MARVEL Cosmic Invasion (Dotemu, Gamirror Games)
Dezember 2025
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Eine kosmische Schlacht erwartet dich! Wähle in diesem rasanten Action-Beat-‚em-Up zwischen 15 Marvel-Superhelden, um die tödliche Vernichtungswelle aufzuhalten, die die Galaxie bedroht. Von New York City bis in die Tiefen der Negativen Zone tobt der Kampf um die Zukunft des Marvel-Universums!
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Entwickler: Tribute Games Inc.
Genre: Beat´em Up
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87%
Spielspaß 81%
Wiederspielbarkeit 76%
Langzeitmotivation 91%
Grafik 85%
Umsetzung |
| MARVEL Cosmic Invasion ist wahrscheinlich genau das Spiel, das viele Marvel-Fans vor dreißig Jahren gerne in einer Spielhalle gefunden hätten. |

Wenn Marvel wieder wie eine Spielhalle der 90er aussieht
Es braucht eigentlich nur wenige Sekunden, bis MARVEL Cosmic Invasion ziemlich genau zeigt, was es sein möchte. Bunte Pixelgrafik, ein Bildschirm voller Gegner, übertriebene Spezialattacken und bekannte Marvel-Helden, die sich durch ganze Gegnergruppen prügeln, erinnern unmittelbar an eine Zeit, in der man für solche Spiele noch Münzen in einen Automaten gesteckt hätte. Tribute Games versucht gar nicht erst, daraus ein modernes Action-RPG mit offenen Welten, Ausrüstungsspiralen und hunderten Nebenmissionen zu machen, sondern konzentriert sich auf das, was ein gutes Beat ’em up braucht: direkte Kämpfe, unterschiedliche Figuren und möglichst viel Chaos auf dem Bildschirm.
Nach dem hervorragenden Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge war die Erwartung entsprechend hoch, und grundsätzlich liefert das Studio wieder genau jene Mischung aus Nostalgie und moderner Spielbarkeit, die inzwischen fast zu seinem Markenzeichen geworden ist. MARVEL Cosmic Invasion erschien am 1. Dezember 2025 und lässt insgesamt 15 Marvel-Helden gegen Annihilus und seine Annihilation Wave antreten, wobei die Reise von New York über Wakanda und Genosha bis tief in die Negative Zone führt.
Schon die Auswahl der Figuren zeigt dabei, dass Tribute Games nicht einfach nur die bekanntesten MCU-Gesichter in ein Pixelspiel geworfen hat. Neben Spider-Man, Wolverine, Captain America, Iron Man, Black Panther, Storm und She-Hulk stehen auch Charaktere wie Beta Ray Bill, Phyla-Vell, Nova, Cosmic Ghost Rider und Silver Surfer bereit. Dadurch entsteht tatsächlich das Gefühl, eine kleine Reise durch verschiedene Ecken des Marvel-Kosmos zu unternehmen, anstatt lediglich die Avengers noch einmal gemeinsam antreten zu lassen.

Zwei Helden sind besser als einer
Die wichtigste Neuerung gegenüber vielen klassischen Beat ’em ups ist das sogenannte Cosmic-Swap-System. Vor jeder Mission wähle ich zwei Helden aus und kann während des Kampfes jederzeit zwischen ihnen wechseln, wodurch nicht nur zwei unterschiedliche Movesets zur Verfügung stehen, sondern auch Kombos über den Wechsel hinweg fortgesetzt werden können. Genau dadurch bekommt das eigentlich recht klassische Kampfsystem erheblich mehr Tiefe, als die ersten Minuten zunächst vermuten lassen.
Besonders schön ist, dass der Wechsel nicht nur ein optischer Effekt ist. Ein Charakter kann beispielsweise einen Gegner in die Luft schleudern, anschließend wechsle ich zu meinem zweiten Helden und setze die Kombo direkt fort. Gleichzeitig kann ein Wechsel genutzt werden, um aus einer unangenehmen Situation herauszukommen oder einen angeschlagenen Helden kurz aus der direkten Gefahr zu nehmen. PC Gamer hob genau diesen Aspekt hervor und bezeichnete die große Figurenriege in Verbindung mit dem Tag-System als eine der größten Stärken des Spiels.
Dadurch entsteht schnell dieses typische „Noch eine Kombination probiere ich aus“-Gefühl. Spider-Man und Wolverine spielen sich völlig anders als Silver Surfer und She-Hulk, während Figuren wie Rocket Raccoon oder Storm wiederum andere Distanzen und Bewegungsmöglichkeiten besitzen. Gerade diese Unterschiede sorgen dafür, dass ich nach einem abgeschlossenen Level durchaus Lust habe, denselben Abschnitt noch einmal mit einem anderen Duo zu spielen.
Die Figuren sind das eigentliche Herz des Spiels
Tribute Games hat erstaunlich viel Arbeit in die einzelnen Helden gesteckt. Wolverine fühlt sich aggressiv und unmittelbar an, Captain America kontrollierter und defensiver, während Fernkämpfer wie Iron Man oder Cyclops ganz andere Möglichkeiten besitzen, mit Gegnergruppen umzugehen. Selbst Figuren, die auf den ersten Blick ähnliche Rollen einnehmen könnten, unterscheiden sich im Bewegungsablauf, ihren Reichweiten und Spezialattacken deutlich genug voneinander.
Gerade deshalb ist es etwas schade, dass das eigentliche Fortschrittssystem vergleichsweise simpel bleibt. Helden sammeln Erfahrung und steigen im Level auf, aber die Verbesserungen folgen festen Abläufen und bieten keine wirkliche Build-Entscheidung. GameSpot kritisierte genau diesen Punkt: Zusätzliche Lebensenergie, Focus, passive Fähigkeiten oder Farbvarianten werden automatisch freigeschaltet, anstatt mich vor interessante Entwicklungsentscheidungen zu stellen.
Für ein Arcade-Beat-’em-up ist das kein großes Problem, aber hier wäre durchaus mehr drin gewesen. Wenn ich schon 15 sehr unterschiedliche Helden trainiere, hätte ich gerne etwas mehr Einfluss darauf gehabt, wie sich meine bevorzugten Charaktere entwickeln. So bleibt die Motivation hauptsächlich darin bestehen, alle Figuren auszuprobieren und deren Moves zu beherrschen.

Sechzehn Level voller Marvel-Nostalgie
Die Kampagne besteht aus 16 Stages und führt durch mehr als ein Dutzend verschiedene Orte aus dem Marvel-Universum. Jeder Abschnitt endet mit einem eigenen Boss, und gerade diese Vielzahl bekannter Schauplätze trägt viel zur Atmosphäre bei. Savage Land, Wakanda, Genosha und die Negative Zone sind nicht einfach austauschbare Hintergründe, sondern werden mit vielen kleinen Anspielungen und passenden Gegnern gefüllt.
Optisch funktioniert das hervorragend. Tribute Games orientiert sich deutlich stärker an klassischen Marvel-Comics und Arcade-Spielen als an modernen Filmen, wodurch das Spiel angenehm zeitlos wirkt. Figuren sind großartig animiert, Spezialattacken explodieren regelrecht über den Bildschirm und selbst kleine Bewegungen besitzen genug Persönlichkeit, damit ein Wolverine tatsächlich anders wirkt als ein Spider-Man.
Besonders Marvel-Fans werden ständig kleine Details entdecken. Iron Mans große Strahlenattacke erinnert beispielsweise sehr deutlich an seine legendäre Proton-Cannon-Darstellung aus den alten Capcom-Spielen, während bestimmte Gegnerfarben und Animationen ebenfalls bewusst mit der Videospielgeschichte von Marvel spielen. GameSpot hebt gerade diese Anspielungen als eine der großen Stärken hervor.
Die Kampagne ist allerdings überraschend kurz
Hier liegt gleichzeitig mein größter Kritikpunkt. Eine komplette Kampagne lässt sich auf normalem Schwierigkeitsgrad ungefähr innerhalb von drei Stunden abschließen, und selbst wenn Sammelobjekte und Herausforderungen hinzukommen, ist der eigentliche Hauptinhalt ziemlich schnell gesehen. Sowohl GameSpot als auch PC Gamer kamen bei ihren Durchläufen auf ungefähr diese Größenordnung.
Kurze Spielzeit ist bei einem Beat ’em up nicht automatisch schlecht. Viele Genreklassiker lassen sich sogar innerhalb einer Stunde abschließen und leben davon, immer wieder gespielt zu werden. Cosmic Invasion besitzt dafür mit seinen verschiedenen Figuren und Teamkombinationen grundsätzlich auch die richtige Grundlage, nur fehlen mir langfristig zusätzliche Modi und Varianten, die dieses Wiederholen stärker verändern würden.
Genau deshalb fällt die Kürze stärker auf als beispielsweise bei Shredder’s Revenge. Dort hatte ich stärker das Gefühl, dass sich die Kampagne kontinuierlich steigert und bis zum Ende immer wieder neue Überraschungen liefert. Bei Cosmic Invasion kennt man nach wenigen Stunden bereits einen sehr großen Teil dessen, was das Spiel langfristig anbietet.

Ausgerechnet zum Ende geht etwas die Luft raus
Auch die Schwierigkeitskurve ist nicht ganz sauber gelungen. Die erste Hälfte der Kampagne spielt sich vergleichsweise locker, anschließend gibt es plötzlich mehrere deutlich härtere Bosskämpfe, bevor das Spiel im letzten Drittel wieder überraschend einfacher wird. PC Gamer kritisierte besonders diesen Verlauf und empfand sogar den finalen Boss als enttäuschend unspektakulär.
Das ist schade, weil die Geschichte eigentlich genau dort ihren größten Höhepunkt erreichen müsste. Annihilus bedroht das gesamte Universum, die Helden reisen immer weiter in kosmische Regionen hinein und eigentlich müsste jede Stage das Gefühl erzeugen, dass der Konflikt größer und gefährlicher wird. Stattdessen fällt die Spannung spielerisch ausgerechnet kurz vor dem Finale wieder etwas ab.
Die Bosskämpfe selbst sind dabei keineswegs grundsätzlich schlecht. Viele besitzen klare Angriffsmuster, verlangen Ausweichen und gelegentlich sogar sauberes Timing beim Parieren. Nur fehlt am Ende diese eine Begegnung, bei der ich meinen Controller weglege und denke, dass Tribute Games gerade noch einmal sämtliche Register gezogen hat.
Arcade-Modus bringt zusätzliche Herausforderung
Neben der normalen Kampagne gibt es einen Arcade-Modus mit zwölf Stages, bei dem bestimmte Abzweigungen und zusätzliche Modifikatoren für etwas Abwechslung sorgen. Gegner können beispielsweise schneller oder widerstandsfähiger werden, während andere Modifikationen die Funktionsweise bestimmter Spezialattacken verändern.
Das ist eine sinnvolle Ergänzung und spricht besonders Spieler an, die das klassische Arcade-Gefühl suchen. Hier geht es weniger darum, einzelne Helden gemütlich hochzuleveln, sondern darum, einen Run möglichst sauber durchzubringen und mit den vorhandenen Mechaniken zurechtzukommen.
Trotzdem hätte ich mir deutlich mehr davon gewünscht. Ein richtiger Survival-Modus, zufällig zusammengestellte Gegnerwellen oder alternative Stage-Varianten hätten der Langzeitmotivation sehr geholfen. Gerade weil das Kampfsystem so gut funktioniert, ist es fast frustrierend, dass es nicht mehr Möglichkeiten gibt, dieses System außerhalb der bekannten Levels auszureizen.

Im Koop wird aus gutem Chaos sehr gutes Chaos
Wie schon Shredder’s Revenge funktioniert auch MARVEL Cosmic Invasion hervorragend mit mehreren Spielern. Lokaler Koop, Online-Koop, Crossplay und ein flexibles Drop-in/Drop-out-System sorgen dafür, dass sich Mitspieler unkompliziert anschließen können. Steam unterstützt außerdem Remote Play Together, falls man die klassische Couch-Koop-Erfahrung über das Internet simulieren möchte.
Gerade mit mehreren Spielern entsteht genau jenes kontrollierte Bildschirmchaos, das dieses Genre braucht. Gegner fliegen durch die Gegend, Spezialattacken überschneiden sich und unterschiedliche Helden ergänzen sich teilweise überraschend gut. GameSpot berichtet ebenfalls von einer weitgehend stabilen Online-Erfahrung mit lediglich kleineren Rucklern.
Für mich ist Koop eindeutig die beste Art, das Spiel zu erleben. Solo funktioniert das Tag-System hervorragend und bietet sogar mehr Kontrolle über die eigene Teamkombination, aber mit Freunden entsteht einfach dieses besondere Arcade-Gefühl. Man diskutiert nicht minutenlang über Builds, sondern wählt zwei Helden aus und beginnt innerhalb weniger Sekunden damit, ganze Gegnergruppen quer durch den Bildschirm zu prügeln.
Die Pixelgrafik ist nahezu perfekt für Marvel
Grafisch trifft Tribute Games genau den richtigen Ton. Die Pixel-Art wirkt nicht billig oder künstlich retro, sondern extrem detailliert und voller Animationen. Figuren besitzen klare Silhouetten, Effekte bleiben trotz des teilweise chaotischen Geschehens gut lesbar und die Farbpalette sieht aus, als wäre ein Marvel-Comic aus den 90ern plötzlich lebendig geworden.
Besonders schön finde ich, dass keine krampfhafte Nähe zum MCU gesucht wird. Die Figuren dürfen übertriebener, farbenfroher und comicartiger aussehen, wodurch das Spiel seine ganz eigene Identität bekommt. Dotemu beschreibt die Optik selbst als Hommage an eine ikonische Marvel-Ära, und genau das trifft es ziemlich gut.
Auch der Soundtrack passt hervorragend. Gitarren, elektronische Elemente und bombastische Bossmusik treiben die Kämpfe nach vorne, ohne ständig nur alte Melodien zu kopieren. Zusammen mit den herrlich überzeichneten Soundeffekten entsteht ein audiovisuelles Paket, das wahrscheinlich selbst in zehn Jahren noch ziemlich gut aussehen wird.

Deutsch ist dabei, die Sprachausgabe bleibt Englisch
Die deutsche Lokalisierung umfasst Oberfläche und Untertitel, während die vollständige Sprachausgabe nur auf Englisch verfügbar ist. Insgesamt unterstützt die Steam-Version 13 Sprachen und ist zudem offiziell für das Steam Deck verifiziert.
Das ist für dieses Spiel vollkommen ausreichend. Die Geschichte ist ohnehin relativ geradlinig und besteht hauptsächlich aus kurzen Dialogen zwischen den Missionen sowie einigen Sprüchen während der Kämpfe. Wer Englisch nicht perfekt versteht, verliert deshalb zumindest spielerisch kaum etwas.
Auch verschiedene Komfort- und Barrierefreiheitsoptionen sind vorhanden. Der Schwierigkeitsgrad kann angepasst werden, zeitkritische Quick-Time-Eingaben gibt es nicht und Menüs können vorgelesen werden.
Inzwischen sind Cyclops und The Thing hinzugekommen
Seit Mai 2026 gibt es mit Cyclops & The Thing einen ersten kostenpflichtigen DLC für 3,99 Euro. Cyclops konzentriert sich stark auf seine Optic Blasts und kann auch diagonale Ziele gut erreichen, während The Thing als kräftiger Nahkämpfer und Grappler funktioniert. Dadurch wächst die spielbare Auswahl bei Besitz dieses DLCs von 15 auf 17 Figuren.
Am 10. November folgt außerdem mit The Siege of Castle Doom eine zweite Erweiterung, die neben zwei weiteren Figuren einen neuen Spielmodus rund um Doctor Doom enthalten soll. Diesen kommenden Inhalt beziehe ich selbstverständlich nicht in die Wertung ein, denn zum aktuellen Zeitpunkt ist er noch nicht veröffentlicht.
Dass Tribute Games das Spiel weiterhin erweitert, ist grundsätzlich erfreulich, denn genau zusätzliche Spielmodi können langfristig eine der größten Schwächen des Hauptspiels abfedern. Trotzdem bewerte ich hier das vorhandene Grundspiel und nicht das Potenzial zukünftiger DLCs.

Die Spieler mögen das Paket deutlich
Die Steam-Resonanz ist auch fast ein Jahr nach Veröffentlichung sehr stabil. Aktuell sind rund 88 Prozent von mehr als 2.350 Steam-Rezensionen positiv, und auch bei den jüngsten Bewertungen liegt die Zustimmung mit ungefähr 87 bis 89 Prozent auf einem sehr ähnlichen Niveau.
Das passt für mich gut. MARVEL Cosmic Invasion ist kein riesiges Spiel und besitzt auch nicht die inhaltliche Tiefe eines modernen Action-RPGs, aber genau das versucht es auch nicht zu sein. Es möchte ein sehr gutes Arcade-Beat-’em-up mit Marvel-Helden sein, und diese Aufgabe erfüllt es größtenteils ausgezeichnet.
Dass inzwischen mehr als 1,5 Millionen Spieler erreicht wurden, zeigt ebenfalls, dass dieses Konzept auf ein ziemlich großes Publikum trifft. Dotemu bestätigte diese Zahl im Mai 2026 im Zusammenhang mit den angekündigten DLC-Erweiterungen.
Fazit – Großartige Helden in einer etwas zu kleinen Galaxie
MARVEL Cosmic Invasion ist wahrscheinlich genau das Spiel, das viele Marvel-Fans vor dreißig Jahren gerne in einer Spielhalle gefunden hätten. Tribute Games versteht hervorragend, was klassische Beat ’em ups so unmittelbar befriedigend macht, modernisiert die Grundidee aber gerade genug, damit sich das Ergebnis nicht wie eine bloße Kopie alter Automaten anfühlt.
Das Cosmic-Swap-System ist dabei der wichtigste Unterschied. Zwei Helden auszuwählen und mitten innerhalb einer Kombo zwischen ihnen zu wechseln, funktioniert hervorragend und gibt dem Kampfsystem eine taktische Ebene, die ich bei einem so zugänglichen Spiel zunächst gar nicht erwartet hätte. Dazu kommt eine fantastische Figurenriege, bei der nicht nur die üblichen Verdächtigen vertreten sind, sondern auch Beta Ray Bill, Phyla-Vell oder Cosmic Ghost Rider ihren Platz bekommen.
Spielerisch unterscheiden sich die Figuren erfreulich stark. Genau deshalb macht es Spaß, neue Kombinationen auszuprobieren und beispielsweise einen langsamen Nahkämpfer mit einer mobilen Fernkampffigur zu verbinden. Mit Freunden wird das Ganze noch unterhaltsamer, weil lokaler und Online-Koop aus den ohnehin chaotischen Kämpfen ein herrliches Marvel-Durcheinander machen.
Optisch gehört das Spiel für mich zu den schönsten modernen Pixel-Produktionen. Charakteranimationen, Hintergründe und Spezialattacken besitzen enorm viel Persönlichkeit, während die zahlreichen Anspielungen auf ältere Marvel-Spiele und Comics dafür sorgen, dass Fans ständig kleine Details entdecken können. Das ist Nostalgie, die nicht einfach nur alte Pixel kopiert, sondern verstanden hat, warum diese Ära überhaupt so viel Charme besitzt.
Die größte Schwäche ist eindeutig der Umfang. Sechzehn Kampagnenstages klingen zunächst ordentlich, aber nach ungefähr drei Stunden läuft bereits der Abspann. Arcade-Modus, Sammelobjekte, Herausforderungen und unterschiedliche Charakterkombinationen sorgen für Wiederspielwert, trotzdem hätte das hervorragende Kampfsystem deutlich mehr unterschiedliche Inhalte verdient.
Auch die Schwierigkeitskurve überzeugt mich nicht vollständig. Besonders die Mitte wird plötzlich deutlich härter, während das Finale überraschend wenig Widerstand bietet. Ein Beat ’em up sollte seinen größten spielerischen Höhepunkt eigentlich unmittelbar vor dem Ende erreichen und nicht nach zwei Dritteln der Kampagne.
Trotz dieser Schwächen bleibt MARVEL Cosmic Invasion für mich ein sehr gutes Beat ’em up. Die Figuren fühlen sich großartig an, das Tag-System hebt sich angenehm von vielen Konkurrenten ab und die Präsentation ist praktisch eine Liebeserklärung an Marvels Comic- und Videospielgeschichte.
Ich hätte mir einfach mehr davon gewünscht. Mehr alternative Modi, mehr Überraschungen innerhalb der Kampagne und etwas mehr Tiefe bei der Charakterprogression hätten aus einem sehr guten Retro-Brawler einen der wirklich großen Genrevertreter machen können.
So bleibt eine fantastische Spielzeugkiste voller Marvel-Helden, deren größtes Problem darin besteht, dass der Spielplatz überraschend klein ausgefallen ist. Gerade weil sich Spider-Man, Wolverine, Storm, Nova und all die anderen so gut spielen, fällt dieser begrenzte Umfang stärker auf, als es bei einem schwächeren Kampfsystem der Fall wäre.




