„Männer trinken keine Fanta“: Eisenfüße, Laufwunder und andere Originale der Fußball-Bundesliga

„Männer trinken keine Fanta“: Eisenfüße, Laufwunder und andere Originale der Fußball-Bundesliga ist en Buch aus dem Arete Verlag vom 2. November 2020.

„Männer trinken keine Fanta“

„Wir sind Männer und trinken kein Fanta“, damit entschuldigte Wolf-Dieter Ahlenfelder 1975 sein Fauxpas, die erste Halbzeit des Bundesligaspiels Werder Bremen gegen Hannover 96 im leicht alkoholisierten Zustand bereits nach 32 Minuten abgepfiffen zu haben. Ahlenfelder gab damit den Zeitgeist wieder, nachdem der Fußball die letzte Spielwiese für harte, unverfälschte, authentische Männer ist – für Originale eben. Und Originale bereichern die Bundesliga seit ihrer Gründung zuhauf: Verrückte Torhüter, eisenharte Verteidiger und Manndecker, nimmermüde Laufwunder, nicht zu stoppende Sturmtanks und Brecher, aber auch Unglücksraben, Spaßvögel und unangepasste Querköpfe – nicht zu vergessen die lautsprechenden, knurrenden, beinharten Zuchtmeister auf der Trainerbank.

Hermann Schmidt und Miriam Bernhardt porträtieren über 80 dieser Originale in Kurzbiografien, Anekdoten und Zitaten und spiegeln damit zugleich ein Stück Bundesligageschichte wider – von A wie Ahlenfelder bis Z wie Zebec, von Helmut Rahn bis zu seinem Großneffen Kevin-Prince Boateng, von 1963 bis heute, vom umjubelten Weltmeister bis zum vorbestraften Star. Das stets mit dem Porträtierten sympathisierende und humorvoll geschriebene Buch wendet sich an Leserinnen und Leser, die den Fußball lieben und ein Herz für die Menschen haben, die die Bundesliga durch ihr Spiel und ihren Auftritt geprägt haben.

Ein klasse Buch für alle langjährigen Fußball-Fans. Ich habe mich an so viele Sachen zurückerinnert, total wertvoll wie ich finde, denn Fußball bedeutet Emotionen und sich diese für einen Augenblick wieder zurück zu holen ist ein tolles Geschenk. Das Geschenk hat mir das Buch häufiger gemacht mit seinen Storys über eben die echten Typen im Fußball. Etwa Klaus Thomforde, ehemaliger Torhüter von St. Pauli. Sein Spiel hat mich damals so begeistert, dass ich als Jugendlicher auch immer im Tor spielen wollte. Ich kann euch sehr empfehlen hier selbst reinzuschauen, es lohnt sich sehr.

Wer noch mehr über coole Typen des Fußballs erfahren möchte, dem kann ich das Buch Zobel: Ein Glückskind des Fußballs aus demselben Verlag ebenfalls empfehlen: Eigenwillig, erfolgreich und, wenn es darauf ankam, auch ehrgeizig: Rainer Zobel machte in seiner Laufbahn als Fußballer selten das, was andere von ihm erwarteten. Ein Unangepasster, der sich trotzdem einordnen konnte. Ein Laufwunder, das keine Feier ausließ und sich die Zigarette vor dem Spiel nicht verbieten ließ – die nach dem Spiel übrigens auch nicht. Und ein begnadeter Techniker, der seine Künste viel zu selten zeigen durfte: „Rainer, fürs Fußballspielen bin ich hier zuständig!“ Dieser Satz von Franz Beckenbauer stand am Anfang seiner sechs Jahre beim FC Bayern. Zobel machte das Beste daraus und gehörte zum Stammpersonal der mit Weltstars gespickten Truppe: Er stemmte mehrmals den Europapokal der Landesmeister in die Höhe, wurde Deutscher Meister und Pokalsieger.

"Männer trinken keine Fanta": Eisenfüße, Laufwunder und andere Originale der Fußball-Bundesliga

7.7

Aufmachung

7.1/10

Umfang

7.5/10

Schreibstil

7.8/10

Umsetzung

8.2/10

Hat mir besonders gefallen

  • Einfach coole Typen
  • Viele wertvolle Erinnerungen kommen zurück
  • Als Fußball noch Fußball war
Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.