Jugendsünden. Die Liesl von der Post ist die neue Krimi-Reihe vom Autor von „Vorstadtweiber“ und „Biester“.: Ein Liesl-von-der-Post-Krimi aus dem Carl Ueberreuter Verlag.

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Jugendsünden. Die Liesl von der Post
In ihrem ersten gemeinsamen Fall stoßen Liesl und ihre Freundin Barbara auf das beneidenswert schöne Hinscheiden der Öder Chorleiterin Magdalena Schamberger. Das hat schon was, im Moment der höchsten Leidenschaft den Tod zu erleiden. Aber so ganz glaubt die Liesl nicht an die himmlische Liebesnacht. Und als dann prompt noch jemand beim Leichenschmaus der Dahingeschiedenen dahinstirbt, ist für Liesl alles klar. Ganz Öd ist ein einziger Sündenpfuhl, den es auszuheben gilt. Dabei kommt Vergangenes zutage, was die Gegenwart ganz schön zum Wackeln bringt.
„Jugendsünden. Die Liesl von der Post“ von Uli Brée, erschienen im Carl Ueberreuter Verlag, ist ein herrlich schräger und gleichzeitig tiefgründiger Kriminalroman, der die Leserschaft in das beschauliche, aber dennoch turbulent wirkende Dorf Öd entführt. Bereits nach wenigen Seiten war ich vollkommen in den Bann dieses ungewöhnlichen Settings gezogen, das Brée mit viel Liebe zum Detail und einem feinen Gespür für menschliche Schwächen und Absurditäten gestaltet hat. Der Protagonistin, Liesl, der resoluten Postbeamtin des Dorfes, begegnet man sofort mit Sympathie. Sie ist keine klassische Ermittlerin, sondern eine Frau aus dem Volk, die ihre ganz eigenen Methoden und eine herrlich unkonventionelle Sicht auf die Dinge hat. Uli Brée versteht es, die Eigenheiten seiner Figuren so lebendig und plastisch darzustellen, dass man glaubt, sie tatsächlich zu kennen. Besonders die Freundschaft zwischen Liesl und ihrer besten Freundin Barbara, die gemeinsam den mysteriösen Todesfall der Chorleiterin Magdalena Schamberger aufklären, wird mit viel Witz und Wärme erzählt.
Interessant ist die Herangehensweise von Brée an den Kriminalfall selbst. Statt blutiger Details oder düsterer Szenarien setzt der Autor auf feine, unterschwellige Spannungsmomente und überraschende Wendungen. Der Tod von Magdalena Schamberger, die im Moment höchster Leidenschaft stirbt, scheint zunächst fast absurd, doch schnell merkt man, dass hinter dieser Szene mehr steckt. Liesl und Barbara beginnen, die Geheimnisse des Dorfes und seiner Bewohner zu lüften, wobei sie selbst in manch pikante und unerwartete Situationen geraten. Uli Brée, der bereits durch seine Arbeit an der erfolgreichen Fernsehserie „Vorstadtweiber“ und anderen Projekten in Österreich bekannt ist, bringt auch in diesem Buch seinen unverwechselbaren Humor und seine Vorliebe für schrullige, liebenswerte Charaktere ein. Es ist dieser charmante, augenzwinkernde Stil, der „Jugendsünden“ so besonders macht. Brée verknüpft alltägliche Beobachtungen mit scharfsinnigen gesellschaftlichen Kommentaren und schafft so eine Erzählung, die gleichzeitig unterhält und nachdenklich macht.
Besonders hervorzuheben ist, wie Brée es schafft, die Atmosphäre des Dorfes Öd fast greifbar zu machen. Jeder Leser, der einmal in einem kleinen Dorf gelebt hat oder die typischen Dorfstrukturen kennt, wird sich sofort in die Szenerie hineinversetzen können. Die geschlossenen Gemeinschaften, die kleinen Geheimnisse, die jeder zu kennen scheint, aber niemand ausspricht – all das wird in „Jugendsünden“ treffend eingefangen. Der Spannungsbogen des Buches wird durch den kontinuierlichen Wechsel zwischen humorvollen Episoden und ernsthaften, fast melancholischen Momenten aufrechterhalten. Dies macht „Jugendsünden“ nicht nur zu einem Krimi, sondern auch zu einem tiefgründigen Roman über das Leben in einer scheinbar heilen Welt, in der jedoch jeder sein Päckchen zu tragen hat.
Abschließend kann ich sagen, dass „Jugendsünden. Die Liesl von der Post“ ein erfrischend anderes Leseerlebnis bietet. Uli Brée hat mit diesem Buch eine Krimikomödie geschaffen, die mit viel Herz, Humor und einem scharfen Blick für die Absurditäten des Lebens überzeugt. Für alle, die Krimis mit einer guten Portion Witz und unvergesslichen Charakteren mögen, ist dieses Buch ein absolutes Muss.
Jugendsünden. Die Liesl von der Post
Hat mir besonders gefallen
- Die Figuren, insbesondere die Protagonistin Liesl, werden sehr plastisch und sympathisch dargestellt.
- Der Autor Uli Brée überzeugt mit einem charmanten, augenzwinkernden Humor.
- Die Atmosphäre des Dorflebens wird authentisch und greifbar beschrieben.
- Trotz humorvoller Elemente bietet das Buch unerwartete Wendungen und subtilen Spannungsaufbau.
- Das Buch verbindet geschickt Unterhaltung mit gesellschaftlichen Kommentaren und Nachdenklichkeit.

