StartBesonders empfehlenswertWarhammer 40,000: Boltgun 2

Warhammer 40,000: Boltgun 2

Warhammer 40,000: Boltgun 2 (Devolver Digital)

Oktober 2026

Lösche in „Warhammer 40,000: Boltgun 2“ im Namen des Imperators die Häretiker aus! Spiele im Nachfolger des Retro-Ego-Shooters „Warhammer 40,000 Boltgun“ den Ultramarine Malum Caedo oder die Sororita Nyra Veyrath.
Entwickler: Auroch Digital
Genre: Ego-Shooter
90%
Spielspaß
86%
Wiederspielbarkeit
82%
Langzeitmotivation
88%
Grafik
85%
Umsetzung
Warhammer 40,000: Boltgun 2 ist ein Nachfolger nach meinem Geschmack.


86%

Für den Imperator – aber diesmal mit mehr Abwechslung

Der erste Warhammer 40,000: Boltgun war im Grunde eine ziemlich einfache Idee, die überraschend gut funktioniert hat. Man nehme das Warhammer-40K-Universum, werfe es mit DOOM, Quake und anderen Shootern der 1990er in einen großen Topf und lasse anschließend einen wütenden Space Marine mit Bolter und Kettenschwert durch die Horden des Chaos laufen. Das Ergebnis war schnell, brutal, herrlich übertrieben und optisch genau richtig zwischen moderner Technik und Pixelnostalgie angesiedelt.

Mit Boltgun 2 erfindet Auroch Digital dieses Konzept nicht neu. Stattdessen macht der Entwickler ziemlich genau das, was ich von einem guten Nachfolger erwarte: mehr Gegner, mehr Waffen, abwechslungsreichere Schauplätze, größere Levels und eine zweite spielbare Figur. Die Kampagne knüpft unmittelbar an den Vorgänger an und führt diesmal durch mehr als 30 Level, wobei ich an verschiedenen Stellen unterschiedliche Wege wählen kann. Das klingt zunächst nach „mehr vom Gleichen“, ist aber genau die Art von Spiel, bei der ich überhaupt nichts dagegen habe.

Malum Caedo ist wieder da

Natürlich kehrt Malum Caedo zurück. Der Sternguard Veteran ist weiterhin ungefähr so subtil wie eine Artilleriegranate in einem Porzellanladen und passt damit perfekt in dieses Spiel. Sein Bolter fühlt sich weiterhin unglaublich wuchtig an, das Kettenschwert lässt sich offensiv einsetzen und mit seinem Obliterating Charge kann er Gegner direkt aus dem Weg räumen. Fraggranaten ergänzen das Arsenal und sorgen dafür, dass ich größere Gruppen nicht immer einzeln auseinandernehmen muss.

Das Entscheidende ist weiterhin das Treffergefühl. Ein guter Boomer-Shooter muss mir vermitteln, dass meine Waffen tatsächlich etwas anrichten. Wenn ein Bolter klingt wie eine schlecht gelaunte industrielle Pressmaschine und ein Gegner anschließend in einer Mischung aus Blut und Pixeln auseinanderfliegt, funktioniert genau das hervorragend.

Boltgun 2 versteht diese Art von Übertreibung weiterhin perfekt. Es geht nicht um militärischen Realismus und schon gar nicht darum, hinter einer Kiste zu sitzen und auf automatische Gesundheitsregeneration zu warten. Ich bewege mich schnell, wechsle Waffen, springe durch Gegnergruppen und versuche möglichst nie lange an derselben Stelle zu bleiben.

Nyra Veyrath verändert tatsächlich das Spielgefühl

Die größte spielerische Neuerung ist für mich allerdings Nyra Veyrath, eine Celestian der Adepta Sororitas. Sie ist nicht einfach Malum mit einem anderen Charaktermodell, sondern besitzt ein eigenes Arsenal und eine deutlich beweglichere Spielweise. Mit Bolt Pistol und Power Sword geht sie wesentlich agiler vor, ihre Fervent Slide gibt ihr zusätzliche horizontale und vertikale Mobilität und mit Melta Bombs kann sie größere Gegnergruppen beziehungsweise schwere Ziele ziemlich eindrucksvoll beseitigen.

Dadurch lohnt sich die zweite Figur tatsächlich. Malum fühlt sich schwerer und brutaler an, während Nyra wesentlich stärker davon lebt, ständig in Bewegung zu bleiben. Sie besitzt weniger von diesem wandelnden-Panzer-Gefühl eines Space Marines, gleicht das aber durch Geschwindigkeit aus.

Gerade deshalb funktioniert auch das erneute Spielen verschiedener Kampagnenzweige besser. Ich kann einen anderen Weg wählen und gleichzeitig die andere Figur ausprobieren, wodurch sich die Unterschiede nicht nur auf ein paar veränderte Gegnerpositionen beschränken.

Mehr als 30 Level und endlich vernünftige Orientierung

Einer meiner größten Kritikpunkte am ersten Boltgun waren die teilweise unnötig verwinkelten Levels. Irgendwann war die größte Bedrohung nicht mehr das Chaos, sondern die Frage, wo zum Teufel eigentlich die nächste Tür liegt. Boltgun 2 geht dieses Problem deutlich besser an.

Die Kampagne umfasst mehr als 30 Level über verschiedene Planeten und Schauplätze hinweg. Dazu gehören Makropolstädte, Mangrovensümpfe, Eiswelten und sogar Bereiche innerhalb einer Ark of Omen. Gleichzeitig gibt es nun eine optionale Navigationshilfe und eine Karte, sodass ich mich wesentlich seltener verlaufe.

Diese kleine Änderung macht erstaunlich viel aus. Ein schneller Shooter verliert enorm an Tempo, wenn ich nach einem Gefecht zehn Minuten lang dieselben Korridore absuche. Genau dieses Problem wird jetzt deutlich reduziert.

Auch die Level selbst wirken abwechslungsreicher. Es gibt weniger von diesem permanenten Gefühl, nur von einer abgeschlossenen Kampfarena in die nächste geschickt zu werden. Viele Steam-Spieler heben genau diesen Punkt positiv hervor und sehen das Leveldesign als einen der deutlichsten Fortschritte gegenüber dem ersten Teil.

Vier Chaosgötter bedeuten deutlich mehr Gegner

Bei den Feinden hat Auroch Digital ebenfalls ordentlich aufgerüstet. Während der erste Teil bereits Nurgle- und Tzeentch-Kreaturen bot, treten diesmal die Kräfte aller vier großen Chaosgötter auf. Neben Nurgle und Tzeentch kommen damit auch Khorne und Slaanesh hinzu.

Das bringt dringend benötigte Abwechslung. Bloodletters und ihre Juggernauts stürmen aggressiv auf mich zu, World Eaters bringen Bolter und Kettenäxte mit, während Slaanesh unter anderem durch Noise Marines vertreten wird, deren Schallwaffen ganz eigene Probleme verursachen. Nurgle wiederum liefert mit Blightlord Terminators besonders widerstandsfähige Gegner, die sowohl im Nah- als auch Fernkampf gefährlich werden können.

Dadurch muss ich häufiger Prioritäten setzen. Nicht jeder Gegner ist einfach nur ein anders eingefärbter Kultist, und wenn verschiedene Einheiten gleichzeitig auf dem Bildschirm erscheinen, entsteht angenehm viel Chaos.

Endlich kämpfen auch andere Imperiale mit

Neu ist außerdem, dass Malum und Nyra nicht ständig komplett alleine unterwegs sind. Auf bestimmten Planeten trifft man beispielsweise auf Einheiten des Death Korps of Krieg, die sich tatsächlich an Gefechten beteiligen.

Natürlich wird Boltgun 2 dadurch nicht plötzlich zum Squad-Shooter. Die eigenen Truppen sind eher atmosphärische Unterstützung als taktische Begleiter, denen ich komplexe Befehle gebe. Trotzdem macht es einen Unterschied, wenn um mich herum tatsächlich ein größeres Gefecht stattfindet.

Gerade im Warhammer-40K-Universum passt das hervorragend. Diese Welt besteht schließlich nicht ausschließlich aus einem einzigen Space Marine, der zufällig sämtliche Dämonen des Universums persönlich erschießt. Auch wenn Malum Caedo genau diesen Eindruck gelegentlich vermitteln möchte.

Mehr Waffen, weniger unnötige Systeme

Natürlich gibt es zusätzliche Waffen. Neben Boltern und Kettenschwert kommen unter anderem Shotguns, Flamer und Stakethrower zum Einsatz, wobei beide Figuren teilweise unterschiedliche Ausrüstung erhalten.

Sehr angenehm finde ich außerdem, dass das umstrittene Stärke- beziehungsweise Toughness-System des ersten Spiels offenbar entfernt wurde. Im Vorgänger konnte eine eigentlich passende Waffe gegen bestimmte Gegner unnötig schwach wirken, wenn Waffen- und Gegnerstufe nicht zusammenpassten. Genau das hatte immer etwas von einem halbherzigen RPG-System in einem Shooter, der ansonsten überhaupt keine Lust auf solche Zahlen hatte. Spieler der Demo beziehungsweise der finalen Version bestätigen, dass dieses System nicht mehr vorhanden ist.

Für mich ist das eine Verbesserung. In einem solchen Shooter möchte ich Waffen nach Situation und Spaß auswählen und nicht erst prüfen, ob irgendeine unsichtbare Stufenzahl zum aktuellen Dämon passt.

Die Kampagne verzweigt sich

Interessant ist auch die neue Kampagnenstruktur. An verschiedenen Punkten entscheide ich, wohin die Reise als Nächstes geht. Die unterschiedlichen Pfade führen tatsächlich zu eigenen Levels, statt nur dieselben Gebiete in einer anderen Reihenfolge abzuspulen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir hier plötzlich ein großes Rollenspiel mit zwanzig unterschiedlichen Enden bekommen. Trotzdem erhöht es den Wiederspielwert deutlich, weil ich beim ersten Durchlauf gar nicht sämtliche Inhalte sehe.

In Kombination mit Malum und Nyra funktioniert das besonders gut. Ein zweiter Durchlauf kann eine andere Spielfigur und andere Kampagnenzweige verbinden, wodurch wesentlich mehr Motivation entsteht, noch einmal von vorne anzufangen.

Vashtorr wartet am Ende

Die Geschichte führt schließlich zu Vashtorr the Arkifane, einem mächtigen Halbgott des Chaos. Malum und Nyra reisen von Welt zu Welt, um die Verderbnis zu zerstören, die Vashtorrs dämonische Maschine antreibt, bevor es letztlich zur direkten Konfrontation kommt.

Besonders schön ist, dass Mick Gordon, bekannt durch DOOM und DOOM Eternal, Musik für den finalen Bosskampf beigesteuert hat. Das ist natürlich ein ziemlich offensichtliches Match, aber manchmal sind offensichtliche Kombinationen eben genau richtig.

Der übrige Soundtrack muss sich allerdings ebenfalls nicht verstecken. Zusammen mit den extrem kräftigen Waffengeräuschen trägt die Musik enorm zum Tempo bei. Ein Bolter darf in Warhammer nicht nach einer kleinen Pistole klingen, und Boltgun 2 versteht das weiterhin ausgezeichnet.

Optisch bleibt die Mischung aus Pixeln und moderner Technik fantastisch

Grafisch bleibt Auroch Digital beim Stil des Vorgängers. Gegner und Waffen besitzen diesen bewusst pixeligen Retrolook, während Beleuchtung, Partikel, Umgebungen und Effekte deutlich moderner wirken. Das ergibt einen Stil, der zwar an Shooter der 1990er erinnert, aber niemals so aussieht, als wäre das Spiel tatsächlich 30 Jahre alt.

Besonders die größere Vielfalt der Schauplätze tut der Optik gut. Der erste Teil konnte irgendwann etwas eintönig werden, weil sich viele Bereiche visuell ähnelten. Jetzt springen Eiswelten, Sümpfe, Makropolen und Chaosgebiete wesentlich stärker auseinander.

Auch die Pixel-Zwischensequenzen passen hervorragend. Sie wirken wie eine moderne Interpretation alter Shooter- und Strategiespiel-Cinematics und verhindern gleichzeitig, dass plötzlich hochrealistische Filmsequenzen auftauchen, die überhaupt nicht zum restlichen Stil passen.

Beim Launch gibt es leider technische Probleme

Ganz sauber ist die Veröffentlichung allerdings nicht. Gerade bestimmte Nurgle-Level sorgen bei einigen PC-Spielern aktuell für massive Performanceprobleme. In Steam-Rezensionen wird teilweise von starken Framerateeinbrüchen berichtet, die sogar auf leistungsfähiger Hardware auftreten und sich während einer Session verschlimmern können. Andere Nutzer melden dagegen keinerlei größere technische Schwierigkeiten.

Damit scheint das Problem nicht jedes System gleichermaßen zu betreffen, sollte aber definitiv behoben werden. Bei einem Shooter dieser Geschwindigkeit sind massive Framerateeinbrüche besonders störend, weil Timing und Bewegung unmittelbar darunter leiden.

Ebenfalls kritisiert wird, dass bestimmte HUD- und Fadenkreuzoptionen des ersten Spiels nicht vollständig übernommen wurden. Einige Spieler hatten diese Punkte bereits nach der Demo angesprochen und sind entsprechend enttäuscht, dass sie in der finalen Version weiterhin fehlen.

Das sind keine Gründe, das gesamte Spiel abzuwerten, aber aktuell eben klare Baustellen.

Die Community ist trotzdem ausgesprochen zufrieden

Trotz dieser Probleme ist die Resonanz sehr stark. Wenige Tage nach Veröffentlichung liegt Boltgun 2 bei ungefähr 94 Prozent positiven Steam-Rezensionen, mittlerweile aus mehreren hundert Bewertungen.

Besonders häufig werden das bessere Leveldesign, die größere Gegnervielfalt und die neue spielbare Schwester gelobt. Auch die Karte und Navigationshilfe gehören zu den Verbesserungen, die Spieler gegenüber dem Vorgänger immer wieder hervorheben.

Das passt ziemlich gut zu meinem Eindruck. Boltgun 2 ist kein radikaler Neustart und möchte auch keiner sein. Es identifiziert ziemlich genau die Schwächen des ersten Spiels und arbeitet daran.

Fazit

Warhammer 40,000: Boltgun 2 ist ein Nachfolger nach meinem Geschmack. Auroch Digital hat nicht versucht, plötzlich Open-World-Elemente, Crafting, Loot-Raritäten oder irgendeinen Live-Service-Unterbau einzubauen. Stattdessen wurde gefragt: Was hat beim ersten Spiel funktioniert, was hat genervt und wie bekommen wir davon eine bessere Version?

Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig. Die Kämpfe sind weiterhin herrlich schnell und brutal, Waffen besitzen ein fantastisches Treffergefühl und der Mix aus moderner Technik und Pixelästhetik passt immer noch hervorragend zum Warhammer-40K-Universum. Gleichzeitig sorgen die neuen Umgebungen und deutlich größere Gegnervielfalt dafür, dass sich das Spiel weniger schnell wiederholt.

Nyra Veyrath ist dabei wahrscheinlich die wichtigste Neuerung. Sie ist nicht einfach nur eine alternative Spielfigur, sondern verändert durch ihre Mobilität und ihr eigenes Arsenal tatsächlich den Rhythmus der Kämpfe. Zusammen mit Malum Caedo, den verzweigten Kampagnenwegen und mehr als 30 Levels ergibt das auch einen deutlich höheren Wiederspielwert als beim Vorgänger.

Besonders froh bin ich über die verbesserte Orientierung. Ein Boomer-Shooter darf verwinkelte Levels haben, aber wenn ich nach einem großen Gefecht fünf Minuten lang nach einer Tür suche, ist der komplette Spielfluss weg. Karte und Navigationshilfe lösen dieses Problem weitgehend, ohne mich dazu zu zwingen, sie überhaupt zu verwenden.

Auch die vier Chaosfraktionen sind ein klarer Fortschritt. Nurgle, Tzeentch, Khorne und Slaanesh bringen unterschiedliche Gegner mit, wodurch Kämpfe wesentlich abwechslungsreicher werden. Dazu kommen die Imperialen Verbündeten und einige richtig schöne Warhammer-Momente, wenn gleichzeitig Bolterfeuer, Dämonen und Explosionen den Bildschirm füllen.

Technisch muss Auroch Digital allerdings noch nacharbeiten. Gerade die gemeldeten Performanceprobleme in Nurgle-Gebieten passen überhaupt nicht zu einem Spiel, das davon lebt, konstant schnell und flüssig zu laufen. Auch einige fehlende HUD-Optionen sind unnötig, zumal diese bereits im Vorgänger vorhanden waren.

Trotzdem ist Boltgun 2 für mich genau die Fortsetzung, die ich erwartet habe. Nicht revolutionär, nicht plötzlich zehnmal größer und auch nicht mit zwanzig Systemen überladen, die niemand verlangt hat. Stattdessen ist es einfach mehr Boltgun – nur abwechslungsreicher, komfortabler und spielerisch runder.

Und wenn ein Spiel mir ein Kettenschwert, eine Schrotflinte, einen Flammenwerfer und mehrere Legionen von Chaosdämonen gibt, muss es manchmal auch gar nicht komplizierter sein.

Für den Imperator reicht schließlich selten ein einzelner Bolter.

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