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Terminator: Dark Fate – Defiance: Evolution

Terminator: Dark Fate – Defiance: Evolution
(Slitherine Ltd.)

September 2026

Evolution ist die nächste große Story-Erweiterung für Terminator: Dark Fate – Defiance, das düstere Echtzeit-Strategiespiel, das in der düsteren Zukunft von Dark Fate spielt.
Entwickler: Slitherine Ltd.
Genre: Echtzeitstrategie
87%
Spielspaß
81%
Wiederspielbarkeit
83%
Langzeitmotivation
82%
Grafik
85%
Umsetzung
Terminator: Dark Fate – Defiance: Evolution macht für mich vieles richtig, weil die Erweiterung nicht versucht, zwanghaft aus einem funktionierenden Taktikspiel etwas völlig anderes zu machen.


84%

Die Maschinen entwickeln sich weiter

Terminator: Dark Fate – Defiance gehört für mich zu diesen Strategiespielen, bei denen der Name zunächst fast etwas irreführend sein kann. Wer nur „Terminator“ liest, könnte ein relativ simples Actionspiel erwarten, in dem möglichst viele Maschinen explodieren. Tatsächlich steckt dahinter aber ein ziemlich anspruchsvolles Echtzeit-Taktikspiel, bei dem Verluste wehtun, Munition und Fahrzeuge wertvoll sind und ein schlechter Befehl durchaus eine ganze Mission ruinieren kann. Genau daran ändert auch Evolution nichts.

Die neue Erweiterung setzt vielmehr dort an, wo das Hauptspiel und insbesondere We Are Legion aufgehört haben. Alex Church und der Widerstand ziehen weiter nach Norden und gelangen schließlich in die gefrorenen Regionen Kanadas. Gleichzeitig entwickeln sich Legion und auch die Menschheit technologisch weiter. Die Maschinen bekommen gefährlichere Nahkampfeinheiten, während Menschen beginnen, sich selbst mit Technologie aufzurüsten. Damit ist der Name Evolution tatsächlich ziemlich passend gewählt: Es geht nicht einfach nur um neue Panzer und neue Karten, sondern um die Frage, wie weit Menschen gehen müssen, um gegen eine Maschine bestehen zu können, die sich ständig weiterentwickelt.

Church ist zurück

Besonders wichtig ist, dass Evolution keine lose Sammlung zusätzlicher Missionen ist. Die Handlung führt die Geschichte von Alex Church, Silas und Legion-Einheit 1462 fort. Gerade wer We Are Legion gespielt hat, wird einige Entwicklungen wiedererkennen, denn die neue Kampagne setzt Ereignisse aus dieser Erweiterung ausdrücklich fort. Auch mehrere Sprecher kehren für ihre Figuren zurück. Slitherine nennt unter anderem Matt Yulish als Alex Church, Joe Corrigal als Silas und Bentley Kalu als Sergeant Mason.

Das gefällt mir deutlich besser als DLCs, die einfach irgendeinen völlig unabhängigen Nebenschauplatz aufmachen. Die Welt von Defiance entwickelt sich hier tatsächlich weiter. Allerdings bedeutet das gleichzeitig, dass Neueinsteiger nicht unbedingt mit Evolution anfangen sollten. Wer weder die ursprüngliche Kampagne noch We Are Legion kennt, wird zwar verstehen, dass Menschen gegen Legion kämpfen, aber viele Beziehungen und Entwicklungen besitzen dann natürlich wesentlich weniger Gewicht.

Gerade deshalb sehe ich Evolution eher als nächstes Kapitel für bestehende Spieler als als Erweiterung, mit der man zufällig in die Reihe hineinspringt.

Endlich wieder richtige Terminator-Panik

Die vermutlich wichtigste Neuerung sind die Rev 6.5, die von den Entwicklern auch als „Rippers“ bezeichnet werden. Und dieser Name passt ziemlich gut. Diese Maschinen sind nicht darauf ausgelegt, gemütlich aus der Entfernung auf meine Stellung zu feuern. Sie sprinten auf menschliche Einheiten zu, springen in den Nahkampf und zerlegen dort innerhalb kürzester Zeit ganze Trupps. Selbst Fahrzeuge sind nicht automatisch sicher, denn die Rippers können Fahrzeuge anspringen und versuchen, sich durch deren Panzerung zur Besatzung vorzuarbeiten.

Das ist tatsächlich eine interessante Erweiterung des bisherigen Kampfsystems. In Defiance waren gute Feuerlinien, Deckung, Reichweite und das richtige Positionieren schwerer Waffen ohnehin extrem wichtig. Jetzt kommt aber zusätzlich eine Bedrohung hinzu, die genau diese vermeintlich sicheren Positionen innerhalb weniger Sekunden aufbrechen kann.

Ein Ripper, der eine Verteidigungslinie erreicht, ist nicht einfach nur ein weiterer Gegner mit mehr Lebenspunkten. Er verändert meine Prioritäten. Plötzlich muss ich darüber nachdenken, welche Waffen ihn schnell genug stoppen können, wie weit meine Infanterie auseinandersteht und ob meine schwere Unterstützung rechtzeitig reagieren kann. Genau solche Einheiten wünsche ich mir in Erweiterungen: keine bloßen Varianten mit zehn Prozent mehr Schaden, sondern Gegner, die tatsächlich andere Entscheidungen verlangen.

Nahkampf wird plötzlich richtig wichtig

Damit verbunden wurde auch das Nahkampfsystem erweitert. Das klingt bei einem Spiel voller Sturmgewehre, Plasmakanonen und Kampfpanzer zunächst fast nebensächlich, gehört aber zu den zentralen Ideen von Evolution. Die neue Bedrohung durch schnelle Terminatoren macht unmittelbare Gefechte deutlich wichtiger, gleichzeitig bekommt auch der Widerstand Möglichkeiten, sich darauf einzustellen.

Menschen können nun augmentiert werden. Verbesserte Muskelfasern, Reflexverstärkung und neuronale Technik sollen normale Soldaten zumindest teilweise in die Lage versetzen, mit Legions fortschrittlichen Maschinen mitzuhalten. Slitherine zieht hier bewusst die Verbindung zu Grace aus Terminator: Dark Fate, die im Film ebenfalls als technologisch augmentierter Mensch gegen Terminatoren kämpfen konnte.

Ich finde diesen Ansatz ausgesprochen passend. Statt einfach nur irgendeine neue Eliteinfanterie einzuführen, greift das Spiel eine Technologie aus dem Film auf und macht daraus eine spielmechanische Weiterentwicklung.

Augmentierte Soldaten verändern mehr als Zahlenwerte

Besonders interessant ist, dass die Augmentierung nicht einfach sämtliche Einheiten in dieselbe Supersoldatenklasse verwandelt. Laut Slitherine behalten Trupps ihre ursprünglichen Fähigkeiten und Spezialisierungen. Ein augmentierter Scharfschütze bleibt also beispielsweise ein Scharfschütze, bekommt aber zusätzlich bessere Nahkampffähigkeiten, höhere Geschwindigkeit und stärkere Panzerung.

Damit ergeben sich einige schöne Möglichkeiten. Ein Trupp, den ich früher unbedingt aus direkter Gefahr heraushalten musste, kann plötzlich wesentlich robuster agieren. Gleichzeitig dürfte die Entscheidung, welche Einheiten ich aufwerte und wie ich meine Kräfte zusammensetze, einen weiteren strategischen Faktor darstellen.

Thematisch gefällt mir das fast noch besser. Der Krieg gegen Legion verändert die Menschen zunehmend. Die Grenze zwischen Mensch und Maschine wird unschärfer, und genau daraus zieht die Geschichte einen Teil ihres Konflikts. Wenn man Maschinen nur noch besiegen kann, indem man selbst immer mehr Maschine wird, ist irgendwann die Frage berechtigt, was eigentlich noch verteidigt wird.

Für ein Terminator-Spiel ist das eine sehr passende Richtung.

Kanada ist endlich einmal etwas anderes als Wüste und Ruinen

Auch optisch bringt Evolution dringend benötigte Abwechslung. Statt erneut durch trockene Wüstenlandschaften und zerstörte amerikanische Städte zu ziehen, führt die Kampagne in den verschneiten Norden Kanadas. Gefrorene Wälder, Minenanlagen und Legions Forschungseinrichtungen bestimmen diesmal das Bild.

Allein dadurch fühlen sich die Missionen frischer an. Schnee passt außerdem hervorragend zu Terminator. Dunkle Maschinen, rote Augen und Plasmafeuer wirken in einer weißen Landschaft automatisch noch bedrohlicher. Wenn plötzlich mehrere Rippers durch einen Schneesturm auf meine Stellung zustürmen, besitzt das eine ganz andere Atmosphäre als ein weiterer Kampf zwischen braunen Ruinen.

Natürlich verändert Schnee nicht plötzlich die komplette Technik des Spiels. Wer das Grundspiel grafisch inzwischen etwas angestaubt findet, bekommt hier keine neue Engine. Modelle, Animationen und Benutzeroberfläche bleiben grundsätzlich das bekannte Defiance. Der neue Schauplatz holt aber sichtbar mehr aus dieser Grundlage heraus.

Integrators sind wieder mehr als nur Hintergrundgeschichte

Eine weitere interessante Entwicklung betrifft die Integrators. Silas und seine Leute spielen erneut eine wichtige Rolle, und diesmal kommandiert man während der Kampagne sowohl Kräfte des Widerstands als auch Integrator-Einheiten.

Gerade diese Gruppierung gehört für mich zu den interessantesten Bestandteilen der Spielwelt. Während Legion die vollständige maschinelle Zukunft repräsentiert und der klassische Widerstand versucht, die Menschheit zu retten, bewegen sich die Integrators irgendwo dazwischen. Sie sehen Technologie nicht ausschließlich als Bedrohung, sondern als nächsten Entwicklungsschritt.

Evolution nutzt diesen Konflikt nun wesentlich stärker. Church, Silas und 1462 besitzen unterschiedliche Vorstellungen davon, wie die Zukunft aussehen sollte. Damit geht es nicht nur darum, welche Armee die nächste Schlacht gewinnt, sondern welche Vorstellung von Menschlichkeit diesen Krieg am Ende überlebt.

Das ist für mich deutlich spannender als eine weitere einfache „Menschen gut, Maschinen böse“-Geschichte.

Neue Fahrzeuge sorgen ebenfalls für taktische Abwechslung

Natürlich wäre es kein ordentliches Strategie-DLC, wenn es ausschließlich neue Infanterie gäbe. Evolution ergänzt mehrere Fahrzeuge und Unterstützungseinheiten. Dazu gehören beispielsweise der kanadische Leopard C2 MEXAS, der LAV-AT als spezialisierte Panzerabwehreinheit, ein Integrator-Plasma-Multibarrel-Mörser und Legions kleiner Mini-Rover zur Aufklärung.

Gerade der Leopard passt hervorragend zum kanadischen Schauplatz. Interessant ist außerdem eine besondere Variante mit Flammenwerfer und Plasma-M20, die laut Entwickler nur in sehr begrenzter Stückzahl verfügbar sein soll. Das erinnert ein wenig an die seltenen Spezialwaffen des Hauptspiels: mächtig, aber viel zu wertvoll, um damit leichtfertig umzugehen.

Diese Knappheit gehört ohnehin zu den Dingen, die ich an Defiance mag. Ein Panzer ist nicht einfach irgendeine Einheit, die ich fünf Minuten später neu produziere. Wenn ich ein wertvolles Fahrzeug verliere, kann mir das noch mehrere Missionen später fehlen. Genau dadurch besitzen neue Einheiten mehr Bedeutung als in einem klassischen Basisbau-RTS.

Acht Missionen – aber immerhin keine acht Varianten derselben Schlacht

Die aktuelle Steam-Seite nennt acht neue Kampagnenmissionen. Interessanterweise gibt es ältere beziehungsweise parallele offizielle Texte, die teilweise von neun Missionen sprechen; die derzeitige Steam-Produktseite führt jedoch acht auf. Diese reichen von Sabotageeinsätzen über Verteidigungsschlachten bis hin zu größeren Angriffen auf Legions Anlagen.

Für eine Erweiterung ist das grundsätzlich ein ordentlicher Umfang. Mir ist ohnehin wichtiger, dass diese Missionen unterschiedliche Situationen erzeugen, als dass irgendeine möglichst hohe Zahl auf der Produktseite steht.

Gerade Defiance funktioniert am besten, wenn eine Mission langsam eskaliert. Erst erkunde ich vorsichtig die Umgebung, dann verteidige ich plötzlich eine Stellung und irgendwann versuche ich verzweifelt, beschädigte Fahrzeuge aus einem Gebiet herauszubringen, während Legion aus mehreren Richtungen angreift. Wenn Evolution diese Struktur konsequent nutzt und gleichzeitig die neuen Rippers sinnvoll einsetzt, besitzen acht gut gebaute Missionen mehr Wert als fünfzehn austauschbare Gefechte.

Die bekannte Härte verschwindet natürlich nicht

Wer das Hauptspiel schwierig oder manchmal sogar frustrierend fand, sollte allerdings nicht erwarten, dass Evolution plötzlich gemütliche Feierabendstrategie wird. Defiance lebt von Mikromanagement, Positionierung, Munitionsversorgung, Fahrzeugzuständen und der Tatsache, dass Verluste dauerhaft Konsequenzen besitzen.

Diese Mischung kann fantastisch sein, erzeugt aber ebenfalls Situationen, in denen man nach einem Fehler lieber neu lädt, statt mit dem Ergebnis weiterzuspielen. Gerade bei langen Missionen kann das anstrengend werden.

Mit den Rippers kommt jetzt zusätzlich eine Einheit hinzu, die Fehler bei der Positionierung noch aggressiver bestraft. Wer seine Verteidigung nicht vorbereitet, kann innerhalb weniger Sekunden mehrere wertvolle Trupps verlieren.

Ich persönlich finde diese Härte passend zum Terminator-Szenario. Legion soll bedrohlich sein. Ein Terminator sollte nicht wie irgendein Standardsoldat wirken, den man mit ein paar Gewehrsalven nebenbei erledigt. Trotzdem bleibt Defiance damit ein Spiel, das Geduld verlangt und sicherlich nicht jeden Strategiespieler abholt.

Das Terminator-Gefühl entsteht nicht durch Arnold Schwarzenegger

Eine Stärke dieser Reihe ist für mich ohnehin, dass sie nicht permanent versucht, die bekannten Filme nachzuspielen. Natürlich stammen Legion, Augmentierungen und andere Elemente aus Dark Fate, aber die Figuren und Konflikte entwickeln sich inzwischen ziemlich eigenständig.

Das ist wichtig, weil ein Strategiespiel völlig anders funktioniert als ein Film. Ich brauche keine Szene, in der jemand alle zehn Minuten „I’ll be back“ sagt. Ich möchte das Gefühl haben, dass Maschinen tatsächlich gefährlicher, effizienter und technologisch überlegen sind.

Evolution versteht das ziemlich gut. Wenn eine neue Terminator-Generation plötzlich in meine Feuerlinie sprintet und mehrere Soldaten innerhalb weniger Sekunden zerlegt, vermittelt das für mich mehr Terminator-Gefühl als irgendein erzwungener Filmverweis.

Auch die Rückkehr der ursprünglichen Sprecher hilft dabei, die laufende Geschichte konsistent zu halten. Slitherine hat dafür gezielt frühere Darsteller erneut verpflichtet, statt Figuren einfach neu zu besetzen.

Die Erweiterung bleibt allerdings sehr stark Kampagnenfutter

Hier liegt für mich gleichzeitig einer der deutlichsten Kritikpunkte. Der Schwerpunkt von Evolution liegt klar auf der neuen Storykampagne. Wer hauptsächlich Uprising, Skirmish oder Multiplayer spielt und erwartet, dass sämtliche neuen Mechaniken und Einheiten automatisch das gesamte Spiel verändern, sollte seine Erwartungen entsprechend reduzieren.

Gerade bei neuen Einheiten wie den Rippers oder den augmentierten Soldaten wäre es natürlich interessant, damit außerhalb der Kampagne noch wesentlich stärker experimentieren zu können. Eine Erweiterung besitzt für mich immer mehr Langzeitwert, wenn ihre neuen Systeme anschließend möglichst breit in anderen Modi zur Verfügung stehen.

Als Story-DLC funktioniert Evolution sehr gut. Als große Erweiterung sämtlicher Spielbereiche ist es wesentlich konservativer.

Evolution erfindet Defiance nicht neu – und das muss es auch nicht

Das ist letztlich wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis. Wer mit dem Hauptspiel nichts anfangen konnte, wird durch Evolution nicht plötzlich bekehrt. Wir bekommen weiterhin anspruchsvolle Echtzeittaktik mit persistenten Truppen, viel Mikromanagement und Missionen, die Fehler teilweise ziemlich gnadenlos bestrafen.

Die Erweiterung verändert aber genau die Stellen, an denen neue Impulse sinnvoll sind. Rippers erhöhen den Druck im Nahkampf. Augmentierungen geben menschlichen Einheiten neue Möglichkeiten. Kanada sorgt für einen optischen Wechsel, und die Geschichte treibt den Konflikt zwischen Widerstand, Integrators und Legion weiter voran.

Das reicht für mich völlig aus. Ein DLC muss nicht jedes System umbauen, wenn der Kern bereits funktioniert.

Technisch bleibt die bekannte Grundlage

Grafisch ist Evolution weiterhin kein High-End-Strategiespiel. Besonders aus der Nähe fallen Modelle und manche Animationen deutlich ab. Dafür funktioniert die Zerstörung der Umgebung weiterhin gut, Explosionen besitzen ordentlich Wirkung und größere Gefechte können sehr spektakulär aussehen.

Die Schneelandschaften helfen enorm dabei, bekannte Assets etwas anders wirken zu lassen. Gerade nachts oder während dichter Schneefälle besitzt die Erweiterung stellenweise eine hervorragende Atmosphäre.

Technisch bleibt allerdings abzuwarten, wie sauber die Veröffentlichung tatsächlich läuft. Slitherine hat die Erweiterung vor Release in einer geschlossenen Beta mit Community-Spielern getestet und sprach Anfang September ausdrücklich davon, noch Fehler, Balancing und Feinschliff zu bearbeiten. Der Release wurde zuvor außerdem mehrfach verschoben, bevor schließlich der 22. September festgelegt wurde.

Dass man sich zusätzliche Zeit genommen hat, finde ich grundsätzlich besser, als einen offensichtlich unfertigen DLC pünktlich herauszudrücken.

Noch interessanter ist, dass Evolution nicht das Ende sein soll

Auch nach dieser Erweiterung ist offenbar noch nicht Schluss. Slitherine hat bereits bestätigt, dass ein weiterer Kampagnen-DLC produziert wird und für das kommende Jahr geplant ist. Zuvor soll außerdem ein Editor erscheinen, der Modding und das Erstellen beziehungsweise Bearbeiten eigener Inhalte deutlich erleichtern soll.

Das ist für die Langzeitmotivation des gesamten Spiels eine ziemlich interessante Aussicht. Gerade ein Missionseditor könnte für Defiance enorm viel bewirken. Die Mechaniken sind schließlich vorhanden, und eine aktive Community könnte daraus Szenarien entwickeln, die weit über die offiziellen Kampagnen hinausgehen.

Für Evolution selbst ändert das natürlich nichts an der Bewertung, zeigt aber, dass Slitherine dieses Terminator-Strategiespiel offensichtlich noch eine ganze Weile weiterentwickeln möchte.

Fazit – Genau die richtige Art von Evolution

Terminator: Dark Fate – Defiance: Evolution macht für mich vieles richtig, weil die Erweiterung nicht versucht, zwanghaft aus einem funktionierenden Taktikspiel etwas völlig anderes zu machen. Stattdessen wird der bestehende Kern sinnvoll erweitert.

Die Rev-6.5-Rippers sind dabei die wichtigste Neuerung. Schnelle Terminatoren, die meine Feuerlinien durchbrechen und Soldaten im Nahkampf auseinandernehmen können, verändern tatsächlich meine taktischen Überlegungen. Sie fühlen sich nicht einfach wie stärkere Standardgegner an, sondern wie eine neue Bedrohung, auf die ich reagieren muss.

Die menschlichen Augmentierungen sind die passende Antwort darauf und gleichzeitig erzählerisch interessant. Menschen müssen sich technologisch verändern, um weiterhin eine Chance zu haben. Zusammen mit den Integrators und ihren Vorstellungen von der Zukunft entwickelt Evolution damit eines der interessantesten Themen aus Dark Fate weiter: Wo endet der Mensch und wo beginnt die Maschine?

Auch der Wechsel nach Kanada tut dem Spiel gut. Schneebedeckte Wälder, Minen und Legions Forschungseinrichtungen erzeugen eine deutlich andere Stimmung als die bisherigen Wüstenlandschaften. Dazu kommen neue Fahrzeuge und Waffen, die meine taktischen Möglichkeiten sinnvoll erweitern.

Ganz ohne Kritik geht es trotzdem nicht. Die Erweiterung richtet sich eindeutig an Spieler, die Hauptspiel und idealerweise auch We Are Legion kennen. Der Fokus liegt stark auf der Storykampagne, wodurch die neuen Inhalte außerhalb davon weniger Gewicht besitzen. Und wer mit dem anspruchsvollen Mikromanagement und der gelegentlich gnadenlosen Schwierigkeit von Defiance bereits Probleme hatte, bekommt hier keine weichgespülte Version.

Für bestehende Fans ist Evolution aber genau das, was ich von einer guten Erweiterung erwarte: mehr Geschichte, neue taktische Situationen und Mechaniken, die das vorhandene Spiel tatsächlich bereichern. Es ist keine Revolution, sondern eine konsequente Weiterentwicklung – und bei einem DLC namens Evolution könnte das kaum passender sein.

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