NBA 2K27 (2K)
September 2026
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In NBA 2K27 geht dein Run nie zu Ende und es ist immer Action angesagt! Strebe in Meine KARRIERE, MyTEAM und Meine NBA rund um die Uhr nach wahrer Größe und lass deine Basketballträume wahr werden.
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Entwickler: Visual Concepts
Genre: Sport, Simulation
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89%
Spielspaß 91%
Wiederspielbarkeit 87%
Langzeitmotivation 93%
Grafik 82%
Umsetzung |
| NBA 2K27 ist wahrscheinlich eine der besten Basketballsimulationen, die ich bisher gespielt habe. |

Auf dem Court ist NBA 2K27 verdammt nah an Basketball
Bei jährlich erscheinenden Sportspielen stellt sich inzwischen eigentlich immer dieselbe Frage: Ist das wirklich ein neues Spiel oder nur das Update des Vorjahres mit aktuellen Kadern, ein paar neuen Animationen und einer neuen Zahl auf dem Cover? Gerade bei NBA 2K ist diese Frage berechtigt, denn Visual Concepts besitzt seit Jahren praktisch keine ernsthafte Konkurrenz mehr. Umso überraschender finde ich, dass NBA 2K27 spielerisch tatsächlich an mehreren Stellen spürbar verbessert wurde.
Das Grundgefühl auf dem Court gehört für mich zu den stärksten Seiten dieser Ausgabe. Bewegungen wirken flüssiger, körperlicher Kontakt besitzt mehr Gewicht und insbesondere die Defensive fühlt sich endlich wieder so an, als würde sie genauso ernst genommen wie spektakuläre Offensivaktionen. Visual Concepts hat unter anderem die Verteidigung bei Würfen, Cutoffs, Kollisionen und das Verteidigen mit erhobenen Armen überarbeitet. Gleichzeitig gibt es neue Layup-Varianten, zusätzliche Dribbling-Möglichkeiten und ein verändertes Takeover-System. Hinter vielen dieser Veränderungen steckt erneut ProPLAY, das für NBA 2K27 mehr als 7.000 zusätzliche Animationen aus echtem NBA-Material ins Spiel überträgt.
Das klingt im Marketing natürlich beeindruckend, wichtiger ist aber, dass man es tatsächlich spürt. Spieler besitzen mehr Persönlichkeit. Bewegungen wirken weniger nach vorgefertigter Standardanimation und mehr danach, als hätte tatsächlich dieser spezielle Basketballspieler gerade den Ball in der Hand.

Endlich bekommt die Defensive wieder Respekt
Besonders positiv fällt mir die Verteidigung auf. In früheren Ausgaben hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Offensive immer mehr Werkzeuge bekam, während Verteidiger hauptsächlich versuchen durften, irgendwie hinterherzukommen. NBA 2K27 verschiebt dieses Verhältnis wieder etwas.
Gutes Stellungsspiel wird stärker belohnt. Körperkontakt wirkt nachvollziehbarer und ich kann einen Angreifer häufiger tatsächlich aus seiner bevorzugten Linie drängen. Gleichzeitig funktioniert Verteidigung nicht einfach automatisch. Wer wild auf Steals geht oder ständig versucht, jeden Wurf zu blocken, wird weiterhin bestraft.
Dadurch entstehen schöne Eins-gegen-eins-Situationen. Ich muss tatsächlich beobachten, wie mein Gegenspieler dribbelt, welche Hand er bevorzugt und ob er vermutlich zum Korb zieht oder Platz für einen Wurf sucht. Genau dort fühlt sich NBA 2K27 für mich besonders stark an.
Basketball besteht schließlich nicht nur aus Dreiern und Dunks. Dass Visual Concepts wieder stärker versucht, beide Seiten des Spiels abzubilden, tut der gesamten Simulation gut.
ProPLAY ist längst mehr als ein Marketingbegriff
Mit ProPLAY wirbt 2K inzwischen seit mehreren Jahren, und anfangs war ich durchaus skeptisch. Die Idee klingt schließlich hervorragend: Statt sämtliche Bewegungen über klassisches Motion Capturing nachzustellen, werden Bewegungsabläufe aus tatsächlichem NBA-Videomaterial übertragen.
In NBA 2K27 funktioniert das inzwischen beeindruckend gut. Viele Stars bewegen sich erkennbar anders. Wurfbewegungen, Dribblings, Abschlüsse und sogar kleinere Übergänge zwischen Animationen besitzen mehr Individualität.
Gerade wenn man echte NBA-Spiele verfolgt, fallen einige dieser Details auf. Ein Spieler sieht nicht nur seinem realen Vorbild ähnlich, sondern bewegt sich zunehmend auch so.
Natürlich funktioniert das nicht überall perfekt. Es gibt weiterhin Animationen, in denen zwei Spieler etwas unglücklich miteinander kollidieren oder eine Bewegung plötzlich nicht ganz zur vorherigen Situation passt. Insgesamt ist der Fortschritt aber deutlich sichtbar.

MyCAREER ist dieses Jahr erstaunlich ambitioniert
Der vermutlich größte Inhaltsschwerpunkt liegt wieder auf MyCAREER. Diesmal gibt es mit Fire & Concrete eine wesentlich umfangreichere Story. Wir beginnen nicht einfach als kommender Superstar kurz vor dem Draft, sondern erleben eine klassische Comeback-Geschichte. Der eigene Spieler erleidet einen schweren Rückschlag und muss sich über verschiedene Stationen wieder nach oben kämpfen. Die Geschichte umfasst elf Kapitel und ist laut 2K mehr als doppelt so umfangreich wie die Story des Vorjahres.
Das funktioniert wesentlich besser, als ich zunächst erwartet hätte. Natürlich bleibt es eine typische Sportspielgeschichte mit dramatischen Momenten und Figuren, die gelegentlich etwas stärker nach Drehbuch als nach echten Menschen wirken. Aber zumindest gibt es diesmal tatsächlich das Gefühl einer Karriere.
Man arbeitet sich hoch, trifft verschiedene Personen und erlebt nicht einfach nur eine lose Aneinanderreihung von NBA-Spielen mit einigen Zwischensequenzen.
Besonders interessant finde ich außerdem, dass MyCAREER erstmals kooperativ gespielt werden kann. Wer möchte, kann Teile seiner Karriere gemeinsam mit einem Freund erleben. Dazu kommt die erste geschlechtergemischte City der Seriengeschichte und erstmals können auch weibliche MyPLAYER erstellt werden.
MyCAREER Eras ist eine der besten Neuerungen
Noch interessanter finde ich allerdings MyCAREER Eras. Hier kann ich meinen eigenen Spieler nicht ausschließlich in die aktuelle NBA schicken, sondern in fünf unterschiedliche historische Epochen.
Das ist genau die Art Neuerung, die ich bei einem jährlichen Sportspiel sehen möchte. Statt nur bestehende Menüs umzubauen, entsteht tatsächlich eine andere Fantasie. Wie würde mein Spieler in einer früheren Basketballära funktionieren? Wie verändert sich sein Spiel, wenn andere Regeln, andere Stars und ein völlig anderes Basketballverständnis gelten?
Gerade bei NBA-Fans funktioniert das hervorragend, weil diese Liga eine enorme Geschichte besitzt. Basketball der 1980er oder 1990er Jahre fühlt sich eben nicht genauso an wie die heutige NBA.
Auch Präsentation und Atmosphäre verändern sich entsprechend. Dadurch bekommt MyCAREER plötzlich einen erheblich größeren Wiederspielwert, weil ich nicht immer wieder exakt dieselbe moderne Karriere erleben muss. Die fünf spielbaren Ären gehören für mich eindeutig zu den stärksten Erweiterungen dieser Ausgabe.
Und dann kommt wieder diese verdammte VC
Leider kann ich über MyCAREER nicht sprechen, ohne über Virtual Currency zu reden. Und genau hier zeigt NBA 2K27 wieder seine hässlichste Seite.
Der MyPLAYER wird weiterhin über VC verbessert. Natürlich kann ich diese Währung durch Spielen verdienen. Niemand zwingt mich unmittelbar dazu, zusätzlich echtes Geld auszugeben. Praktisch ist der Fortschritt aber erneut so konstruiert, dass der Kauf von VC extrem verlockend wird.
Gerade wenn ich online in die City gehe, merke ich schnell, wie groß der Unterschied zwischen einem frisch erstellten Spieler und bereits stark verbesserten Charakteren ist. Wer möglichst schnell konkurrenzfähig sein möchte, bekommt permanent das Gefühl, entweder sehr lange spielen oder eben zusätzlich bezahlen zu müssen.
Das stört mich besonders, weil MyCAREER längst keine kostenlose Live-Service-Produktion ist. Ich habe bereits ein Vollpreisspiel gekauft. Trotzdem begegnet mir ständig eine Ökonomie, die darauf ausgelegt ist, zusätzliches Geld auszugeben.
Auch mehrere aktuelle Tests kritisieren genau diesen Punkt. Selbst im überwiegend als Einzelspieler erlebbaren MyCAREER bleibt VC notwendig, um den eigenen Charakter aufzuwerten.

Ein guter Karrieremodus sollte mich zum Spielen motivieren – nicht zum Bezahlen
Mein Problem sind dabei nicht Mikrotransaktionen grundsätzlich. Zusätzliche kosmetische Inhalte könnte ich relativ problemlos ignorieren. Problematisch wird es, wenn Charakterfortschritt und Konkurrenzfähigkeit direkt an dieselbe Währung gekoppelt sind, die auch gegen echtes Geld verkauft wird.
Dadurch stellt sich bei jedem Grind automatisch die unangenehme Frage: Spiele ich diese nächsten Stunden, weil das Spiel Spaß macht, oder weil die Progression absichtlich langsam genug ist, damit ich irgendwann genervt meine Kreditkarte heraushole?
Gerade weil NBA 2K27 spielerisch so gut ist, nervt mich das besonders. Visual Concepts hätte überhaupt nicht nötig, solche Mechaniken derart stark in den Vordergrund zu stellen.
Die Steam-Seite kennzeichnet entsprechend In-Game-Käufe und bezahlte Zufallsinhalte. Zusätzlich gibt es neben verschiedenen Editionen weiterhin kostenpflichtige Pro- und Hall-of-Fame-Pässe.
MyTEAM macht vieles besser – bleibt aber MyTEAM
MyTEAM bekommt ebenfalls einige interessante Neuerungen. Besonders sinnvoll finde ich Player XP. Karten können jetzt tatsächlich Erfahrung sammeln und dadurch weiterentwickelt werden. Damit besitzt selbst eine Karte, die nicht sofort zur absoluten Spitze gehört, zumindest einen zusätzlichen spielerischen Wert.
Auch The Exchange wurde erweitert. Praktisch jede Spielerkarte innerhalb einer Sammlung kann nun eingesetzt werden, um auf andere Belohnungen hinzuarbeiten. Das reduziert zumindest etwas das Problem, irgendwann auf einem Berg vollkommen nutzloser Karten zu sitzen.
Dazu kommen zeitlich begrenzte Modi, Herausforderungen und natürlich wieder Seasons.
Spielerisch ist MyTEAM dadurch wahrscheinlich eines der umfangreichsten Sammelkartensysteme, die ein Sportspiel momentan bietet. Gleichzeitig bleiben allerdings all die bekannten Probleme bestehen. Packs, Kartenraritäten, zeitlich begrenzte Inhalte und monetarisierter Fortschritt sind weiterhin eng miteinander verbunden.
Wer Spaß daran hat, Teams zusammenzustellen und Karten zu sammeln, kann hier Monate verbringen. Wer bei Sportspielen mit Ultimate-Team-artigen Geschäftsmodellen inzwischen allergische Reaktionen bekommt, wird auch NBA 2K27 nicht bekehren.

MyNBA ist für mich fast das heimliche Highlight
Interessanterweise gefällt mir einer der weniger aggressiv vermarkteten Modi besonders gut. MyNBA wurde diesmal wieder stärker auf klassische Franchise-Spieler ausgerichtet.
Visual Concepts hat mehr als 20 von der Community gewünschte Änderungen umgesetzt. Dazu gehören Verbesserungen an Trades, Free Agency, Verträgen und den Regeln des aktuellen Collective Bargaining Agreement. Selbst komplizierte NBA-Regelungen wie das Second Apron werden stärker berücksichtigt.
Für jemanden, der wirklich eine Franchise über viele Jahre führen möchte, ist das fantastisch. Ich beschäftige mich mit Verträgen, Kaderplanung, Drafts, Trades und langfristigen Entscheidungen, ohne ständig daran erinnert zu werden, irgendeine virtuelle Währung zu kaufen.
Genau deshalb wirkt MyNBA manchmal fast wie ein anderes Spiel. Hier bekomme ich die Tiefe eines hervorragenden Sportmanagement-Modus, während einige andere Bereiche permanent versuchen, mich in irgendeine Progressionsökonomie hineinzuziehen.
Hundert Jahre Basketball sind vollkommen verrückt
Mit MyNBA Legacy gibt es außerdem einen komplett neuen Modus. Hier kombiniert Visual Concepts Franchise-Management mit einer stärker spielerorientierten Karriere. Man übernimmt einen festgelegten Legendenspieler, spielt mit ihm und kontrolliert gleichzeitig langfristig die Franchise.
Besonders absurd ist allerdings die mögliche Dauer: MyNBA, MyGM und MyNBA Legacy können inzwischen bis zu 100 Jahre simulieren. In Legacy können über Generationen sogar Nachfahren entstehen, die bestimmte Profile und Eigenschaften weitertragen.
Braucht irgendjemand wirklich eine Basketballkarriere über ein komplettes Jahrhundert? Vermutlich nicht.
Finde ich es trotzdem fantastisch, dass es möglich ist? Absolut.
Gerade solche Systeme erzeugen Geschichten, die kein Entwickler vorher vollständig planen kann. Nach mehreren Jahrzehnten besteht meine Liga irgendwann aus Spielern, die es niemals gegeben hat, während irgendwelche längst vergangenen Entscheidungen immer noch Auswirkungen auf meine Franchise besitzen.
Für mich steckt darin deutlich mehr Langzeitmotivation als in einer weiteren Season voller kosmetischer Belohnungen.

Auch die WNBA wird nicht einfach vergessen
Positiv finde ich ebenfalls, dass Visual Concepts die WNBA nicht nur als kleine Nebenoption behandelt. MyWNBA und The W wurden überarbeitet und verfügen unter anderem über ein Build-as-you-go-Fortschrittssystem, neue Team- und Mitspieler-Badges sowie erweiterte Möglichkeiten bei der Franchise-Verwaltung.
Das passt auch zur neuen geschlechtergemischten City. Frauen und Männer existieren nicht mehr in völlig getrennten Teilen des Spiels, sondern das gesamte Basketballpaket wächst stärker zusammen.
Gerade bei Caitlin Clark und der gestiegenen Aufmerksamkeit rund um die WNBA ist das ein logischer Schritt. Noch wichtiger ist aber, dass diese Inhalte nicht wie eine halbherzige Zugabe wirken.
Die Präsentation bleibt beeindruckend
Optisch gehört NBA 2K27 wieder zu den eindrucksvollsten Sportspielen überhaupt. Arenen, Spielermodelle, Trikots, Beleuchtung und Kameraführung erreichen inzwischen ein Niveau, bei dem eine Partie aus etwas Entfernung durchaus wie eine echte Fernsehübertragung wirken kann.
Besonders die bekannten Stars sehen teilweise hervorragend aus. Haut, Schweiß, Gesichtsanimationen und Bewegungen wurden erneut verbessert.
Auf dem PC gibt es zusätzlich eine Besonderheit: NBA 2K27 ist eines der ersten veröffentlichten Spiele mit Nvidias DLSS 5 und dessen neuralen Rendering-Funktionen. Das kann insbesondere Gesichter noch realistischer erscheinen lassen. Allerdings ist der Performance-Aufwand enorm; Tests berichten von drastischen Framerate-Einbrüchen selbst auf sehr leistungsfähigen Grafikkarten.
Für mich ist das deshalb momentan eher ein beeindruckender technischer Ausblick als eine Funktion, die jeder unbedingt aktivieren sollte.

Die PC-Version bleibt ein kleines Sorgenkind
Auf dem PC hinterlässt das Gesamtpaket allerdings keinen vollkommen sauberen Eindruck. Das Spiel verwendet Easy Anti-Cheat auf Kernel-Ebene und verlangt zusätzlich ein 2K-Konto. Die aktuellen Steam-Bewertungen liegen bei lediglich rund 53 Prozent positiv.
Nicht jede negative Rezension betrifft natürlich technische Probleme. Ein erheblicher Teil der Kritik richtet sich gegen Mikrotransaktionen und Progression. Trotzdem bleibt auffällig, dass die PC-Community wesentlich kritischer auf die Reihe reagiert als manche klassischen Testberichte.
Das sollte man ernst nehmen. Wer NBA 2K27 auf dem PC spielt, bekommt grundsätzlich dieselbe umfangreiche Basketballsimulation, aber eben auch sämtliche Live-Service-Strukturen und zusätzlichen technischen Komponenten.
Die City bleibt gleichzeitig beeindruckend und völlig überladen
The City ist inzwischen fast ein eigenes Spiel innerhalb des Spiels. Es gibt Plätze, Geschäfte, unterschiedliche Wettbewerbe, Online-Partien, saisonale Inhalte und zahlreiche Aktivitäten. Erstmals ist sie außerdem vollständig Co-Ed ausgelegt.
Auf der einen Seite finde ich beeindruckend, wie viel dort los ist. Wenn ich mit Freunden spiele oder meinen MyPLAYER online präsentieren möchte, besitzt die City durchaus ihren Reiz.
Auf der anderen Seite empfinde ich sie regelmäßig als überladen. Ich möchte manchmal einfach Basketball spielen und nicht durch eine digitale Shopping- und Lifestyle-Welt laufen, um anschließend endlich auf einem Court anzukommen.
Das ist inzwischen ein grundlegendes Problem der Reihe: NBA 2K möchte Basketballsimulation, Rollenspiel, Social Hub, Online-Plattform, Sammelkartenspiel und Live-Service gleichzeitig sein. Manchmal wäre etwas weniger tatsächlich mehr.

Für klassischen Basketball brauche ich den ganzen Ballast zum Glück nicht
Das Gute ist allerdings, dass man einen Großteil davon ignorieren kann. Wenn ich einfach mit einer NBA-Mannschaft spielen, eine Saison starten oder eine langfristige Franchise aufbauen möchte, bekomme ich eine hervorragende Basketballsimulation.
Und genau dort zeigt sich, wie stark NBA 2K27 eigentlich ist.
Das Spiel versteht Basketball. Spieler laufen unterschiedliche Systeme, Screens fühlen sich sinnvoll an, Verteidiger rotieren, Stars besitzen ihre individuellen Stärken und Teams unterscheiden sich spürbar voneinander.
Ich kann ein langsames Half-Court-Spiel aufziehen oder versuchen, permanent über Transition zu punkten. Ich kann den Ball in den Post bringen, Pick-and-Roll spielen oder den Gegner mit Dreiern bestrafen. Dieses taktische Fundament ist enorm stark.
Jedes Jahr neu bleibt trotzdem eine schwierige Rechnung
Ein weiteres Problem ist natürlich der jährliche Veröffentlichungsrhythmus. Wer NBA 2K26 besitzt, muss sich zwangsläufig fragen, ob die Verbesserungen einen erneuten Vollpreiskauf rechtfertigen.
Spielerisch finde ich den Sprung diesmal durchaus spürbar. Defensive, Animationen und Bewegungen sind besser. MyCAREER Eras ist eine echte Neuerung und MyNBA wurde sinnvoll erweitert.
Trotzdem bleibt das Grundspiel natürlich NBA 2K. Niemand wird 2K27 starten und glauben, plötzlich eine vollständig neue Sportspielgeneration vor sich zu haben.
Für jemanden, der alle zwei oder drei Jahre ein neues NBA-Spiel kauft, ist das Paket hervorragend. Für jemanden, der bereits hunderte Stunden in 2K26 gesteckt hat, sieht die Rechnung zwangsläufig etwas anders aus.
Fazit – Fantastischer Basketball in einem Geschäftsmodell, das ich immer weniger mag
NBA 2K27 ist wahrscheinlich eine der besten Basketballsimulationen, die ich bisher gespielt habe. Auf dem Court funktioniert unglaublich viel richtig. Bewegungen sehen natürlicher aus, die Defensive besitzt wieder mehr Gewicht, Spieler fühlen sich individueller an und ProPLAY sorgt inzwischen tatsächlich für einen sichtbaren Unterschied.
Auch beim Umfang kann man Visual Concepts kaum etwas vorwerfen. MyCAREER bietet mit Fire & Concrete eine umfangreiche neue Geschichte, MyCAREER Eras ist eine hervorragende Ergänzung, erstmals gibt es Koop und weibliche MyPLAYER, MyTEAM wurde erweitert und MyNBA ist mit seinen verbesserten Franchise-Systemen sowie einem möglichen 100-Jahre-Universum beinahe schon absurd umfangreich.
Eigentlich müsste ich deshalb problemlos weit über 90 Prozent gehen. Aber dann ist da diese andere Seite.
VC hängt weiterhin viel zu eng mit dem Fortschritt meines MyPLAYER zusammen. MyTEAM bleibt ein Sammelkartenspiel mit monetarisierter Struktur. Zusätzlich gibt es kostenpflichtige Pässe und mehrere teure Editionen. Besonders bei einem Vollpreisspiel empfinde ich es zunehmend als störend, wie konsequent die Reihe versucht, ihre Spieler auch nach dem Kauf weiter zu monetarisieren.
Das ist deshalb ein ziemlich merkwürdiges Spiel zum Bewerten. Wenn ich ausschließlich das Basketballspiel auf dem Court betrachte, ist NBA 2K27 herausragend. Wenn ich das komplette Produkt bewerte, muss ich aber auch berücksichtigen, wie viele Systeme um dieses hervorragende Basketballspiel herum gebaut wurden, um Zeit oder zusätzliches Geld aus mir herauszuholen.
Wer hauptsächlich MyNBA, klassische Partien oder lokale Spiele nutzt, bekommt wahrscheinlich eines der besten Sportspiele des Jahres. Wer dagegen MyCAREER oder MyTEAM ernsthaft online spielen möchte, wird deutlich häufiger mit der Progressionsökonomie konfrontiert.
Trotzdem habe ich lieber dieses Problem als ein Basketballspiel, das bereits auf dem Court versagt. Visual Concepts versteht Basketball weiterhin besser als praktisch jedes andere Studio. Jetzt würde ich mir nur wünschen, dass 2K irgendwann genauso viel Vertrauen in dieses hervorragende Spiel hätte wie in den Verkauf von VC.



