Kein Platz für uns: Ein Bergsturz-Roman aus dem kwasi verlag erschien am 21. März 2024.

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Kein Platz für uns
1806: Der Goldauer Bergsturz zerstört vier Dörfer, 457 Menschen sterben, und viele Gewissheiten gehen verloren. Flora ist gerade erst duch Heirat von der Magd zur Hausherrin in Goldau aufgestiegen und wird durch den Bergsturz siebzehnjährig zur Witwe. Die gleichaltrige Elisabeth, ihre vormalige Herrin verliert durch den Bergsturz Familie, Haus und Vermögen. Nun nimmt Flora sie bei sich auf und es entflammt eine innige Leidenschaft, die unter den notleidenden Menschen heftige Ablehnung hervorruft. Ein sozialhistorischer Roman über Macht und Ohnmacht, Ordnung und Unterordnung, Liebe und Wut, Heimat und Entwurzelung.
„Kein Platz für uns“, veröffentlicht vom kwasi Verlag in der ersten Edition am 21. März 2024, entführt die Leserschaft in die tragischen Ereignisse des Goldauer Bergsturzes von 1806. In diesem beeindruckenden sozialhistorischen Roman fügen die Autoren Bruno Blume und Noëmi Sacher sowie die Illustratorin Dinah Wernli eine tiefgreifende menschliche Dimension zu einem lange vergessenen Kapitel der Schweizer Geschichte hinzu. Die Handlung zentriert sich um zwei junge Frauen, Flora und Elisabeth, deren Leben durch den katastrophalen Bergsturz, der vier Dörfer zerstörte und 457 Menschenleben forderte, unwiderruflich verändert wird. Flora, die durch eine Heirat von der Magd zur Hausherrin aufgestiegen war, findet sich plötzlich als Witwe wieder. Elisabeth, ehemals Floras Herrin, verliert alles – Familie, Haus und Vermögen. Die gegenseitige Abhängigkeit in ihrer Notlage führt zu einer unerwarteten und tiefen Verbindung zwischen den beiden, die schnell zu einer innigen Leidenschaft entflammt.
Was diesen Roman besonders macht, ist die Art und Weise, wie die Autoren die Beziehung zwischen Flora und Elisabeth gegen die Kulisse des allgemeinen menschlichen Leidens und der gesellschaftlichen Ablehnung darstellen. Ihre Liebe, die in einer Zeit extremer Not und unter schwierigen sozialen Bedingungen entsteht, wird zu einem zentralen Element der Erzählung. Sie veranschaulicht nicht nur den Kampf um persönliches Glück, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die größeren Themen von Macht und Ohnmacht, Ordnung und Unterordnung. Die Autoren, Bruno Blume und Noëmi Sacher, nutzen ihre fundierten Kenntnisse über die Schweizer Geschichte, um eine packende Erzählung zu weben, die sowohl historisch informiert als auch tief emotional ist. Bruno Blume, bekannt für seine vielschichtigen Charakterzeichnungen in über 30 veröffentlichten Werken, und Noëmi Sacher, deren literarisches Schaffen sich durch eine feine psychologische Beobachtungsgabe auszeichnet, ergänzen einander hervorragend in der Schaffung dieser komplexen Welt.
Ein weiteres herausragendes Merkmal des Buches sind die Illustrationen von Dinah Wernli. Ihre Bilder ergänzen die emotionale Tiefe des Textes und verleihen den dramatischen Ereignissen und der ruhigen Intimität der Charakterbeziehungen eine visuelle Dimension, die selten in Romanen zu finden ist. Wernlis Kunstwerk erweitert die narrative Erfahrung und hilft, die atmosphärische Dichte des Romans zu vertiefen. „Kein Platz für uns“ ist nicht nur ein historischer Roman, sondern auch ein Kommentar zur menschlichen Resilienz und zur Fähigkeit, in Zeiten größter Prüfungen Liebe und Hoffnung zu finden. Die Autoren stellen Fragen nach der Bedeutung von Heimat und Identität, die in der heutigen globalisierten Welt immer relevanter werden.
Insgesamt bietet „Kein Platz für uns“ eine eindringliche, gut recherchierte und emotional aufgeladene Lektüre. Es ist ein Buch, das man nicht leicht vergisst, voller lebendiger Charaktere und zeitloser Fragen, verpackt in eine fesselnde Geschichte über Verlust, Liebe und das menschliche Streben nach Bedeutung in einer oft chaotischen Welt. Ein Muss für alle, die tiefgründige, historisch fundierte und gleichzeitig innovative Literatur schätzen.
Kein Platz für uns
Hat mir besonders gefallen
- Der Roman verbindet fesselnde Charaktergeschichten mit realen historischen Ereignissen, insbesondere dem Goldauer Bergsturz von 1806, und bietet dadurch sowohl Bildung als auch Unterhaltung.
- Die Hauptfiguren Flora und Elisabeth werden detailliert und mit emotionaler Tiefe dargestellt. Ihre Entwicklung und die Dynamik ihrer Beziehung stehen im Zentrum des Romans.
- Der Roman behandelt eine Vielzahl von Themen wie Macht und Ohnmacht, Liebe und Wut sowie Heimat und Entwurzelung, was zu einer reichhaltigen Leseerfahrung führt.
- Dinah Wernlis Illustrationen verleihen dem Buch eine zusätzliche visuelle Ebene, die die emotionale und atmosphärische Dichte des Textes unterstreicht und die Erzählung bereichert.
- Durch die Auseinandersetzung mit universellen Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und menschlicher Resilienz spricht das Buch auch aktuelle gesellschaftliche Diskurse an.

