Bruder Enno und die Hand des Störtebeker ist ein Roman aus dem Emons Verlag und erschien am 27. Juni 2024.

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Bruder Enno und die Hand des Störtebeker
Ein furioser Ritt durch die friesische Geschichte. Ihlow, 1398: Der junge Mönch Enno kehrt als Rechtsgelehrter in sein Mutterkloster zurück und wird bald mit einem grausamen Mord konfrontiert, der die Unabhängigkeit seiner Abtei bedroht. Um das Kloster zu retten, muss Enno es mit ränkeschmiedenden Kaufleuten und einer friesischen Fürstin aufnehmen, die für ihren unstillbaren Rachedurst gefürchtet ist. Doch es sind die dunklen Geheimnisse innerhalb der Klostermauern, die Enno in einen tödlichen Konflikt mit der Hanse bringen und ihn direkt in die Feste des Seewolfes führen: zu Klaus Störtebeker und seinen berüchtigten Piraten
Ich hatte kürzlich das Vergnügen, „Bruder Enno und die Hand des Störtebeker“ von Maike Salhofen zu lesen, und ich muss sagen, es war eine beeindruckende literarische Reise ins spätmittelalterliche Ostfriesland. Der historische Kriminalroman, veröffentlicht vom Emons Verlag, verwebt gekonnt fiktive Elemente mit fundiert recherchierten historischen Fakten und bietet sowohl Spannung als auch Einblicke in die damalige Zeit. Die Geschichte beginnt im Jahr 1398, als der junge Mönch Enno nach einem vierjährigen Studium in Paris in sein Heimatkloster in Ihlow zurückkehrt. Dort wird er sofort mit einem grausamen Mord konfrontiert, der die Unabhängigkeit der Abtei bedroht. Um das Kloster zu retten, muss Enno sich nicht nur mit ränkeschmiedenden Kaufleuten und einer rachsüchtigen friesischen Fürstin auseinandersetzen, sondern auch die dunklen Geheimnisse innerhalb der Klostermauern aufdecken. Diese führen ihn direkt zu Klaus Störtebeker und seinen berüchtigten Piraten.
Maike Salhofen, die Autorin, hat ihre Wurzeln in Ostfriesland, obwohl sie in Hannover geboren wurde und heute in der Nähe von Gießen lebt, wo sie an einem Gymnasium unterrichtet. Ihre tiefe Verbundenheit mit der Region und ihr Hintergrund als Historikerin verleihen dem Buch eine besondere Authentizität. Salhofen gelingt es meisterhaft, die Lebensweise und die sozialen Strukturen des späten 14. Jahrhunderts zu schildern, ohne dass die fiktive Handlung darunter leidet. Der Protagonist, Bruder Enno, ist eine faszinierende Figur. Als Zisterzienser-Mönch hadert er mit seinem Schicksal, da er nie vorhatte, ein Ordensbruder zu werden. Sein älterer Bruder sollte eigentlich die Geschäfte der Familie übernehmen, doch das Schicksal führte Enno ins Kloster. Nach seinem Studium in Paris kehrt er nach Aukerke (Aurich) zurück, um dort inmitten politischer Intrigen und familiärer Spannungen einen Mord aufzuklären. Die Beziehung zu seinem Onkel, Abt Ansgar, ist belastet, was die Dynamik im Kloster zusätzlich kompliziert.
Die Handlung ist spannend und voller unerwarteter Wendungen. Die Mordermittlung im Kloster wird durch die Einführung des Amtes des Investigators ermöglicht, welches Enno übernehmen soll, um die örtliche Gerichtsbarkeit aus den Klosterbelangen herauszuhalten. Dies führt ihn in eine gefährliche Welt aus politischen Machtspielen und alten Fehden, in der er sich gegen mächtige Gegner behaupten muss. Besonders beeindruckend ist die Darstellung von Klaus Störtebeker und seinen Piraten, die trotz ihres eher sporadischen Auftretens immer präsent und bedrohlich wirken. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Art und Weise, wie Salhofen historische Gegebenheiten und Bräuche in die Geschichte einbindet. Man erfährt viel über das Leben in einem mittelalterlichen Kloster, die politischen Verhältnisse in Ostfriesland und die Bedrohung durch die Vitalienbrüder, ohne dass dies jemals belehrend wirkt. Die historischen Figuren wie Foelke Kampana, auch bekannt als „Quade Foelke“, werden lebendig und vielschichtig dargestellt, was dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht.
„Bruder Enno und die Hand des Störtebeker“ ist ein gelungener historischer Kriminalroman, der nicht nur durch seine spannende Handlung, sondern auch durch seine historische Genauigkeit und die liebevolle Gestaltung der Charaktere überzeugt. Für Liebhaber historischer Romane und Krimis gleichermaßen ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Ich hoffe, dass Maike Salhofen Ennos Abenteuer in weiteren Bänden fortsetzt, denn diese Mischung aus Geschichte und Spannung hat mich voll und ganz begeistert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Maike Salhofen mit diesem Buch ein eindrucksvolles Debüt im Genre des historischen Kriminalromans gelungen ist. Es verbindet auf packende Weise die dramatischen Ereignisse des späten Mittelalters mit einer mitreißenden Krimihandlung und zeichnet ein lebendiges Bild der friesischen Geschichte.
Bruder Enno und die Hand des Störtebeker
Hat mir besonders gefallen
- Der Roman verwebt historische Fakten und fiktive Elemente gekonnt zu einer packenden Krimigeschichte, die sowohl spannend als auch informativ ist.
- Maike Salhofen nutzt ihr historisches Wissen, um ein lebendiges und genaues Bild des späten Mittelalters in Ostfriesland zu zeichnen.
- Bruder Enno ist eine vielschichtige und faszinierende Figur, deren persönlicher Konflikt und Entwicklung gut nachvollziehbar dargestellt werden.
- Neben dem Protagonisten bietet der Roman eine Reihe von gut ausgearbeiteten und interessanten Nebenfiguren, die die Geschichte bereichern.
- Der Roman vermittelt historische Gegebenheiten und Bräuche auf unterhaltsame Weise, ohne jemals belehrend zu wirken.

