Totholz: Was vergraben ist, ist nicht vergessen ist ein Buch aus dem Knaur Verlag und erschien am 3. Juni 2024.

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Totholz: Was vergraben ist, ist nicht vergessen
Leo Kreuthner ist außer sich: Da wagt es doch so ein dahergelaufener Lump, ihm bei der Schwarzbrennerei Konkurrenz zu machen! Das muss selbstredend sofort unterbunden werden – wenn nötig auch mithilfe einer alten Kanone aus dem 18. Jahrhundert … Währenddessen führt eine nicht ganz freiwillige Zeugenaussage Kommissar Wallner und die Kripo Miesbach zu einer im Wald vergrabenen Leiche, die so stark verbrannt ist, dass sie nicht identifiziert werden kann. Kurz darauf ist auch noch die Zeugin wie vom Erdboden verschluckt, doch eine erste Spur weist auf drei abgelegene Anwesen. Die Gespräche mit den eigenbrötlerischen Bewohnern gestalten sich skurril bis schwierig, und Wallner ahnt bald, dass alle drei Familien dunkle Geheimnisse hüten. Aber wer hat etwas mit der Leiche im Wald zu tun?
„Totholz: Was vergraben ist, ist nicht vergessen“ ist der elfte Band der beliebten Krimi-Reihe von Andreas Föhr um die ungleichen Ermittler Clemens Wallner und Leonhardt Kreuthner. Auch in diesem Fall gelingt es dem Autor, seine Leser mit einer Mischung aus Spannung, Humor und regionalem Flair zu fesseln. Die Handlung beginnt mit einer Leiche, die im Wald vergraben und so stark verbrannt ist, dass eine Identifizierung unmöglich scheint. Eine Zeugenaussage, die nicht ganz freiwillig zustande kommt, bringt Kommissar Wallner und die Kripo Miesbach auf die Spur des Toten. Doch bevor sie mehr herausfinden können, verschwindet die Zeugin spurlos. Die ersten Spuren führen zu drei abgelegenen Anwesen, deren Bewohner sich als äußerst eigenbrötlerisch und schwer zugänglich erweisen. Wallner ahnt bald, dass alle drei Familien dunkle Geheimnisse hüten. Doch wer hat etwas mit der Leiche im Wald zu tun?
Parallel dazu hat Leonhardt Kreuthner seine eigenen Probleme. Ein Konkurrent macht ihm im Schwarzbrennerei-Geschäft das Leben schwer. Kreuthner, der für seine unkonventionellen Methoden bekannt ist, schreckt nicht davor zurück, eine antike Kanone aus dem 18. Jahrhundert zu benutzen, um seinen Rivalen in die Schranken zu weisen. Diese Mischung aus Anarchie und Bauernschläue macht ihn zwar sympathisch, führt aber auch zu überzogenen und teils unrealistischen Szenen, die manchmal etwas zu viel des Guten sind. Der Krimi lebt von der Dynamik zwischen Wallner und Kreuthner. Wallner, der gewissenhafte und methodische Ermittler, und Kreuthner, der impulsive und kreative Kopf, ergänzen sich perfekt. Ihre Dialoge und Interaktionen sind geprägt von einem trockenen Humor, der die oft düsteren Themen der Kriminalfälle auflockert. Besonders gelungen ist auch die Darstellung von Wallners 93-jährigem Großvater Manfred, der mit seinen skurrilen Ideen und seinem liebevollen Wesen für viele unterhaltsame Momente sorgt.
Die Geschichte entfaltet sich in einer beeindruckenden Kulisse: dem Tegernseer Tal im bayerischen Voralpenland. Föhr beschreibt die Landschaft mit viel Liebe zum Detail, und man spürt seine Verbundenheit zur Region. Die idyllische Umgebung steht im Kontrast zu den düsteren Geheimnissen, die unter der Oberfläche lauern, und verstärkt die Spannung zusätzlich. „Totholz“ ist nicht nur ein Krimi, sondern auch eine humorvolle und manchmal absurde Reise durch die bayerische Provinz. Andreas Föhr versteht es meisterhaft, seine Figuren zum Leben zu erwecken und sie in immer neue, überraschende Situationen zu bringen. Dabei bleibt er stets glaubwürdig und zeigt ein feines Gespür für die menschlichen Abgründe, die hinter der Fassade der Normalität lauern.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Föhr gelingt es, komplexe Handlungsstränge geschickt zu verweben und dabei die Spannung stets hochzuhalten. Auch die juristische Kompetenz des Autors, der selbst gelernter Jurist ist, fließt in die Geschichte ein und verleiht den Ermittlungen eine zusätzliche Tiefe. „Totholz: Was vergraben ist, ist nicht vergessen“ ist ein weiteres Highlight in der Reihe um Wallner und Kreuthner. Wer die vorherigen Bände mochte, wird auch diesen Krimi lieben. Die Mischung aus Spannung, Humor und regionalem Charme macht das Buch zu einem echten Lesevergnügen. Besonders empfehlenswert ist es für Leser, die Krimis mit einem besonderen Lokalkolorit und einem Schuss schwarzen Humors schätzen.
Insgesamt bietet „Totholz“ eine gelungene Mischung aus Spannung und Humor, unvergesslichen Charakteren und einer beeindruckenden Kulisse. Andreas Föhr hat erneut bewiesen, dass er zu den besten deutschsprachigen Krimiautoren gehört. Ein Muss für alle Fans von Regio-Krimis und alle, die auf der Suche nach guter Unterhaltung sind.
Totholz: Was vergraben ist, ist nicht vergessen
Hat mir besonders gefallen
- Die Geschichte um die im Wald vergrabene Leiche und die verschwundene Zeugin hält die Spannung durchgehend hoch.
- Der trockene Humor und die skurrilen Charaktere, insbesondere Leonhardt Kreuthner und Wallners Großvater Manfred, sorgen für viele unterhaltsame Momente.
- Die detaillierten Beschreibungen des Tegernseer Tals und die Einbindung der bayerischen Kultur verleihen dem Krimi einen besonderen Charme.
- Die Dynamik zwischen Wallner und Kreuthner und die Darstellung der eigenbrötlerischen Bewohner der abgelegenen Anwesen sind glaubwürdig und lebendig.
- Andreas Föhr schreibt flüssig und angenehm, verwebt komplexe Handlungsstränge geschickt und hält die Spannung bis zum Schluss hoch.

