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Neid: Das verschwiegene Gefühl. (Todsünden)

Neid: Das verschwiegene Gefühl. (Todsünden) ist ein Buch aus dem Hirzel Verlag und erschien am 15. November 2023. 

Neid: Das verschwiegene Gefühl. (Todsünden)

Der Neid ist ein Beziehungsdrama. Ohne ein Gegenüber ist er nicht zu haben. Der Andere ist der Stachel im Fleisch des Neidischen. Der Neid frisst die Seele auf. Der Neid ist das verschwiegene Gefühl. Der erste Mord der Bibel ist der von Kain an Abel: aus Neid. Und heute entlädt sich der Neid auch im Internet. Influencerinnen führen ihren Followern ein beneidenswertes Leben vor. Neid hat aber auch eine andere Seite: Er stachelt das Individuum zum Erfolg an. Und sorgt für das Unbehagen an gesellschaftlicher Ungleichheit, von Habenden und Herrschenden gern diffamiert. Stichwort „Neidgesellschaft“. Bettina Schultes Essay spannt einen Bogen von der zermürbenden Qual des subjektiven Neids zur Frage seiner legitimen gesellschaftlichen Verortung. Und um die Eifersucht als eine Spielart des Neids geht’s natürlich auch …

Bettina Schultes Buch „Neid: Das verschwiegene Gefühl. (Todsünden)“ ist eine faszinierende Reise in die Tiefen eines oft missverstandenen und verborgenen Gefühls. Der Neid, so Schulte, ist nicht nur ein persönliches Unbehagen, sondern auch ein soziales Phänomen, das Beziehungen und Gesellschaften prägt. Das Buch, das sechste in einer Reihe, die sich mit den Todsünden befasst, bietet einen umfassenden Blick auf dieses komplexe Gefühl. Mir gefällt besonders, wie Schulte den Neid als Beziehungsdrama beschreibt. Es ist ein Gefühl, das ohne den Vergleich mit anderen nicht existiert. Die Autorin hebt hervor, wie Neid die Seele aufzehren kann, aber auch als Antrieb für individuellen Erfolg und als Kritik an gesellschaftlicher Ungleichheit dienen kann. Ihre Perspektive auf den Neid in der heutigen digitalen Welt, besonders im Kontext von Influencern und sozialen Medien, ist besonders aufschlussreich.

Die Autorin, eine erfahrene Kulturjournalistin, nutzt ihre Expertise, um den Neid durch literarische Beispiele zu veranschaulichen. Diese Herangehensweise macht das Buch nicht nur informativ, sondern auch kulturell bereichernd. Es ist beeindruckend, wie Schulte literarische Werke nutzt, um die verschiedenen Facetten des Neids zu beleuchten. Die Diskussion über die Neidgesellschaft und die Eifersucht als eine Art von Neid ist besonders spannend. Schulte fordert den Leser heraus, über die Rolle des Neids in unserer Gesellschaft und unseren persönlichen Beziehungen nachzudenken. Das Buch regt zum Nachdenken an, ob eine neidfreie Gesellschaft möglich oder sogar wünschenswert ist.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die zugängliche Schreibweise der Autorin. Trotz der Komplexität des Themas bleibt der Text verständlich und einnehmend. Es ist kein trockenes, akademisches Werk, sondern eine fesselnde Lektüre, die den Leser einlädt, sich mit seinen eigenen Gefühlen von Neid auseinanderzusetzen. Zusammenfassend ist „Neid: Das verschwiegene Gefühl“ ein tiefgründiges und anregendes Buch. Es bietet nicht nur Einblicke in ein oft übersehenes Gefühl, sondern fordert auch dazu auf, über die tiefgreifenden Auswirkungen des Neids in unserer Gesellschaft nachzudenken. Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich für Psychologie, Kultur und Gesellschaft interessieren.

Neid: Das verschwiegene Gefühl. (Todsünden)

8.2

Aufmachung

8.5/10

Umfang

7.7/10

Schreibstil / Bilder

8.3/10

Umsetzung

8.3/10

Hat mir besonders gefallen

  • Das Buch bietet einen tiefgehenden Einblick in das Gefühl des Neids, sowohl aus persönlicher als auch aus gesellschaftlicher Perspektive.
  • Die Verwendung von Literatur zur Illustration des Themas macht das Buch kulturell bereichernd und anschaulich.
  • Die Diskussion über Neid im Kontext der digitalen Welt und sozialer Medien ist besonders relevant und aufschlussreich.
  • Trotz der Komplexität des Themas bleibt das Buch verständlich und fesselt den Leser.
  • Das Buch fordert die Leser auf, über die Rolle und Auswirkungen des Neids in der Gesellschaft und im persönlichen Leben nachzudenken.
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