Enshrouded

Enshrouded (Keen Games GmbH)

Oktober 2026

Enshrouded ist ein Solo- und Koop-Survival-Action-RPG, das Freiheit und Kreativität in den Mittelpunkt stellt. Besiege den Nebel, der das Königreich Embervale verschlingt: Gehe deinen eigenen Weg in einer handgemachten, komplett veränderbaren Welt, erkunde Geheimnisse und baue was und wo du willst.
Entwickler: Keen Games GmbH
Genre: Survival
89%
Spielspaß
88%
Wiederspielbarkeit
90%
Langzeitmotivation
88%
Grafik
84%
Umsetzung
Keen Games hat aus einer bereits starken Grundlage ein deutlich vollständigeres Survival-RPG gebaut, das heute in mehreren Bereichen zur Genre-Spitze gehört.


86%

Von einem vielversprechenden Early Access zum vollständigen Abenteuer

Als Enshrouded Anfang 2024 in den Early Access startete, war ziemlich schnell klar, dass Keen Games hier mehr bauen wollte als das nächste Survivalspiel mit Holzfäller, Werkbank und zehn verschiedenen Sorten gebratenem Fleisch. Schon damals überzeugten vor allem die handgebaute Welt, das ungewöhnlich freie Bausystem und die Mischung aus klassischem Survival, Action-RPG und Erkundung. Gleichzeitig fehlten große Teile von Embervale, die Geschichte endete irgendwann einfach und viele Mechaniken wirkten noch wie Baustellen.

Mehr als zweieinhalb Jahre später sieht die Sache deutlich anders aus. Seit dem 15. Oktober 2026 ist Enshrouded offiziell Version 1.0. Die vollständige Karte ist geöffnet, der neue Bereich Cinder’s Cradle erweitert den Norden, bisher verschlossene Gebiete sind zugänglich und die Geschichte rund um die Ancients und den zerstörerischen Shroud bekommt erstmals einen richtigen Abschluss. Der maximale Charakterlevel liegt inzwischen bei 50, Ausrüstung kann bis Level 55 verbessert werden und zusätzliche Hollow Halls erweitern das Endgame.

Der Unterschied zwischen dem ursprünglichen Early Access und der heutigen Version ist enorm. Enshrouded fühlt sich inzwischen nicht mehr wie ein Survivalspiel an, das irgendwann vielleicht ein richtiges RPG werden möchte. Es ist inzwischen genau diese Mischung.

Embervale ist keine zusammengewürfelte Überlebenskarte

Eine der größten Stärken bleibt für mich die Welt. Embervale wird nicht prozedural erzeugt, sondern ist von Hand gebaut. Das merkt man praktisch überall. Ruinen besitzen erkennbare Geschichten, Höhlen führen nicht einfach nur zu irgendeiner Ressourcenkammer und selbst kleine Dörfer oder verlassene Häuser wirken so, als hätten dort einmal tatsächlich Menschen gelebt.

Dadurch entsteht beim Erkunden ein völlig anderes Gefühl als in vielen klassischen Survivalspielen. Ich sehe einen Turm am Horizont und möchte wissen, was dort oben liegt. Ich entdecke einen Eingang zwischen Felsen und habe das Gefühl, tatsächlich etwas gefunden zu haben, statt dass der Zufallsgenerator gerade beschlossen hat, dort eine Höhle einzusetzen.

Mit Version 1.0 ist diese Welt nun vollständig zugänglich. Besonders Cinder’s Cradle setzt noch einmal einen starken Kontrast zu den bisherigen Regionen. Unten dominieren Lava, Ruinen und Shroud, während darüber schwebende Inseln mit alter Architektur und neuen Kreaturen warten. Zusätzlich wurden auch ältere Gebiete erweitert und bislang verschlossene Bereiche geöffnet.

Gerade für mich gehört das Erkunden deshalb zu den Dingen, die Enshrouded klar über viele Genrevertreter heben.

Der Shroud macht aus Erkundung ein kleines Risiko

Namensgebend ist der Shroud, ein tödlicher Nebel, der große Teile Embervales verschlungen hat. Wer ihn betritt, besitzt nur eine begrenzte Zeit, bevor die eigene Figur stirbt. Anfangs ist diese Zeit knapp, später kann sie durch Fortschritt und entsprechende Ausrüstung deutlich verlängert werden.

Das System funktioniert erstaunlich gut, weil der Shroud dadurch mehr ist als ein andersfarbiges Biom. Ich springe bewusst hinunter, suche nach Ressourcen, Gegnern oder versteckten Wegen und habe dabei ständig den Timer im Hinterkopf. Besonders in unbekannten Gebieten entsteht dadurch angenehmer Druck.

Dabei wird der Shroud mit zunehmendem Fortschritt nicht einfach bedeutungslos. Bestimmte Bereiche sind gefährlicher als andere, neue Gegnertypen tauchen auf und manche Ressourcen gibt es ausschließlich dort. Das verhindert, dass aus der Mechanik nach fünf Stunden nur noch irgendein optischer Filter wird.

Gleichzeitig bleibt das Spiel fair genug. Ein Tod bedeutet nicht, dass mein kompletter Charakter gelöscht wird. Enshrouded möchte Spannung erzeugen, ohne daraus ein Hardcore-Survivalspiel zu machen.

Das Survival steckt eher in der Vorbereitung als im Überleben

Überhaupt sollte man Enshrouded nicht mit The Forest, Green Hell oder ähnlichen Titeln verwechseln. Hunger und Durst töten mich hier nicht langsam. Nahrung funktioniert stärker über Buffs. Unterschiedliche Gerichte erhöhen beispielsweise Gesundheit, Ausdauer oder andere Werte und geben mir dadurch einen Grund, Landwirtschaft und Kochen ernst zu nehmen.

Das gefällt mir sehr gut. Ich kümmere mich um Essen, weil ich dadurch besser vorbereitet bin, nicht weil meine Spielfigur sonst alle zwanzig Minuten dramatisch verhungert.

Crafting, Sammeln und Produktion bleiben trotzdem wichtige Bestandteile. Materialien müssen beschafft, Werkzeuge hergestellt und verschiedene NPC-Handwerker gefunden werden. Schmied, Alchemist und andere Spezialisten öffnen anschließend neue Rezepte und Produktionsmöglichkeiten.

Dadurch bekommt Fortschritt einen angenehmen Rhythmus. Eine Expedition führt zu einem neuen NPC, dieser ermöglicht neue Gebäude oder Ausrüstung, dafür benötige ich wiederum Materialien aus einem bisher gefährlichen Gebiet und plötzlich habe ich ganz natürlich mein nächstes Ziel.

Der Basenbau ist schlicht hervorragend

Beim Bauen spielt Enshrouded für mich endgültig seine größte Stärke aus. Die Welt basiert auf Voxeln und lässt sich entsprechend stark verändern. Ich kann nicht nur fertige Wände auf vorbereitete Raster setzen, sondern Gelände bearbeiten, Höhlen erweitern, Räume in Berge schlagen und Gebäude aus vielen verschiedenen Materialien zusammensetzen.

Das klingt zunächst nur nach größerer Freiheit, macht aber einen enormen Unterschied. Häuser wirken weniger wie zusammengesetzte Baukästen und deutlich stärker wie tatsächlich entworfene Gebäude.

Wer einfach eine praktische Werkstatt bauen möchte, kann das innerhalb kurzer Zeit erledigen. Wer dagegen eine riesige Burg mit Türmen, Innenhöfen, unterirdischen Werkstätten, Gärten und vollständig eingerichteten Wohnräumen bauen möchte, kann problemlos Dutzende Stunden allein damit verbringen.

Mit Version 1.0 geht Keen Games sogar noch weiter. Der neue Skill „Airborne Architect“ erlaubt freies Fliegen während des Bauens, und mit Sparkworks gibt es nun ein richtiges Logiksystem. Schalter, Druckplatten, Türen und andere interaktive Elemente können miteinander verbunden und über einen graphischen Editor gesteuert werden. Damit sind automatische Türen, Fallen oder komplexere Mechanismen möglich.

Spätestens dadurch nähert sich das Bausystem stellenweise eher einem kreativen Sandbox-Werkzeug als einer typischen Survival-Basis.

Aus einer Burg kann inzwischen sogar ein eigenes Abenteuer werden

Besonders spannend ist die inzwischen integrierte Adventure-Sharing-Funktion. Spieler können eigene Welten und Abenteuer erstellen und mit anderen teilen. In Verbindung mit Sparkworks wird daraus langfristig ein erstaunlich mächtiges Werkzeug.

Ich kann dadurch theoretisch eigene Dungeons bauen, Rätsel konstruieren oder einfach besonders aufwendige Welten veröffentlichen. Das verändert die Langzeitperspektive des Spiels enorm, denn die offizielle Kampagne muss nicht mehr zwangsläufig das Ende sein.

Steam bewirbt die Funktion inzwischen ausdrücklich als Möglichkeit, nach Abschluss der Kampagne in Welten und Dungeons anderer Spieler einzutauchen oder eigene Kreationen zu veröffentlichen.

Für ein Spiel, dessen Bausystem ohnehin zu den besten Teilen gehört, ist das eine ausgesprochen logische Erweiterung.

Kämpfen fühlt sich inzwischen deutlich besser an

Auch das Kampfsystem hat seit dem Early Access einiges hinter sich. Nahkampf, Fernkampf und Magie können über einen umfangreichen Skilltree spezialisiert oder miteinander kombiniert werden. Ich bin also nicht dauerhaft an eine starre Klasse gebunden.

Besonders Nahkampf fühlt sich inzwischen angenehm direkt an. Blocken, Parieren, Ausweichen und unterschiedliche Angriffsmöglichkeiten sorgen dafür, dass Gegner nicht einfach nur als Lebenspunktebalken herumstehen. Bögen funktionieren ebenfalls gut und profitieren stark davon, dass die offene Welt viele Möglichkeiten bietet, Gegner aus unterschiedlichen Positionen anzugehen.

Magier waren lange etwas problematischer. Keen Games hat diesen Bereich für 1.0 deshalb noch einmal deutlich ausgebaut. Neun neue Zauber kamen hinzu, darunter Blizzard, Ball Lightning, verschiedene beschworene Totems und ein Skelett. Gleichzeitig gibt es nun für alle Zauber im Endgame permanente Varianten, wodurch die lästige Sorge um verbrauchte Zauberladungen verschwindet.

Das macht Magie spürbar abwechslungsreicher.

Gegner bleiben trotzdem nicht die größte Stärke

Ganz perfekt ist das Kampfsystem allerdings nicht. Gerade wenn ich sehr viel spiele, erkenne ich bekannte Gegnertypen und Angriffsmuster relativ schnell wieder. Version 1.0 bringt zwar eine komplett neue Fraktion mit 14 neuen Gegnertypen und insgesamt 37 neue beziehungsweise zusätzliche Varianten, trotzdem bleibt die grundsätzliche Struktur häufig ähnlich.

Das fällt besonders in längeren Solo-Sessions auf. Ich betrete eine neue Region, treffe härtere Varianten bekannter Gegner, finde stärkere Materialien und verbessere anschließend meine Ausrüstung für die nächste Region.

Diese Progressionsspirale funktioniert, aber sie ist sichtbar.

Aktuelle Steam-Rezensionen nennen genau diesen Punkt ebenfalls häufiger: Die Welt und das Bausystem werden ausgesprochen gelobt, während manche Spieler den langfristigen Kampf und die Beuteprogression als etwas repetitiv empfinden.

Für mich verhindert das keine hohe Wertung, aber es hält Enshrouded davon ab, spielerisch überall auf demselben Niveau wie sein Bausystem zu liegen.

Der Skilltree erlaubt erstaunlich freie Charaktere

Charakterentwicklung gehört trotzdem zu den stärkeren RPG-Elementen. Statt mich zu Beginn für Krieger, Magier oder Ranger zu entscheiden, investiere ich Punkte in verschiedene Äste eines großen Talentbaums.

Dadurch entstehen Mischformen. Ein Nahkämpfer kann zusätzliche Bewegungsfähigkeiten übernehmen, ein Bogenschütze kann sich defensive Talente holen und ein Magier muss nicht ausschließlich in einer Ecke des Baums bleiben.

Das ist besonders im Koop praktisch. Wenn sich innerhalb einer Gruppe später herausstellt, dass bestimmte Rollen fehlen, muss niemand einen komplett neuen Charakter beginnen.

Die Progression fühlt sich dadurch deutlich mehr nach Action-RPG und weniger nach klassischem Survival an. Genau diese Mischung macht für mich einen großen Teil der Identität von Enshrouded aus.

Bis zu 16 Spieler

Koop unterstützt bis zu 16 Spieler. Das ist mehr als genug, um aus einer kleinen Basis irgendwann ein vollkommen absurdes Gemeinschaftsprojekt zu machen.

Gerade im Multiplayer entfalten sich viele Systeme noch besser. Einer baut, jemand anderes sammelt Materialien, zwei Spieler erkunden einen Dungeon und irgendeiner verbringt drei Stunden damit, ein Badezimmer zu dekorieren, das niemand braucht.

Diese Rollen entstehen ganz natürlich. Niemand muss offiziell zum Architekten oder Rohstoffsammler erklärt werden.

Auch Kämpfe gewinnen mit mehreren Spielern, weil unterschiedliche Builds stärker zusammenspielen. Ein Nahkämpfer bindet Gegner, während Zauber oder Pfeile aus der Distanz kommen.

Trotzdem bleibt Enshrouded grundsätzlich solo spielbar. Ich würde nur sagen, dass die Welt allein stellenweise deutlich leerer wirkt.

Solo merkt man, dass Embervale eigentlich einmal voller Menschen war

Und genau das ist eine meiner größeren Schwächen. Embervale ist wunderschön gebaut, aber gleichzeitig voller verlassener Dörfer, zerstörter Häuser und Ruinen. Natürlich passt das zur Geschichte einer Welt, die vom Shroud zerstört wurde.

Trotzdem fehlt mir manchmal Leben.

Die geretteten NPCs landen irgendwann in meiner Basis, dort bekommen sie eigene Aufgaben und Funktionen. Außerhalb davon begegnet mir aber nur selten etwas, das sich wirklich wie eine lebende Gesellschaft anfühlt.

Gerade weil das Spiel teilweise fast wie ein großes Fantasy-RPG aussieht, erwarte ich manchmal automatisch Städte, Bewohner und kleine Geschichten zwischen Menschen. Stattdessen stehen viele wunderschöne Orte einfach leer.

Im Koop fällt das weniger auf, weil die anderen Spieler diese Lücke füllen. Solo entsteht dagegen gelegentlich dieses merkwürdige Gefühl, durch ein fantastisches Fantasyreich zu laufen, aus dem jemand fast alle Bewohner entfernt hat.

Die Geschichte funktioniert besser als früher, bleibt aber nicht das Highlight

Version 1.0 schließt erstmals die Hauptgeschichte rund um die Ancients, den Shroud und die Bedrohung Embervales ab. Das ist enorm wichtig, weil sich die Early-Access-Version irgendwann schlicht unfertig anfühlte.

Die Lore selbst finde ich durchaus interessant. Über Bücher, Notizen, Ruinen und Quests erfahre ich immer mehr darüber, wie die Welt zerfallen ist.

Nur erzählt Enshrouded diese Geschichte häufig sehr fragmentiert. Wer wirklich alles lesen und zusammensetzen möchte, bekommt deutlich mehr heraus als jemand, der hauptsächlich den Questmarkierungen folgt.

Damit ist die Handlung für mich eher ein guter Grund, die Welt zu bereisen, als das wichtigste Element des Spiels.

Das passt grundsätzlich. Ich würde Enshrouded niemandem wegen seiner Geschichte empfehlen, wohl aber wegen der Welt, die diese Geschichte umgibt.

Technisch ist 1.0 deutlich besser – aber nicht völlig fehlerfrei gestartet

Keen Games hat vor Version 1.0 sichtbar an der Performance gearbeitet. Gerade Shader-Ladezeiten und allgemeine Optimierung standen in den letzten Monaten vor Release im Mittelpunkt.

Trotzdem verlief der endgültige Start nicht vollkommen sauber. Bereits am Veröffentlichungstag erschien der erste Hotfix gegen verschiedene Abstürze. Weitere Updates korrigierten unter anderem Probleme mit Save-Migration, Wasserberechnung, Multiplayer, Fabriken, V-Sync auf AMD-Karten und verschiedene zufällige Crash-Ursachen.

Das klingt dramatischer, als sich das Gesamtbild darstellt. Die Mehrheit der Spieler scheint technisch gut zurechtzukommen, und im Vergleich zu vielen Survival-Releases wirkt Enshrouded insgesamt recht stabil.

Trotzdem hätte Version 1.0 noch ein wenig sauberer erscheinen dürfen. Gerade wenn ein Spiel nach mehr als zwei Jahren Early Access offiziell das Fertig-Schild aufhängt, fallen solche Probleme stärker auf.

Dafür läuft Enshrouded inzwischen sogar auf dem Steam Deck

Positiv ist die inzwischen bestätigte Steam-Deck-Verifizierung der Version 1.0. Für ein Spiel mit vollständig veränderbarer Voxelwelt, großen Basen und bis zu 16 Spielern ist das technisch durchaus bemerkenswert.

Auf einem Desktop-PC bleiben die Anforderungen ebenfalls überschaubar. Als Minimum nennt Keen Games unter anderem eine GTX 1060 beziehungsweise RX 580 mit 6 GB VRAM und 16 GB Arbeitsspeicher. Empfohlen werden RTX 2070 Super beziehungsweise RX 6700 XT.

Natürlich hängt die Performance stark davon ab, wie gigantisch die eigene Basis wird. Wenn irgendwann eine halbe mittelalterliche Großstadt voller Beleuchtung und Mechanismen entstanden ist, muss der Rechner deutlich mehr arbeiten.

Für die gebotene Welt und die Voxeltechnik finde ich die technische Leistung trotzdem ziemlich beeindruckend.

Auch grafisch lebt Enshrouded stärker von Atmosphäre als von Fotorealismus

Optisch trifft Enshrouded für mich einen sehr angenehmen Mittelweg. Figuren und Vegetation wirken detailliert, ohne vollkommen realistisch sein zu wollen. Besonders Beleuchtung, Nebel und weite Landschaften erzeugen regelmäßig fantastische Ausblicke.

Wenn ich von einem Berg springe, den Gleiter öffne und unter mir Wälder, Ruinen und Shroud-Täler vorbeiziehen, besitzt das Spiel eine enorme visuelle Wirkung.

Hinzu kommt, dass praktisch die komplette Umgebung veränderbar ist. Dass eine derart flexible Voxelwelt trotzdem so organisch aussehen kann, ist technisch wahrscheinlich beeindruckender als irgendein einzelnes hochauflösendes Texturpaket.

Natürlich gibt es kleinere Schwächen. Gesichter und Animationen erreichen nicht das Niveau großer AAA-Rollenspiele, und manche Innenräume können sehr dunkel wirken.

Insgesamt gehört die Präsentation für mich trotzdem zu den klaren Stärken.

Deutsch ist vollständig bei Oberfläche und Texten dabei

Enshrouded unterstützt derzeit 15 Sprachen, darunter Deutsch. Oberfläche und Untertitel sind lokalisiert, eine vollständige Sprachausgabe gibt es allerdings nicht.

Für ein Survival-RPG mit zahlreichen Beschreibungen, Talenten, Rezepten und Quests ist die deutsche Übersetzung wichtig und grundsätzlich ordentlich umgesetzt.

Auch die Barrierefreiheitsoptionen wurden inzwischen erweitert. Steam führt unter anderem anpassbare Schwierigkeit, Textgröße, Farboptionen und Kamera-Komforteinstellungen auf.

Gerade die frei einstellbaren Weltoptionen gefallen mir. Wer weniger Grind oder andere Bedingungen möchte, kann das Erlebnis stärker an die eigenen Vorstellungen anpassen, ohne dass daraus sofort ein komplett anderer Spielmodus werden muss.

Die Community ist weiterhin sehr deutlich auf der positiven Seite

Trotz kleinerer Kritikpunkte ist die Resonanz bemerkenswert stabil. Aktuell sind rund 87 Prozent von mehr als 50.000 englischsprachigen Steam-Rezensionen positiv. Bei den deutschen Bewertungen liegt die Zustimmung sogar bei ungefähr 92 Prozent. Die jüngsten Rezensionen nach Veröffentlichung von Version 1.0 fallen mit etwa 81 Prozent positiv etwas zurückhaltender aus.

Das ergibt für mich Sinn.

Langjährige Spieler sehen inzwischen ein riesiges Spiel mit enormen Bau- und Erkundungsmöglichkeiten. Gleichzeitig führt eine offizielle Version 1.0 natürlich dazu, dass technische Macken, Wiederholungen und kleinere Designprobleme strenger beurteilt werden als im Early Access.

Die Grundlage ist aber eindeutig stark.

Fazit – Endlich ist Embervale vollständig

Enshrouded hat den Early Access nicht einfach genutzt, um ein paar zusätzliche Biome anzuhängen. Keen Games hat aus einer bereits starken Grundlage ein deutlich vollständigeres Survival-RPG gebaut, das heute in mehreren Bereichen zur Genre-Spitze gehört.

Allen voran steht der Basenbau. Die Voxeltechnik gibt mir eine Freiheit, die viele Konkurrenten nicht erreichen. Ich kann funktionale Hütten errichten oder komplette Burgen in Berge hineinarbeiten, Gelände verändern und inzwischen sogar mit Sparkworks eigene Mechanismen konstruieren. Mit Adventure Sharing bekommt diese Kreativität zusätzlich eine langfristige Perspektive.

Auch die Welt überzeugt. Embervale ist riesig, aber nicht einfach zufällig gefüllt. Ruinen, Dungeons, Türme und versteckte Orte fühlen sich bewusst platziert an, wodurch Erkundung fast immer interessanter bleibt als das bloße Folgen einer Kartenmarkierung.

Der Shroud gibt dieser Welt zusätzlich eine eigene Identität. Er ist Gefahr, Ressourcengebiet und erzählerisches Element gleichzeitig.

Spielerisch gefällt mir außerdem, wie angenehm Enshrouded zwischen Survival und RPG sitzt. Nahrung gibt Buffs statt permanenten Hungerstress, Crafting bleibt wichtig, ohne das komplette Spiel zu dominieren, und der Skilltree erlaubt deutlich freiere Charaktere als viele klassische Survivalspiele.

Im Kampf ist noch Luft nach oben. Die Verbesserungen für Version 1.0 sind deutlich sichtbar, besonders bei Magie und Gegnervielfalt, aber manche Begegnungen und Progressionsschleifen wiederholen sich langfristig. Auch das Lootsystem lebt häufig stärker von höheren Zahlen als von wirklich außergewöhnlichen Gegenständen.

Meine größte atmosphärische Kritik bleibt die teilweise leere Welt. Gerade solo fühlt sich Embervale gelegentlich wie ein wunderschön gebautes Fantasy-RPG an, dessen Bevölkerung kurz vor meiner Ankunft vollständig verschwunden ist. Das passt zwar zur Handlung, nimmt der Welt aber etwas Leben.

Technisch hätte der 1.0-Start ebenfalls etwas sauberer ausfallen dürfen. Mehrere Hotfixes innerhalb weniger Tage zeigen, dass selbst nach langer Early-Access-Phase noch einige Ecken poliert werden mussten.

Diese Kritikpunkte ändern aber nichts daran, dass Enshrouded inzwischen ein verdammt starkes Gesamtpaket ist. Die vollständige Welt, die abgeschlossene Hauptgeschichte, der umfangreiche Charakteraufbau, bis zu 16 Spieler im Koop und vor allem das außergewöhnliche Bausystem sorgen für enorm viel Inhalt und Wiederspielwert.

Für mich gehört Enshrouded deshalb inzwischen zu den besten modernen Mischungen aus Survival, Action-RPG und Sandbox.

Es gibt Spiele, in denen ich meine Basis baue, weil ich sie brauche.

In Enshrouded ertappe ich mich dagegen irgendwann dabei, drei Stunden lang einen Turm umzubauen, den niemand braucht – einfach weil ich es kann.

Und genau dann weiß ich meistens, dass ein Bausystem etwas richtig gemacht hat.

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Alle Rezensionen, Tests und redaktionellen Beiträge geben meine persönliche Meinung und Einschätzung wieder. Inhalte, für die eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht besteht, werden entsprechend gekennzeichnet.

Für Rezensionen wurden mir kostenlose Rezensionsexemplar bzw. kostenlos ein Steam Key (Bei Games) zur Verfügung gestellt. Eine Vergütung für diese Beiträge erfolgte nicht.

 

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