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Two Point Museum: Attraktionen & Relikte

Two Point Museum: Attraktionen & Relikte (SEGA)

Oktober 2026

Aufgepasst! Wir suchen Freizeitpark-Experten, die im alten Gearbox-Freizeitpark auf Expeditionen gehen, um neue spannende Blaupausen und Attribute für diese brandneue Erweiterung zu entdecken. Verwandle den neuen Standort Riquetti Gardens in eine einzigartige Mischung aus Museum und Freizeitpark, wo Kultur und Nervenkitzel Hand in Hand gehen.
Entwickler: Two Point Studios
Genre: Simulation
88%
Spielspaß
82%
Wiederspielbarkeit
81%
Langzeitmotivation
87%
Grafik
84%
Umsetzung
Eahrscheinlich die ungewöhnlichste Erweiterung, die Two Point Studios bisher für das Spiel veröffentlicht hat.


84%

Wenn aus meinem Museum plötzlich ein Freizeitpark wird

Two Point Museum hat sich schon im Hauptspiel nie besonders streng daran gehalten, was ein Museum eigentlich sein darf. Dinosaurier, Geister, Aquarien und allerlei vollkommen absurde Exponate gehörten längst zum Alltag. Mit Attraktionen & Relikte geht Two Point Studios nun aber noch einen ziemlich großen Schritt weiter. Statt lediglich einige neue Exponate und Expeditionen hinzuzufügen, verwandelt sich ein Teil meines Museums praktisch in einen Freizeitpark.

Die Erweiterung erschien am 8. Oktober 2026 und bringt mit Riquetti Gardens einen neuen Museumsstandort, eine eigene Fünf-Sterne-Kampagne, eine zusätzliche Expeditionskarte, Freizeitpark-Experten und mehr als 17 neue Attraktionen beziehungsweise Exponate. Dazu kommen neue Dekorationen, Gegenstände für den Souvenirladen und zusätzliche Einrichtungen wie Ticketschalter oder ein Hubschrauberlandeplatz. Der interessanteste Bestandteil sind aber eindeutig die neuen Fahrgeschäfte und die Möglichkeit, eigene Mini-Achterbahnen zu bauen.

Riquetti Gardens ist riesig

Der neue Standort ist nicht einfach irgendein kleiner zusätzlicher Museumsbauplatz. Riquetti Gardens ist laut Entwickler sogar der bislang größte Museumsstandort im Spiel. Mit über 45.000 Quadratmetern und sechs Grundstücken gibt es reichlich Platz, um sich auszutoben.

Das ist auch notwendig, denn klassische Museumsräume spielen hier eine deutlich kleinere Rolle. Vieles passiert draußen. Statt Ausstellungsstücke nur in Glasvitrinen zu stellen, baue ich historische Fahrgeschäfte auf, lasse Besucher durch Attraktionen fahren und versuche gleichzeitig, weiterhin ein funktionierendes Museum zu betreiben.

Genau dieser Mix ist zunächst ziemlich ungewohnt. Schon nach kurzer Zeit sieht mein Gelände weniger nach Museum und mehr nach Freizeitpark aus. Das fühlt sich einerseits frisch an, andererseits kann ich verstehen, warum einige Spieler darin fast schon den Prototypen für ein mögliches zukünftiges Two Point Theme Park sehen.

Freizeitpark-Experten sind mehr als nur weiteres Personal

Mit den Freizeitpark-Experten kommt ein neuer Spezialistentyp ins Spiel. Diese Mitarbeiter schicke ich auf Expeditionen, um Blaupausen und weitere Bestandteile historischer Attraktionen zu finden. Damit wird das bekannte Expeditionssystem sinnvoll erweitert, statt lediglich dieselben Abläufe mit anderen Gegenständen zu wiederholen.

Das funktioniert gut, weil die neuen Attraktionen nicht einfach fertig im Baumenü auftauchen. Ich muss sie erst entdecken, erforschen beziehungsweise rekonstruieren und anschließend sinnvoll in mein Museum integrieren. Dadurch entsteht wieder dieses typische Two Point Museum-Gefühl, bei dem neue Inhalte Stück für Stück freigeschaltet werden.

Allerdings können Expeditionen ziemlich teuer werden. Gerade zu Beginn muss man aufpassen, nicht sämtliche Einnahmen in neue Entdeckungsreisen zu stecken, während der eigentliche Betrieb noch kaum Gewinn abwirft. Auch aktuelle Tests erwähnen, dass die Expeditionskosten den Haushalt überraschend schnell belasten können.

Achterbahnen selber bauen – ja, wirklich

Das eigentliche Highlight sind aber die eigenen Achterbahnen. Two Point Studios gibt mir Werkzeuge an die Hand, mit denen ich komplette Strecken selbst planen kann. Höhe, Neigung, Kurvenwinkel und Stützen lassen sich anpassen, wodurch deutlich mehr Freiheit entsteht als bei normalen vorgefertigten Attraktionen. Insgesamt gibt es fünf unterschiedliche Themenvarianten für diese Mini-Achterbahnen.

Das Bauen macht erstaunlich viel Spaß. Ich ziehe die Strecke über mein Gelände, lasse sie steigen, fallen und durch Kurven verlaufen und sehe direkt, wie sich Werte wie Nervenkitzel und Intensität verändern. Natürlich kann man dabei auch vollkommen übertreiben und eine Konstruktion erschaffen, bei der vermutlich selbst der härteste Besucher anschließend direkt zum Mülleimer laufen möchte.

Ganz so komfortabel wie in einem ausgewachsenen Freizeitparkspiel ist der Editor allerdings nicht. Manche Anpassungen können etwas fummelig sein, gerade wenn eine bestimmte Kurve oder Neigung exakt passen soll. Trotzdem ist es beeindruckend, wie gut dieses System innerhalb von Two Point Museum funktioniert.

Nervenkitzel und Erbrechen gehören zusammen

Die Attraktionen besitzen unterschiedliche Werte. Neben allgemeiner Attraktivität spielt beispielsweise eine Rolle, wie intensiv oder aufregend ein Fahrgeschäft ist. Manche Besucher wollen möglichst viel Nervenkitzel, andere bevorzugen gemütlichere Varianten. Genau wie in klassischen Freizeitparksimulationen muss ich deshalb überlegen, welche Fahrgeschäfte zu meinen Gästen passen.

Natürlich wäre es kein Two-Point-Spiel, wenn damit nicht auch vollkommen übertriebene Nebenwirkungen verbunden wären. Besonders intensive Attraktionen sorgen entsprechend häufig dafür, dass Besucher nach der Fahrt etwas von ihrem Mittagessen verlieren. Hausmeister bekommen damit eine weitere Aufgabe und ich lerne ziemlich schnell, warum Mülleimer und Reinigungspersonal in der Nähe einer Achterbahn keine schlechte Idee sind.

Diese Mischung aus Management und albernem Humor funktioniert weiterhin hervorragend. Auch wenn das Thema diesmal stärker Richtung Freizeitpark geht, fühlt sich der Humor sofort vertraut an.

Attraktionen sind endlich echte interaktive Exponate

Was mir besonders gefällt, ist die Tatsache, dass die neuen Inhalte nicht einfach nur zusätzliche Objekte sind, die irgendwo herumstehen. Besucher nutzen sie tatsächlich. Sie steigen ein, erleben die Fahrt und reagieren darauf.

Dadurch wirkt das Gelände wesentlich lebendiger als bei manchen klassischen Exponaten. Gerade wenn mehrere Attraktionen gleichzeitig laufen, Besucher herumwandern und irgendwo im Hintergrund eine selbst gebaute Achterbahn vorbeifährt, entwickelt Riquetti Gardens eine ganz eigene Atmosphäre.

In diesem Punkt sehe ich die Erweiterung fast als konsequente Weiterentwicklung des Museumsprinzips. Ein Museum muss schließlich nicht nur aus stillen Gegenständen bestehen. Historische Fahrgeschäfte können genauso gut Teil einer Ausstellung sein, wenn man sie entsprechend inszeniert.

Trotzdem stellt sich irgendwann die Frage: Ist das noch ein Museum?

Genau hier liegt aber auch mein größter Kritikpunkt. Attraktionen & Relikte macht unglaublich viel Spaß, entfernt sich aber ziemlich deutlich von der ursprünglichen Grundidee.

Bei Dinosauriern, Aquarien oder Kunstwerken ist der Museumsbezug offensichtlich. Ein Freizeitpark voller Achterbahnen, Karussells und anderer Fahrgeschäfte wirkt dagegen schon wesentlich stärker wie ein eigenständiges Genre. Selbst positive Tests kommen zu dem Schluss, dass die Erweiterung zwar sehr unterhaltsam ist, aber nicht immer organisch zum Museumsthema passt.

Mich stört das nicht besonders, weil die neuen Systeme gut funktionieren. Trotzdem sollte man wissen, worauf man sich einlässt. Wer bei Two Point Museum hauptsächlich historische Exponate sammeln und klassische Ausstellungen gestalten möchte, bekommt hier eine sehr ungewöhnliche Erweiterung.

Das Ganze fühlt sich fast wie ein Testlauf für ein neues Two Point an

Je länger ich spiele, desto häufiger hatte ich denselben Gedanken: Two Point Studios könnte mit genau diesen Mechaniken problemlos ein komplettes Freizeitparkspiel entwickeln.

Die Achterbahnwerkzeuge funktionieren bereits erstaunlich gut, Besucher reagieren auf Intensität und Nervenkitzel, Attraktionen müssen gewartet werden und das gesamte Gelände entwickelt schnell diesen typischen Freizeitparkcharakter. Mehrere aktuelle Reviews äußern dieselbe Vermutung und sehen Attraktionen & Relikte fast als möglichen Vorgeschmack auf ein zukünftiges Spiel.

Falls das tatsächlich irgendwann passiert, hätte ich nichts dagegen. Für den Moment muss sich die Erweiterung allerdings weiterhin innerhalb der Strukturen von Two Point Museum bewegen. Dadurch fehlt ihr natürlich die Tiefe eines vollwertigen Planet Coaster oder RollerCoaster Tycoon.

Mehr als 17 neue Attraktionen sorgen für genug Beschäftigung

Der Umfang ist für einen DLC dieser Preisklasse ordentlich. Neben den individuell gebauten Achterbahnen gibt es mehr als 17 historische Fahrgeschäfte, interaktive Ausstellungsstücke und weitere Freizeitpark-Exponate. Dazu kommen neue Dekorationen, Souvenirartikel und thematische Objekte.

Gerade beim Gestalten macht sich das bemerkbar. Wer gerne sehr individuelle Museen baut, bekommt einiges an neuen Möglichkeiten. Besonders Außenbereiche profitieren von den zusätzlichen Objekten, denn Update 12.0 brachte parallel neue Bäume, Felsen, Hecken und Mauern ins Spiel.

Dadurch lässt sich Riquetti Gardens wesentlich stärker wie ein tatsächliches Parkgelände gestalten und nicht nur wie ein Museum, vor dem zufällig eine Achterbahn steht.

Sehr fair: Einen Teil darf jeder kostenlos ausprobieren

Two Point Studios hat eine interessante Lösung gewählt, um Spielern das neue Konzept näherzubringen. Der erste Stern beziehungsweise der erste Bereich von Riquetti Gardens ist Teil eines kostenlosen Tasters und damit auch für Besitzer des Grundspiels ohne DLC spielbar. Alle dort freigeschalteten Inhalte bleiben dauerhaft erhalten.

Das finde ich ausgesprochen fair. Gerade weil sich Attraktionen & Relikte spielerisch so stark von anderen Erweiterungen unterscheidet, kann man selbst ausprobieren, ob einem diese Richtung überhaupt gefällt.

Wer anschließend mehr möchte, bekommt mit dem kostenpflichtigen DLC die restliche Kampagne und sämtliche zusätzlichen Systeme. Der reguläre Preis liegt bei 10,99 Euro, was angesichts des neuen Standorts, der Kampagne und des Achterbahnbaus für mich vollkommen in Ordnung geht.

Die Kampagne ist unterhaltsam, aber nicht besonders schwer

Die neue Fünf-Sterne-Kampagne führt gut durch sämtliche Mechaniken. Neue Attraktionen werden Stück für Stück eingeführt und die Anforderungen zwingen mich dazu, mich mit Nervenkitzel, Besucherbedürfnissen und dem Aufbau verschiedener Fahrgeschäfte auseinanderzusetzen.

Besonders schwierig ist das allerdings nicht. Sobald die grundlegenden Geldströme funktionieren, lässt sich das Museum relativ stabil betreiben. Auch andere Tests kritisieren beziehungsweise erwähnen, dass die wirtschaftliche Herausforderung vergleichsweise gering bleibt.

Das passt grundsätzlich zum entspannten Charakter von Two Point Museum, trotzdem hätte ich bei einem Freizeitpark-Thema etwas mehr wirtschaftlichen Druck interessant gefunden. Teure Attraktionen, Reparaturen und höhere Personalkosten hätten durchaus stärker ins Gewicht fallen dürfen.

Technisch fügt sich alles sauber ins Hauptspiel ein

Positiv ist, dass die Erweiterung technisch wie ein natürlicher Bestandteil des bestehenden Spiels wirkt. Animationen, Besucherreaktionen und Attraktionen passen optisch perfekt zum Two-Point-Stil. Der Humor bleibt albern, Figuren bewegen sich weiterhin wie überdrehte Knetmännchen und selbst technische Probleme bei Fahrgeschäften werden eher komisch als dramatisch inszeniert.

Direkt nach Veröffentlichung erschien bereits ein Patch, der auf Rückmeldungen aus dem kostenlosen Taster reagierte und verschiedene Details anpasste. Damit setzt Two Point Studios die bisherige Strategie fort, neue Inhalte relativ schnell nachzujustieren.

Große technische Probleme sind mir bei der Erweiterung nicht aufgefallen. Bei sehr großen Parks und vielen Besuchern gelten natürlich dieselben Performancegrenzen wie im Hauptspiel, aber Attraktionen & Relikte verschlechtert die technische Situation nicht grundsätzlich.

Fazit – Two Point Theme Park versteckt sich in einem Museums-DLC

Two Point Museum: Attraktionen & Relikte ist wahrscheinlich die ungewöhnlichste Erweiterung, die Two Point Studios bisher für das Spiel veröffentlicht hat. Statt einfach eine neue Ausstellungskategorie hinzuzufügen, verändert der DLC teilweise, wie ich mein Museum überhaupt aufbaue.

Der neue Standort Riquetti Gardens bietet enorm viel Platz und zwingt mich dazu, stärker mit Außenbereichen zu arbeiten. Freizeitpark-Experten suchen auf Expeditionen nach historischen Fahrgeschäften, Besucher steigen tatsächlich in die Attraktionen ein und mit dem Achterbahnbaukasten bekomme ich sogar ein überraschend umfangreiches Werkzeug für eigene Konstruktionen.

Gerade die Achterbahnen machen unglaublich viel Spaß. Die Werkzeuge sind nicht perfekt und können etwas fummelig sein, bieten aber genügend Freiheit, um wirklich unterschiedliche Strecken zu bauen. Gleichzeitig muss ich auf Nervenkitzel und Intensität achten und darf nicht vergessen, dass besonders wilde Fahrten regelmäßig zusätzliche Arbeit für meine Reinigungskräfte erzeugen.

Die Erweiterung hat allerdings ein kleines Identitätsproblem. Je größer mein Gelände wird, desto weniger sieht es nach Museum aus. Irgendwann betreibe ich eigentlich einen Freizeitpark, in dem zufällig noch einige historische Exponate stehen. Wer genau deshalb Two Point Museum spielt, könnte diese Richtung etwas zu weit vom ursprünglichen Konzept entfernt finden.

Mich stört das nur begrenzt, weil die neuen Mechaniken richtig gut funktionieren. Tatsächlich hinterlässt der DLC eher den Wunsch, Two Point Studios möge irgendwann ein vollständiges Freizeitparkspiel auf Basis dieser Ideen entwickeln. Für ein solches Projekt fehlt hier noch einiges an Tiefe, aber als Erweiterung funktioniert der Mix überraschend gut.

Mit 10,99 Euro ist der Preis außerdem fair. Eine neue Fünf-Sterne-Kampagne, ein großer Standort, eine zusätzliche Expeditionskarte, ein neuer Expertentyp, mehr als 17 Attraktionen und der Achterbahnbaukasten bieten genug Inhalt, damit sich die Erweiterung nicht wie ein kleines Objektpaket anfühlt.

Attraktionen & Relikte erweitert Two Point Museum deshalb nicht einfach nur um mehr Zeug. Es verändert das Spiel spürbar und gibt mir einen neuen Grund, erneut viele Stunden im Two Point County zu verbringen. Auch wenn ich am Ende manchmal nicht mehr genau weiß, ob ich eigentlich noch Museumsdirektor oder längst Freizeitparkmanager bin.

Vielleicht ist genau das aber das größte Kompliment für diesen DLC.

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