Vererbte Geschichte

Vererbte Geschichte: Wie psychische Erfahrungen an nachfolgende Generationen weitergegeben werden ist ein Buch aus dem Carl-Auer Verlag und erschien am 26. Februar 2024. 

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Vererbte Geschichte

Ereignisse, die sich über Generationen fortsetzen; Jahrestage, die auf unerklärliche Weise zusammenfallen; Krankheiten, die zutage fördern, was Vorfahren erlebt haben: Familiengeschichte kann voller Wiederholungen stecken. Erinnerungen, die eigentlich nicht unsere eigenen sind, erscheinen manchmal so präsent, dass sich das Wort Schicksal aufdrängt. Wie ist das möglich? Barbara Couvert findet den Ursprung von geerbter Familiengeschichte in der Intensität der Emotionen, die ein Vorfahre angesichts eines traumatisierenden Ereignisses durchlebte. Diese Emotionen prägen sich in das Gedächtnis des Betroffenen ein, werden gespeichert und anschließend auf unsichtbare, jedoch sehr effiziente Weise weitergegeben. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zu Epigenetik, Traumafolgen und Spiegelneuronen beschreiben physiologische Prozesse, die verstehen lassen, inwieweit uns die Geschichte einer Vorfahr:in betreffen und prägen kann. Diese Erkenntnisse zeigen auch, dass sich dieses Erbe verändern lässt, und sie liefern Hinweise, wie das geschehen kann. Couvert illustriert ihre Thesen an eindrücklichen Beispielen, unter anderem von Vincent und Théo Van Gogh, Arthur Rimbaud und Sigmund Freud wie auch von Patient:innen, Straftäter:innen und Überlebenden eines Völkermords.

Beim Lesen von Barbara Couverts „Vererbte Geschichte: Wie psychische Erfahrungen an nachfolgende Generationen weitergegeben werden“ wurde mir klar, wie tief die Vergangenheit in uns verwurzelt ist. Dieses Buch öffnet einem die Augen dafür, dass die Lasten, die wir tragen, nicht immer allein unsere eigenen sind. Die Verknüpfung von Psychogenealogie mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen hat mir eine neue Perspektive auf das Konzept des familiären Erbes gegeben. Es ist faszinierend und ein wenig beängstigend zugleich, zu verstehen, wie Emotionen und Traumata unserer Vorfahren durch unsichtbare, aber wirkungsvolle Mechanismen an uns weitergegeben werden können. Die Beispiele, die Couvert wählt, um ihre Thesen zu illustrieren, sind beeindruckend und tragen dazu bei, die Theorien greifbar zu machen. Die Geschichten von bekannten Persönlichkeiten wie Vincent und Théo Van Gogh oder Sigmund Freud, aber auch von Menschen, die man nicht kennt, zeigen, wie vielfältig die Manifestationen vererbter Geschichten sein können. Diese Beispiele dienen als kraftvolle Erinnerung daran, dass die Vergangenheit lebendig ist und in uns allen nachklingt.

Besonders beeindruckend finde ich die Verbindung zwischen geisteswissenschaftlichen Ansätzen und den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaft. Das Buch macht deutlich, dass die Prägungen, die wir von unseren Vorfahren erben, nicht in Stein gemeißelt sind. Vielmehr gibt es Wege und Methoden, wie wir diese Erbschaften erkennen und gegebenenfalls verändern können. Das vermittelt Hoffnung und ist aus meiner Sicht ein zentraler Aspekt des Buches. Barbara Couvert hat mit „Vererbte Geschichte“ ein Werk geschaffen, das sowohl informativ als auch tiefgreifend ist. Es ist nicht nur ein Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion über das Verhältnis von Geisteswissenschaft und Neurowissenschaft, sondern auch eine Quelle der Inspiration. Es lädt dazu ein, sich mit der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen und zu erkunden, welche Spuren die Vergangenheit in uns hinterlassen hat.

Insgesamt ist „Vererbte Geschichte“ ein Buch, das ich wärmstens empfehlen kann. Es ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der komplexen Beziehungen zwischen Vergangenheit, Familie und dem individuellen Selbst. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und bietet gleichzeitig praktische Ansätze, um mit den Schatten unserer familiären Vergangenheit umzugehen. Ein Muss für jeden, der sich für die tiefgreifenden Verbindungen zwischen Psyche, Familie und Geschichte interessiert.

Vererbte Geschichte

8.3

Aufmachung

8.4/10

Umfang

8.4/10

Schreibstil

8.5/10

Thema

8.4/10

Aufbau

8.3/10

Lesbarkeit

8.3/10

Illustrationen Cover

8.1/10

Umsetzung

8.3/10

Hat mir besonders gefallen

  • Kombiniert Psychogenealogie mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen, bietet eine innovative Perspektive auf das familiäre Erbe.
  • Enthält eindrucksvolle Beispiele historischer Persönlichkeiten und aktueller Fälle, die die Theorien greifbar machen.
  • Verdeutlicht, dass die Lasten der Vergangenheit erkennbar und veränderbar sind, was Hoffnung und Lösungsansätze bietet.
  • Bietet ein tiefes Verständnis dafür, wie familiäre Prägungen unser Leben beeinflussen können.
  • Regt zur Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte an und bietet praktische Ansätze für den Umgang mit familiären Lasten.
Mediennerd
Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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