spiel umgebaut werden, ohne künstliche Schwierigkeitsspitzen und Paywalls.

Das war absolut notwendig, denn ein Remaster, das die alten Monetarisierungsmechanismen einfach übernimmt, hätte heute kaum funktioniert.

Ohne Paywall spielt sich Dungeon Rampage deutlich angenehmer

Die neue Ökonomie ist für mich deshalb fast wichtiger als irgendwelche grafischen Verbesserungen. Fortschritt soll durch Spielen entstehen und nicht dadurch, dass das Spiel irgendwann bewusst unangenehm wird, um Geld aus mir herauszuholen.

Ganz verschwunden ist der Grind natürlich nicht. Es bleibt ein Spiel, in dem ich dieselben grundlegenden Aktivitäten wiederhole, um stärkere Ausrüstung und weitere Charaktere zu erhalten. Gerade weil die spielerischen Systeme relativ simpel sind, fällt diese Wiederholung irgendwann deutlich auf.

Aber wenigstens hat sie heute einen anderen Charakter. Ich spiele weiter, weil ich mein Team verbessern möchte, nicht weil mir irgendein Energiezähler erklärt, dass ich entweder zwei Stunden warten oder bezahlen muss. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Koop ist nach wie vor die eigentliche Stärke

Bis zu vier Spieler können gemeinsam losziehen, und genau dann funktioniert Dungeon Rampage am besten. Alleine ist das Spiel durchaus spielbar, aber die simplen Kämpfe können relativ schnell mechanisch wirken. Mit mehreren Spielern entsteht dagegen angenehmes Chaos, wenn unterschiedliche Charaktere ihre Fähigkeiten einsetzen und der Bildschirm voller Gegner, Effekte und Loot liegt.

Besonders sympathisch finde ich, dass hier kein hochkomplizierter Gruppenaufbau notwendig ist. Man muss keine perfekt abgestimmte MMO-Gruppe aus Tank, Heiler und Schadensausteilern zusammenstellen, bevor überhaupt gespielt werden darf. Man trifft sich, nimmt die Charaktere, auf die man gerade Lust hat, und zieht los.

Gerade deshalb war das Konzept schon 2012 für Facebook erstaunlich ungewöhnlich. Während viele damalige Social Games hauptsächlich asynchron nebeneinander liefen, setzte Dungeon Rampage auf echtes synchrones Multiplayer-Gameplay. Genau diese Idee war damals einer der Gründe, warum das Spiel auffiel, und sie funktioniert heute immer noch.

Prozedurale Dungeons helfen – aber lösen das Wiederholungsproblem nicht komplett

Die Dungeons werden prozedural zusammengestellt, wodurch nicht jeder Durchgang exakt gleich aussieht. Dazu kommen Fallen, versteckte Bereiche, Gegnergruppen und Bosse. Laut aktueller Steam-Beschreibung umfasst die spielbare Fassung mehrere Ligen mit zahlreichen Levels und mehreren Bossen.

Das hilft bei der Wiederspielbarkeit, aber man sollte keine Wunder erwarten. Prozedurale Generation bedeutet nicht automatisch unbegrenzte Abwechslung. Nach einigen Stunden erkennt man bestimmte Raumtypen, Gegnermuster und Abläufe wieder, und irgendwann weiß ich ziemlich genau, welche Art von Situation hinter der nächsten Ecke wartet.

Gerade hier merkt man am stärksten, dass unter der Modernisierung weiterhin ein Spiel aus dem Jahr 2012 steckt. Der grundlegende Loop war damals für kurze Facebook-Sessions konzipiert und nicht unbedingt dafür, mich jeden Abend vier Stunden lang mit immer neuen Mechaniken zu überraschen.

Haustiere sind nett, aber kein tiefes Begleitersystem

Zusätzlich können Pets mitgenommen werden, die im Kampf unterstützen. Wölfe, Drachen, Nashörner und andere Begleiter sorgen für zusätzliche Hilfe und natürlich auch für einen kleinen Sammelfaktor.

Das passt gut zum lockeren Grundton des Spiels, wird aber niemanden überraschen, der ein komplexes Pet-System erwartet. Die Tiere sind eine nette Erweiterung der eigenen Figur und können im Kampf hilfreich sein, ersetzen aber kein ausgefeiltes Begleiter-RPG.

Trotzdem trägt genau diese Mischung aus Helden, Waffen und Haustieren dazu bei, dass nach einem abgeschlossenen Dungeon meistens irgendein kleines Ziel für den nächsten Durchlauf übrig bleibt.

Grafisch steckt die eigentliche Remaster-Arbeit noch unmittelbar vor uns

Der Begriff „Remastered“ ist aktuell etwas ungewöhnlich, weil die vollständig überarbeitete HD-Fassung erst mit Version 1.0 am 3. November 2026 erscheinen soll. Gamebreaking Studios kündigt dafür HD-Überarbeitungen von Helden, Haustieren, Gegnern, Objekten, Angriffen, Projektilen, Animationen und Benutzeroberfläche an. Gleichzeitig soll die Darstellung auf GPU-basiertes Starling-Rendering umgestellt werden.

Schon während des Early Access wurden allerdings einige wichtige Modernisierungen umgesetzt. Das alte 4:3-Format wurde auf 16:9 erweitert, der komplette Backend-Unterbau von altem PHP auf C# portiert und zahlreiche technische Altlasten wurden entfernt.

Die aktuelle Darstellung besitzt dadurch immer noch klar den Look des Originals. Bunte, leicht überzeichnete Figuren und eine fast cartoonartige Fantasywelt sorgen dafür, dass das Spiel optisch relativ gut gealtert ist. Fotorealismus war nie das Ziel, und genau deshalb wirken die alten Designs heute weniger schlimm als viele realistisch gedachte Spiele derselben Epoche.

Der Humor ist angenehm bescheuert

Auch beim Ton nimmt sich Dungeon Rampage nicht besonders ernst. Schon der Name des Oberbösewichts Lord Dinglepus verrät ziemlich zuverlässig, welche Art von Fantasy hier erzählt wird.

Das Spiel möchte keine epische Tragödie über den Untergang einer Zivilisation erzählen. Monster, Waffen und Figuren sind überzeichnet, und die Präsentation erinnert eher an eine Samstagmorgen-Cartoonserie als an düstere High Fantasy.

Das passt hervorragend zum Gameplay. Wenn vier Spieler gleichzeitig durch einen Dungeon rennen und alles zerlegen, brauche ich keine zwanzigminütigen Zwischensequenzen über den tragischen Hintergrund irgendeines Goblins.

Nur Englisch ist inzwischen ziemlich schwach

Ein klarer Minuspunkt ist die Sprachunterstützung. Steam führt aktuell ausschließlich Englisch auf. Eine deutsche Oberfläche gibt es nicht.

Das Spiel ist zwar nicht besonders textlastig und lässt sich auch mit begrenzten Englischkenntnissen verstehen, trotzdem wirkt eine einzige unterstützte Sprache bei einer Wiederveröffentlichung im Jahr 2026 ziemlich mager.

Gerade weil Dungeon Rampage bewusst auch ein unkompliziertes und jüngeres Publikum ansprechen kann, hätte eine breitere Lokalisierung gutgetan.

Die Community hat offensichtlich lange auf die Rückkehr gewartet

Die Resonanz auf Steam fällt bisher ziemlich stark aus. Aktuell sind ungefähr 87 Prozent von mehr als 800 englischsprachigen Rezensionen positiv, auch bei den jüngsten Bewertungen liegt die Zustimmung bei rund 86 bis 87 Prozent.

Dabei spielt Nostalgie natürlich eine erhebliche Rolle. Ein Teil der heutigen Spieler hat Dungeon Rampage bereits als Kind oder Jugendlicher gespielt und freut sich schlicht darüber, dass das Spiel wieder existiert.

Trotzdem wäre die Resonanz vermutlich nicht so positiv, wenn unter der Nostalgie überhaupt nichts mehr funktionieren würde. Die unmittelbare Action und das unkomplizierte Koop-Spiel haben ihren Reiz behalten.

Ein erstaunliches Comeback aus einer fast vergessenen Spieleära

Die Geschichte hinter dem Revival ist fast genauso interessant wie das Spiel selbst. Nach Angaben von Gamebreaking Studios beziehungsweise einem der Beteiligten wurde das Projekt maßgeblich von einem Fan angestoßen, der über Jahre versucht hatte, das verschwundene Spiel zurückzubringen und schließlich sogar den ursprünglichen Quellcode und eine Lizenz für die Marke auftreiben konnte. Daraus entstand letztlich die heutige Wiederbelebung.

Das ist eine dieser Geschichten, bei denen Spieleerhaltung plötzlich nicht mehr nur abstrakt klingt. Ohne diese Bemühungen wäre Dungeon Rampage wahrscheinlich einfach eines von vielen Online-Spielen geblieben, die irgendwann abgeschaltet wurden und danach praktisch nicht mehr existierten.

Gerade bei einem Spiel mit Millionen ehemaliger Nutzer ist es schön zu sehen, dass dieser Zustand nicht dauerhaft bleiben muss.

Fazit – Nostalgie trägt viel, aber nicht alles

Dungeon Rampage Remastered ist für mich vor allem deshalb sympathisch, weil es gar nicht versucht, aus einem Facebook-Spiel von 2012 plötzlich ein gigantisches modernes Action-RPG zu machen. Der Kern bleibt angenehm simpel: Helden auswählen, Dungeons betreten, Gegner vermöbeln, Loot einsammeln und anschließend mit etwas besserer Ausrüstung noch einmal losziehen.

Gerade im Koop macht das richtig Spaß. Vier Spieler, unterschiedliche Charaktere und ein Bildschirm voller Gegner erzeugen genug Chaos, damit die relativ einfachen Kampfmechaniken wesentlich länger tragen als im Solo-Spiel. Auch die verschiedenen Helden und Waffen geben mir genügend Möglichkeiten, um meinen Spielstil zumindest etwas zu verändern.

Trotzdem merkt man dem Spiel sein Alter an. Die Dungeons wiederholen sich, die Gegner sind nicht besonders komplex und aus dem Lootsystem entsteht keine Build-Tiefe, die mit modernen Action-RPGs konkurrieren könnte. Wer hunderte Stunden lang neue taktische Kombinationen entdecken möchte, wird hier wahrscheinlich wesentlich früher an Grenzen stoßen.

Die größte Verbesserung gegenüber der Vergangenheit ist deshalb für mich nicht einmal grafischer Natur. Dass Gamebreaking Studios die alte Free-to-Play-Ökonomie umbaut und daraus ein einmal bezahltes Spiel macht, verändert das Erlebnis fundamental. Grind gibt es weiterhin, aber wenigstens muss ich mich nicht mehr fragen, ob eine unangenehme Progressionskurve absichtlich eingebaut wurde, um irgendeine Mikrotransaktion attraktiver erscheinen zu lassen.

Man sollte außerdem im Hinterkopf behalten, dass die vollständige 1.0-Fassung erst am 3. November erscheint. Die angekündigte HD-Grafik, GPU-basiertes Rendering, native Controller-Unterstützung, Achievements sowie Pyromancer und Dragonknight gehören zu diesem nächsten Schritt. Meine Bewertung orientiert sich deshalb am aktuell spielbaren Fundament und nicht an Funktionen, die noch nicht veröffentlicht sind.

Und dieses Fundament ist ordentlich. Kein vergessenes Meisterwerk und sicherlich kein moderner Genre-König, aber ein überraschend spaßiges kleines Hack-&-Slash, das besonders mit Freunden funktioniert.

Vielleicht ist das ohnehin die größte Leistung des Remasters: Ein Online-Spiel, das 2017 praktisch gestorben war, lässt sich fast ein Jahrzehnt später wieder ganz normal spielen.

Diesmal hoffentlich länger.

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Alle Rezensionen, Tests und redaktionellen Beiträge geben meine persönliche Meinung und Einschätzung wieder. Inhalte, für die eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht besteht, werden entsprechend gekennzeichnet.

Für Rezensionen wurden mir kostenlose Rezensionsexemplar bzw. kostenlos ein Steam Key (Bei Games) zur Verfügung gestellt. Eine Vergütung für diese Beiträge erfolgte nicht.

 

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