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WE ARE FOOTBALL 2027

WE ARE FOOTBALL 2027 (Winning Streak Games GmbH)

September 2026

WE ARE FOOTBALL 2027 ist die ultimative Herausforderung für alle Manager Fans! Zugänglich, tiefgründig, taktisch anspruchsvoll und mit über 200 simulierten Ländern. Jetzt neu mit einem umfangreichen Kreativmodus, mit dem du das gesamte Spielerlebnis perfekt an deine Vorlieben anpassen kannst.
Entwickler: Winning Streak Games GmbH
Genre: Simulation
82%
Spielspaß
83%
Wiederspielbarkeit
82%
Langzeitmotivation
72%
Grafik
79%
Umsetzung
WE ARE FOOTBALL 2027 versteht sehr genau, welche Art Fußballmanager es sein möchte.


80%

Fußballmanager wie früher

Es gab einmal eine Zeit, in der ein Fußballmanager nicht automatisch bedeutete, dass ich erst zwanzig verschiedene Analysebildschirme öffnen musste, bevor ich entscheiden konnte, ob mein linker Außenverteidiger zwei Meter weiter vorne stehen sollte. Ich kaufte Spieler, baute mein Stadion aus, kümmerte mich um Sponsoren, stellte die Mannschaft auf und plötzlich waren drei Saisons vorbei. Genau dieses Gefühl versucht WE ARE FOOTBALL 2027 wieder einzufangen.

Das ist wenig überraschend, schließlich steckt hinter Winning Streak Games mit Gerald Köhler einer der Namen, die in Deutschland untrennbar mit Anstoss und den früheren Fußball Manager-Spielen verbunden sind. WE ARE FOOTBALL 2027 möchte deshalb gar nicht unbedingt mit der extremen Detailtiefe eines Football Manager konkurrieren. Stattdessen soll eine Saison flüssig laufen, Entscheidungen schnell getroffen werden und der Verein als Ganzes im Mittelpunkt stehen. GameStar beschreibt genau dieses Konzept als klassischen deutschen Fußballmanager, bei dem mehrere Saisons vergleichsweise schnell durchgespielt werden können.

Das funktioniert weiterhin erstaunlich gut. Nur ist 2027 inzwischen auch der Punkt erreicht, an dem Nostalgie allein nicht mehr sämtliche Schwächen kaschieren kann.

Eine Saison muss keine Lebensaufgabe sein

Die größte Stärke ist für mich das Tempo. Der Wochenablauf wurde gegenüber dem Vorgänger noch einmal beschleunigt, und genau dadurch entwickelt das Spiel diesen gefährlichen Effekt, bei dem ich eigentlich nur noch den nächsten Spieltag erledigen möchte und eine Stunde später bereits einige Wochen weiter bin.

Training kontrollieren, Aufstellung anpassen, vielleicht noch ein Transfergespräch führen und schon wartet die nächste Partie. Die Menüs arbeiten mich nicht permanent mit Informationen zu, die ich eigentlich gar nicht brauche. Gleichzeitig gibt es genug Systeme, dass ich mich nicht völlig unterfordert fühle.

Das unterscheidet WE ARE FOOTBALL 2027 fundamental vom Football Manager. Dort kann ich mich eine Ewigkeit mit Scoutingdaten, Rollen, Pressingauslösern oder einzelnen Vertragsklauseln beschäftigen. Hier geht es schneller und wesentlich spielerischer zu.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eines grundsätzlich besser als das andere wäre. Es sind schlicht zwei vollkommen unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ein Fußballmanager funktionieren sollte.

Über 200 Länder sind eine ziemlich beeindruckende Hausnummer

Der Datenumfang wurde massiv erweitert. Die Welt-Datenbank umfasst mehr als 200 Länder, wobei ich individuell bestimmen kann, wie viele Ligastufen eines Landes tatsächlich simuliert werden sollen. Dazu kommen internationale Wettbewerbe und Frauenfußball. Jedes Spiel innerhalb der simulierten Welt wird nach denselben Regeln berechnet und kann grundsätzlich auch in 3D betrachtet werden.

Gerade für Langzeitkarrieren ist das fantastisch.

Ich muss nicht immer in Deutschland, England oder Spanien beginnen. Ich kann irgendwo in einem deutlich kleineren Fußballland starten und versuchen, über Jahre einen Verein aufzubauen. Besonders spannend wird das natürlich, wenn ich ganz unten anfange.

Die neuen regionalen Pokalstrukturen unterstützen genau diesen Ansatz. Ein kleiner Verein kann beispielsweise zunächst auf lokaler Ebene antreten, sich über regionale Wettbewerbe qualifizieren und irgendwann tatsächlich auf der größeren nationalen Bühne landen.

Das erzeugt genau diese Geschichten, die für mich einen Fußballmanager langfristig interessant machen. Der Gewinn der Champions League mit einem Spitzenklub ist nett. Einen selbst aufgebauten Provinzverein über Jahre bis in den Profifußball zu führen, bleibt viel eher im Gedächtnis.

Der Kreativmodus ist die wirklich große Neuerung

Das wichtigste neue Feature ist für mich eindeutig der Kreativmodus. Hier darf ich die normale Fußballwelt bewusst verbiegen.

Regeln, Wahrscheinlichkeiten und andere Parameter lassen sich verändern, und ich kann sogar direkt in die Welt eingreifen. Möchte ich plötzlich einen anderen Verein übernehmen, kann ich im Kreativmodus mit einem Klick wechseln. Budgets und Rahmenbedingungen können angepasst werden und die Spielwelt lässt sich wesentlich stärker nach den eigenen Vorstellungen gestalten.

Das klingt zunächst fast nach einem offiziellen Cheat-Modus, ist aber wesentlich interessanter.

Fußballmanager leben schließlich davon, eigene Geschichten zu erzeugen. Warum also nicht eine komplett verrückte Fußballwelt erschaffen? Vielleicht möchte ich bestimmte Wettbewerbe verändern, absichtlich eine ungewöhnliche Ausgangslage schaffen oder einfach ausprobieren, was passiert, wenn ein kleiner Verein plötzlich vollkommen andere Möglichkeiten besitzt.

Gerade zusammen mit den umfangreichen Editoren bekommt WE ARE FOOTBALL 2027 dadurch einen beinahe sandboxartigen Charakter.

Der Editor bleibt eine der wichtigsten Waffen des Spiels

Winning Streak Games besitzt nicht die großen offiziellen Lizenzen, die man aus anderen Fußballspielen kennt. Namen, Wappen und Wettbewerbe entsprechen deshalb ab Werk nicht überall ihren realen Vorbildern.

Normalerweise wäre das bei einem Fußballmanager ein erheblicher Nachteil.

Hier rettet der Editor allerdings enorm viel. Ligasysteme, Pokale, Vereine, Stadien, Spieler, Manager, Mitarbeiter, Schiedsrichter, Sponsoren, Derbys und sogar Fangesänge lassen sich bearbeiten. Zusätzlich gibt es Editoren innerhalb eines laufenden Spielstands.

Und natürlich existiert eine entsprechend aktive Community, die sich um Datenpakete kümmert.

Das entschuldigt die fehlenden Lizenzen nicht vollständig. Ich bevorzuge selbstverständlich ein Spiel, das direkt mit echten Vereinsnamen und Logos startet. Gleichzeitig ist WE ARE FOOTBALL genau die Art Manager, bei der eine engagierte Community diesen Nachteil relativ effektiv ausgleichen kann.

Für langfristige Spieler ist der Editor ohnehin fast wichtiger als irgendeine einzelne Lizenz. Wenn ich meine Fußballwelt jahrelang verändern und erweitern kann, bleibt das Spiel wesentlich länger interessant.

Transfers fühlen sich endlich etwas lebendiger an

Auch der Transfermarkt wurde sinnvoll verbessert. Verhandlungen können nun über mehrere Termine laufen. Während dieser Zeit können andere Vereine einsteigen und eigene Angebote abgeben. Dadurch verschwindet ein Stück weit dieses alte Gefühl, dass ein Transfer ausschließlich zwischen mir und einem statischen Menü stattfindet.

Spieler berücksichtigen zusätzliche Faktoren und KI-Vereine beteiligen sich aktiver am Markt. Auch regionale Beziehungen spielen inzwischen eine stärkere Rolle, besonders bei schwächeren Spielern. Die Entwickler haben dafür unter anderem Verbindungen zwischen Nachbarländern berücksichtigt, um bestimmte Wechsel plausibler zu gestalten.

Das ist keine Transfermarkt-Revolution, macht den Bereich aber glaubwürdiger.

Besonders schön ist, dass Verhandlungen trotzdem nicht plötzlich zu einer halbstündigen Simulation werden. Das Spiel bleibt seinem schnellen Ansatz treu. Ich kann mich intensiver damit beschäftigen, wenn ich möchte, werde aber nicht dazu gezwungen.

Taktik ist besser nachvollziehbar

Auch die taktische Seite wurde erweitert. Aufstellungsanalysen zeigen Stärken und Schwächen besser an, taktische Vorgaben werden auf dem Feld visualisiert und bei Spielszenen lassen sich die relevanten Spielerattribute nachvollziehen. Dazu kommen zusätzliche Einstellungen wie Positionsdisziplin und verschiedene Laufwege.

Das hilft.

Gerade beim Vorgänger hatte ich teilweise das Problem, nicht genau nachvollziehen zu können, warum bestimmte taktische Veränderungen tatsächlich funktionierten oder eben nicht. WE ARE FOOTBALL 2027 versucht, die Auswirkungen transparenter zu machen.

Trotzdem bleibt das für mich einer der Bereiche, in denen der Abstand zum Football Manager besonders deutlich wird. Wer taktische Systeme wirklich bis ins kleinste Detail zerlegen möchte, wird hier relativ schnell an Grenzen stoßen.

Das ist teilweise Absicht. Winning Streak möchte schließlich den zugänglicheren Manager bauen. Trotzdem darf Zugänglichkeit nicht bedeuten, dass manche Zusammenhänge zu wenig nachvollziehbar bleiben.

Die 3D-Spiele sind besser – aber noch lange keine Fernsehübertragung

Die Matchdarstellung wurde gegenüber WE ARE FOOTBALL 2024 ebenfalls verbessert. Spielszenen sollen abwechslungsreicher sein und Spielerattribute stärker berücksichtigen. Ich kann zwischen kurzen oder längeren 3D-Szenen sowie einer schnellen Berechnung wählen. Während bestimmter Spielsituationen stehen zudem direkte Anweisungen zur Verfügung.

Das ist ein Schritt nach vorne.

Trotzdem sollte niemand aufgrund des Begriffs „3D-Spiel“ eine Darstellung auf dem Niveau moderner Fußballspiele erwarten. Animationen, Stadien, Spieler und Kameras wirken weiterhin relativ einfach. Manche Szenen sehen ordentlich aus, andere erinnern mich ziemlich deutlich daran, dass hier kein gigantisches Entwicklerteam arbeitet.

Das größere Problem ist für mich aber weniger die reine Grafik als die Glaubwürdigkeit. Ein Fußballmanager muss mir vermitteln, dass das Geschehen auf dem Platz eine Konsequenz meiner Entscheidungen ist.

Genau dort ist die Darstellung besser geworden, aber immer noch nicht perfekt. Manchmal erkenne ich meine taktische Idee deutlich. In anderen Szenen wirkt das Geschehen eher wie eine Animation, die mir nachträglich erklärt, was die Simulation bereits berechnet hat.

Trotzdem schaue ich erstaunlich gerne zu

Interessanterweise macht mir das irgendwann weniger aus, als ich zunächst gedacht hätte.

Das liegt daran, dass eine komplette Partie angenehm schnell betrachtet werden kann. GameStar nennt für ein Spiel knapp vier Minuten in der entsprechenden Darstellung. Das ist genau lang genug, um etwas vom Match mitzubekommen, ohne dass eine komplette Saison dadurch ewig dauert.

Wenn ein wichtiges Pokalspiel ansteht, möchte ich zuschauen. Wenn ich gegen den Tabellenletzten spiele und gerade eigentlich nur möglichst schnell durch die Saison kommen möchte, beschleunige oder simuliere ich.

Diese Freiheit passt perfekt zum Gesamtkonzept.

Ein Fußballverein besteht zum Glück nicht nur aus elf Spielern

Hier zeigt WE ARE FOOTBALL 2027 wieder seine klassischen Stärken. Ich bin eben nicht ausschließlich Trainer.

Stadionausbau, Mitarbeiter, Sponsoren, Finanzen, Fans, Infrastruktur und zahlreiche weitere Vereinsbereiche gehören weiterhin dazu. Genau das erinnert stark an die alten deutschen Fußballmanager, bei denen es genauso interessant sein konnte, die nächste Tribüne zu bauen wie einen neuen Mittelstürmer zu verpflichten.

Spieler besitzen außerdem Persönlichkeiten, Beziehungen und Rollen innerhalb des Teams. Ich kümmere mich um Hierarchien und kann die charakterliche Entwicklung beeinflussen.

Das mag nicht überall extrem komplex simuliert sein, sorgt aber dafür, dass mein Verein lebendiger wirkt. Ich verwalte keine Tabelle voller Fußballwerte, sondern bekomme zumindest die Illusion einer Mannschaft aus unterschiedlichen Menschen.

Genau hier besitzt das Spiel einen Charme, den technisch deutlich aufwendigere Konkurrenten nicht automatisch besser hinbekommen.

Der Zuschauermodus ist eine kleine, aber schöne Idee

Interessant finde ich außerdem die Möglichkeit, eine Fußballwelt laufen zu lassen, ohne selbst aktiv einen Verein zu führen.

Ich kann beobachten, wie sich Mannschaften und Wettbewerbe entwickeln und welche Geschichten die Simulation eigenständig erzeugt. Gerade mit angepassten Datenbanken oder einer selbst veränderten Fußballwelt im Kreativmodus kann das erstaunlich interessant sein.

Natürlich dürfte niemand das Spiel ausschließlich deswegen kaufen. Als Ergänzung passt es aber perfekt zu dieser Idee eines eigenen Fußballuniversums.

Manchmal möchte ich eben wissen, ob der kleine Verein, den ich vor zehn Jahren verlassen habe, inzwischen wieder abgestiegen ist oder ob mein ehemaliger Konkurrent endlich in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist.

Fußballmanager leben von solchen Geschichten.

Optisch kommt das Ganze langsam wirklich in die Jahre

Grafisch kann ich dagegen nicht sonderlich viel loben.

Die Menüs sind funktional und wurden teilweise aufgeräumt, aber optisch wirkt WE ARE FOOTBALL 2027 nicht wie ein großer Sprung gegenüber dem Vorgänger. Die 3D-Matches erfüllen ihren Zweck, sehen aber klar nach einem kleinen Budget aus.

Das ist bei einer Managementsimulation weniger schlimm als bei einem Actionspiel. Ich verbringe schließlich den größten Teil meiner Zeit in Tabellen, Menüs und Statistiken.

Trotzdem gehört Grafik zur Gesamtpräsentation. Gerade bei Spieltagsatmosphäre, Stadien und den eigentlichen Spielszenen wäre inzwischen deutlich mehr möglich.

Die größte Stärke der Darstellung ist deshalb nicht Schönheit, sondern Geschwindigkeit. Menüs reagieren schnell, Informationen sind größtenteils gut erreichbar und ein Spieltag hält mich nicht unnötig lange auf.

WE ARE FOOTBALL 2027 oder doch eher WE ARE FOOTBALL 2024.5?

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Frage für Besitzer des Vorgängers.

GameStar kritisiert ziemlich deutlich, dass die Unterschiede zu WE ARE FOOTBALL 2024 teilweise so gering ausfallen, dass eine solche Veröffentlichung früher vielleicht als Update-CD durchgegangen wäre. Diesen Eindruck kann ich durchaus nachvollziehen.

Der Kreativmodus ist neu. Transferverhandlungen sind besser. Der Datenumfang ist größer. Wochen laufen schneller, taktische Informationen wurden verbessert und Regionalpokale erweitern die Karrierewege.

Das sind alles sinnvolle Änderungen.

Trotzdem entsteht selten dieses Gefühl, einen vollkommen neuen Fußballmanager vor sich zu haben. Viele Bildschirme, Systeme und grundlegende Abläufe sind sehr vertraut.

Winning Streak begegnet diesem Problem immerhin mit einem ziemlich fairen Preis. Das Spiel startete für ungefähr 20 Euro und kostet damit deutlich weniger als viele große Sportproduktionen. Bei diesem Preis kann ich mit einer evolutionären Fortsetzung wesentlich besser leben.

Der erste Patch zeigt, dass noch gearbeitet wird

Kurz nach Release erschien bereits am 24. September das erste größere Update. Dieses ergänzte unter anderem zusätzliche Transferfilter, Verbesserungen bei laufenden Verhandlungen und verschiedene Komfortfunktionen, während gleichzeitig zahlreiche Fehler korrigiert wurden.

Das ist positiv, zeigt aber ebenfalls, dass beim Launch noch nicht alles vollständig rund war.

Bei einer komplexen Simulation überrascht mich das kaum. Trotzdem gibt es hier und da weiterhin kleine Probleme, Merkwürdigkeiten in der Darstellung und Bereiche, die noch Feinschliff vertragen.

Winning Streak hat bereits deutlich gemacht, dass weiter am Spiel gearbeitet wird. Für einen langfristig angelegten Fußballmanager ist das wichtig.

Die Community ist mehrheitlich zufrieden, aber keineswegs euphorisch

Interessant ist die Entwicklung der Steam-Bewertungen. Kurz nach Veröffentlichung lagen sie noch deutlich über 80 Prozent, mit steigender Anzahl an Rezensionen sank der Anteil auf ungefähr 77 bis 80 Prozent.

Das entspricht ziemlich genau meinem Eindruck.

WE ARE FOOTBALL 2027 ist kein schlechter Fußballmanager. Im Gegenteil: Für eine bestimmte Zielgruppe funktioniert er richtig gut. Wer die alten Anstoss– und Fußball Manager-Spiele mochte, schnell durch Saisons kommen möchte und sich stärker für den ganzen Verein als für mikroskopisch genaue taktische Analyse interessiert, bekommt hier sehr viel Unterhaltung.

Wer dagegen bereits WE ARE FOOTBALL 2024 besitzt und hauptsächlich fundamentale Neuerungen erwartet, wird vermutlich weniger begeistert sein.

Und wer vom Football Manager kommt und dieselbe taktische oder statistische Tiefe erwartet, sucht ohnehin das falsche Spiel.

Fazit – Nicht der tiefste Fußballmanager, aber vielleicht der angenehmste für den Feierabend

WE ARE FOOTBALL 2027 versteht sehr genau, welche Art Fußballmanager es sein möchte. Winning Streak Games versucht nicht, Sports Interactive auf dessen eigenem Spielfeld zu schlagen. Stattdessen bekommt man einen modernen Vertreter jener deutschen Managertradition, in der Stadionausbau, Sponsoren, Transfers, Mannschaftsführung und sportlicher Erfolg gemeinsam das Erlebnis ausmachen.

Die größte Stärke bleibt dabei der Spielfluss. Wochen vergehen schnell, eine Saison entwickelt sich angenehm zügig und trotzdem gibt es immer noch genug zu entscheiden. Besonders bei einer langfristigen Karriere entsteht dadurch dieser gefährliche Effekt, bei dem ich unbedingt noch wissen möchte, ob mein Verein in der nächsten Saison endlich aufsteigt.

Der neue Kreativmodus ist dabei die beste Neuerung. Zusammen mit den umfangreichen Editoren kann ich mir praktisch mein eigenes Fußballuniversum bauen und sogar Regeln verändern. Auch der enorme Umfang mit mehr als 200 Ländern, Regionalpokalen und flexibel konfigurierbaren Ligasystemen macht Langzeitkarrieren enorm interessant.

Transfers und taktische Informationen wurden ebenfalls sinnvoll verbessert. Das reicht allerdings nicht darüber hinwegzutäuschen, dass sich große Teile weiterhin sehr stark nach WE ARE FOOTBALL 2024 anfühlen. Wer dort bereits hunderte Stunden investiert hat, wird sich häufig fragen, ob manche Neuerungen nicht genauso gut Teil eines größeren Updates hätten sein können.

Auch die 3D-Darstellung bleibt eine Schwäche. Sie ist abwechslungsreicher und informativer geworden, sieht aber weiterhin ziemlich altmodisch aus und vermittelt meine taktischen Entscheidungen nicht immer so klar, wie ich es mir wünschen würde. Dasselbe gilt für einige Bereiche der Benutzeroberfläche und die begrenzte taktische Tiefe.

Dafür kostet das Ganze ungefähr 20 Euro. Und genau das verändert meine Bewertung erheblich. Für diesen Preis bekomme ich einen umfangreichen Fußballmanager mit enormer Datenbank, Karriere, Vereinsgründung, Frauenfußball, lokalen Mehrspielermöglichkeiten, Editoren und einer Simulation, mit der problemlos viele Saisons verbracht werden können.

WE ARE FOOTBALL 2027 ist deshalb keine Revolution und wahrscheinlich auch nicht der Fußballmanager, der die gesamte Konkurrenz vom Platz fegt. Aber er besitzt etwas, das im Genre erstaunlich wertvoll ist: Er kommt schnell auf den Punkt.

Ich muss nicht erst eine halbe Stunde lang Expected-Goals-Diagramme interpretieren, um den nächsten Spieltag zu erreichen. Ich stelle meine Mannschaft auf, kümmere mich um den Verein und spiele weiter. Eine Woche später wartet die nächste Entscheidung, ein paar Monate später der nächste Transfer und irgendwann ist plötzlich wieder eine Saison vorbei.

Für mich ist das manchmal genau die Art Fußballmanager, auf die ich Lust habe.

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