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Confidential Killings – ein Detektivspiel

Confidential Killings – ein Detektivspiel (Surefire.Games)

Januar 2026

Eine Reihe von Morden erschüttert Hollywood! Nutze deine Detektivfähigkeiten, um die Tatorte zu untersuchen, Hinweise zu finden und das Rätsel zu lösen. Wer zieht die Fäden hinter den Morden in Confidential Killings?
Entwickler: BRANE, Lorenzo Bon
Genre: Detektiv / Ermittlung
82%
Spielspaß
80%
Wiederspielbarkeit
81%
Langzeitmotivation
78%
Grafik
84%
Umsetzung
Confidential Killings ist kein Spiel, das dich unterhalten will. Es will dich fordern. Es will dich zum Nachdenken bringen.


81%

Wenn Denken gefährlicher ist als jede Waffe

Es gibt Detektivspiele, die dir sagen, was du denken sollst. Sie zeigen dir Hinweise, markieren Verdächtige und führen dich wie an einer unsichtbaren Leine durch ihre Geschichte. Confidential Killings geht einen anderen Weg. Dieses Spiel traut dir etwas zu. Es zwingt dich, selbst zu denken, selbst zu kombinieren und selbst Verantwortung für deine Schlüsse zu übernehmen.

Und genau das macht es so besonders – und manchmal auch so unbequem.

Ein Spiel, das dich ernst nimmt

Schon nach den ersten Minuten wird klar: Confidential Killings will kein Wohlfühlkrimi sein. Die Atmosphäre ist kühl, angespannt, fast schon klinisch. Hier gibt es keine überzeichneten Charaktere, keine lauten Effekte, keine dramatischen Musikspitzen, die dir sagen, wann etwas Wichtiges passiert.

Stattdessen herrscht Stille. Gespräche sind knapp, Blicke ausweichend, Informationen fragmentiert. Du spielst keinen genialen Superdetektiv, sondern einen Ermittler, der sich seinen Weg durch Akten, Aussagen und Widersprüche bahnen muss.

Das Spiel vertraut darauf, dass du aufmerksam bist. Dass du liest. Dass du dir Notizen machst – im Kopf oder ganz real. Und wenn du das nicht tust, lässt es dich scheitern.

Der Kern des Spiels: Schlussfolgern statt Abhaken

Das Gameplay von Confidential Killings basiert fast vollständig auf Deduktion. Es gibt keine klaren Questmarker, keine leuchtenden Objekte, die dir zuflüstern: „Hier klicken.“ Hinweise sind oft unscheinbar, in Nebensätzen versteckt, in Dokumenten, die man leicht überfliegen könnte.

Du sammelst Aussagen, überprüfst Alibis, vergleichst Zeitpunkte, Orte, Motive. Und irgendwann stehst du vor Entscheidungen. Wen verdächtigst du? Welche Theorie erscheint dir plausibel?

Das Spiel bewertet dich nicht sofort. Es lässt dich laufen. Manchmal sogar in die falsche Richtung. Erst später merkst du, dass ein Detail nicht gepasst hat – dass du etwas übersehen hast.

Dieser Moment, wenn sich plötzlich alles neu zusammensetzt, ist einer der stärksten im gesamten Spiel. Es fühlt sich nicht an wie ein Spielmoment, sondern wie echte Erkenntnis.

Eine Geschichte ohne Schwarz und Weiß

Die Fälle in Confidential Killings sind bewusst komplex gehalten. Es gibt keine klaren Guten und Bösen. Jeder Charakter hat etwas zu verbergen, jeder trägt seine eigene Geschichte mit sich herum.

Was mir besonders gefallen hat: Die Motive sind nachvollziehbar, manchmal sogar erschreckend menschlich. Neid, Angst, Druck, Schuld – nichts wirkt konstruiert.

Das Spiel spielt bewusst mit moralischen Grauzonen. Manchmal weißt du, wer schuldig ist, aber nicht, ob du diese Wahrheit wirklich ans Licht bringen solltest. Manche Entscheidungen fühlen sich richtig an – und sind trotzdem falsch.

Diese Ambivalenz macht das Spiel emotional schwerer, aber auch deutlich nachhaltiger. Ich habe noch lange nach bestimmten Fällen darüber nachgedacht, ob ich anders hätte handeln sollen.

Präsentation: Reduktion als Stilmittel

Grafisch ist Confidential Killings zurückhaltend, fast minimalistisch. Keine spektakulären Animationen, keine aufwendigen Effekte. Stattdessen klare Linien, nüchterne Räume, realistische Umgebungen.

Und genau das passt perfekt. Die Welt wirkt glaubwürdig, sachlich, beinahe dokumentarisch. Es ist, als würde man durch eine kalte Aktenmappe blättern, in der jeder Zettel Gewicht hat.

Die Kameraarbeit ist ruhig, die Schnitte unaufgeregt. Das Spiel zwingt dich, hinzusehen, statt dich zu überwältigen.

Der Sound spielt eine ähnliche Rolle. Musik ist selten, fast schon spärlich eingesetzt. Wenn sie auftaucht, dann leise, unterschwellig, spannungsgeladen. Gespräche sind nüchtern vertont, ohne große emotionale Ausbrüche. Das unterstreicht den realistischen Ton und lässt dich näher an die Figuren heranrücken.

Schwierigkeit durch Denken, nicht durch Regeln

Confidential Killings ist kein schweres Spiel im klassischen Sinne. Es gibt keine schnellen Reaktionen, keine komplexen Steuerungen. Aber es ist geistig fordernd.

Das Spiel verlangt Konzentration. Wer müde ist, wer nebenbei etwas anderes macht, wird Fehler machen. Und das Spiel verzeiht diese Fehler nicht sofort. Es merkt sich deine Entscheidungen, baut darauf auf, lässt Konsequenzen entstehen.

Das kann frustrierend sein, gerade für Spieler, die es gewohnt sind, alles „richtig“ machen zu können. Aber genau darin liegt die Stärke des Spiels. Es behandelt dich nicht wie einen Kunden, sondern wie einen Ermittler.

Wiederspielbarkeit durch neue Perspektiven

Auf den ersten Blick mag Confidential Killings wie ein einmaliges Erlebnis wirken. Doch gerade durch seine offenen Schlussfolgerungen gewinnt es an Wiederspielwert.

Andere Entscheidungen, andere Verdächtigungen, andere Prioritäten – all das kann den Verlauf verändern. Nicht immer dramatisch, aber spürbar.

Beim zweiten Durchgang merkt man, wie viele Details man beim ersten Mal übersehen hat. Wie anders Gespräche wirken, wenn man sie mit neuem Wissen hört.

Es ist kein Spiel, das man ständig neu startet. Aber eines, zu dem man zurückkehrt, wenn man Zeit und Ruhe hat.

Kritikpunkte: Nichts für Ungeduldige

So sehr ich Confidential Killings schätze, es ist definitiv kein Spiel für jeden.

Das Tempo ist langsam. Sehr langsam. Wer schnelle Fortschritte, klare Belohnungen oder spektakuläre Wendungen erwartet, wird enttäuscht sein.

Auch das Interface könnte an manchen Stellen klarer sein. Informationen sind bewusst verstreut, aber manchmal fast zu sehr. Ein besseres internes Notizsystem hätte dem Spiel gutgetan.

Zudem fehlt es gelegentlich an visueller Abwechslung. Viele Orte ähneln sich, was zwar realistisch ist, aber auf Dauer etwas monoton wirken kann.

Fazit: Ein Spiel für Menschen, die denken wollen

Confidential Killings ist kein Spiel, das dich unterhalten will. Es will dich fordern. Es will dich zum Nachdenken bringen. Es will, dass du zweifelst – an deinen Schlussfolgerungen, an deinen Entscheidungen, manchmal sogar an dir selbst.

Ich habe selten ein Detektivspiel erlebt, das so viel Respekt vor der Intelligenz der Spieler hat. Es nimmt keine Abkürzungen, es erklärt nichts doppelt, es zwingt dich, Verantwortung zu übernehmen.

Das ist unbequem. Aber es ist auch unglaublich befriedigend.

Mediennerd
Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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