Mord bei Kerzenschein ist der erste Roman einer fesselnden neuen Krimireihe von der Bestsellerautorin Faith Martin aus dem HarperCollins Verlag und erschien am 21. Mai 2024.

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Mord bei Kerzenschein
Oxfordshire, 1924: Arbuthnot »Arbie« Swift, selbst ernannter Geisterjäger und sich der Inexistenz des Übernatürlichen bestens bewusst, wird zum Einsatz gerufen. Angeblich treiben sich Geister auf dem Anwesen seiner Nachbarin herum. Doch während Arbie vorgibt, den Spuk zu untersuchen, geschieht das Ungeheuerliche: Die Hausherrin wird tot aufgefunden. Aber wie – und von wem – wurde sie getötet, wenn alle Fenster und Türen ihres Zimmers von innen verschlossen waren? Sollte es tatsächlich Geister geben? Schon bald findet Arbie sich zwischen geheimen Liebesaffären und tragischen Verlusten wieder, die Wahrheit und Fiktion vor seinen Augen immer mehr verschwimmen lassen …
Als ich „Mord bei Kerzenschein“ von Faith Martin in die Hand nahm, erwartete ich einen typischen Cosy Crime, der in einem charmanten englischen Dorf spielt, und genau das habe ich bekommen – allerdings mit einigen unerwarteten Wendungen, die mich positiv überrascht haben. Die Geschichte spielt im Jahr 1924 in Oxfordshire und dreht sich um Arbuthnot „Arbie“ Swift, einen selbsternannten Geisterjäger. Arbie ist kein typischer Held; er stammt aus einer wohlhabenden Familie und hat wenig Ambitionen, die über das Genießen seines privilegierten Lebens hinausgehen. Sein Geisterjägerdasein verdankt er eher einem übermütigen Witz und einem gutem Portwein als echter Leidenschaft für das Übernatürliche. Trotzdem ist er der Autor des Bestsellers „Die Geisterjagd – ein Leitfaden für den Gentleman“, was ihm eine gewisse Berühmtheit einbrachte, die er nun ausnutzt, als ihn seine Nachbarin Amy Phelps um Hilfe bittet. Sie glaubt, dass der Geist ihres Urgroßvaters in ihrem Anwesen umgeht.
Der Auftakt der Geschichte ist humorvoll und leicht, was typisch für den Cosy-Crime-Stil ist. Doch als Amy Phelps tot in ihrem verschlossenen Zimmer aufgefunden wird, nimmt die Handlung eine ernstere Wendung. Arbie und seine Jugendfreundin Valentina „Val“ Coulton-James, die Tochter des örtlichen Vikars, beginnen, die Umstände des Todes zu untersuchen. Die beiden Hauptfiguren ergänzen sich hervorragend: Arbie, der die Dinge gerne auf die leichte Schulter nimmt, und Val, die vor Ehrgeiz und Neugier sprüht. Ihre Dynamik und die Dialoge zwischen ihnen verleihen der Geschichte zusätzliche Lebendigkeit. Faith Martin, eine britische Autorin, die unter verschiedenen Pseudonymen zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht hat, hat hier mit „Mord bei Kerzenschein“ den Auftakt zu einer neuen Krimireihe geschaffen, die sich um das Ermittlerduo Arbie und Val dreht. Bekannt ist Martin vor allem durch ihre DI-Hillary-Greene-Reihe, doch dieser neue Ausflug in die 1920er Jahre zeigt eine ganz andere Facette ihres Talents. Sie schafft es, die Atmosphäre dieser Zeit einzufangen und gleichzeitig eine Geschichte zu erzählen, die sowohl fesselnd als auch unterhaltsam ist.
Was „Mord bei Kerzenschein“ besonders auszeichnet, ist die Mischung aus typischem Krimi und mysteriöser Geistergeschichte. Die Frage, ob tatsächlich übernatürliche Kräfte am Werk sind oder ob es eine logischere Erklärung gibt, zieht sich durch das ganze Buch und hält die Spannung hoch. Dabei führt Faith Martin den Leser immer wieder in die Irre, nur um am Ende mit einer überraschenden Auflösung zu kommen. Besonders gelungen finde ich die Art und Weise, wie Martin das Setting und die Charaktere entwickelt hat. Die Beschreibung des alten Herrenhauses, in dem es angeblich spukt, und die kleinen Details über das Leben in einem englischen Dorf der 1920er Jahre machen das Buch lebendig. Zudem zeigt sich Martin einmal mehr als Meisterin der Andeutung; sie lässt ihre Figuren nicht alles aussprechen, sondern gibt dem Leser Raum, selbst Schlüsse zu ziehen, was die Geschichte umso spannender macht.
Der Fall selbst ist klassisch: Ein Mord in einem verschlossenen Raum, bei dem es zunächst keine offensichtlichen Hinweise gibt. Doch wie immer bei guten Krimis geht es weniger um das „Wer hat es getan?“, sondern um das „Wie und warum?“. Hier gelingt es Martin, die Handlung geschickt zu verweben und erst nach und nach die Puzzleteile zusammenzufügen. Für Liebhaber des Cosy-Crime-Genres und Fans von historischen Kriminalromanen ist „Mord bei Kerzenschein“ eine klare Empfehlung. Es bietet alles, was man sich von einem solchen Buch erwartet: Spannung, ein charmantes Setting, interessante Figuren und eine Prise Humor. Und auch wenn das Buch vielleicht keine tiefgreifenden philosophischen Fragen aufwirft, so unterhält es doch auf höchstem Niveau und lässt einen am Ende zufrieden zurück – genau das, was man sich von einem guten Krimi wünscht. Ich freue mich bereits auf die Fortsetzung und bin gespannt, welche Abenteuer Arbie und Val noch erleben werden. Faith Martin hat mit diesem Buch gezeigt, dass sie das Zeug dazu hat, auch in dieser neuen Reihe zu begeistern. Wer also Lust auf einen spannenden Krimi mit einem Hauch von Übernatürlichem hat, sollte „Mord bei Kerzenschein“ unbedingt lesen.
Mord bei Kerzenschein
Hat mir besonders gefallen
- Die Kombination aus einem klassischen Kriminalfall und mysteriösen, übernatürlichen Elementen sorgt für durchgehende Spannung.
- Faith Martin fängt die Atmosphäre eines englischen Dorfes in den 1920er Jahren lebendig ein, was das Buch besonders authentisch macht.
- Die Hauptfiguren Arbie und Val überzeugen durch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und die Dynamik zwischen ihnen.
- Die Geschichte hält den Leser durch unvorhersehbare Wendungen und eine geschickt aufgebaute Spannungskurve in Atem.
- Trotz der düsteren Thematik sorgt der humorvolle Ton des Buches für unterhaltsame Lesemomente.

