Better Than Dead (MicroProse Software)
Mai 2026
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„Better Than Dead“ ist ein Ego-Shooter, bei dem brutale und realistische Schießereien auf die eindringliche Schönheit eines fotorealistischen Hongkongs treffen. Inspiriert von klassischem asiatischem Blutvergießen-Kino.
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Entwickler: MONTE GALLO
Genre: Ego-Shooter
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82%
Spielspaß 74%
Wiederspielbarkeit 76%
Langzeitmotivation 86%
Grafik 78%
Umsetzung |
| Better Than Dead ist kein Spiel für jeden. Es ist roh, brutal, direkt und stellenweise unangenehm. |

Better Than Dead – Rache aus der Bodycam-Perspektive
Better Than Dead ist ein Spiel, das nicht lange um den heißen Brei herumredet. Es wirft uns in ein brutales Rache-Szenario, setzt uns eine Bodycam-Perspektive vor die Augen und lässt uns durch ein düsteres, fotorealistisches Hongkong kämpfen. Das Ergebnis ist intensiv, dreckig und stellenweise unangenehm direkt. Hier geht es nicht um große Heldenposen oder taktische Militärromantik, sondern um Nahdistanz, Wut, schnelle Reaktionen und eine Inszenierung, die bewusst roh wirken will.
Man spielt eine Überlebende, die nicht länger flieht, sondern ihre Entführer jagt. Eine Waffe, eine Kamera, eine Liste. Mehr braucht das Spiel nicht, um seine Motivation klarzumachen. Das ist erzählerisch nicht besonders komplex, aber effektiv. Better Than Dead funktioniert wie ein harter Revenge-Thriller, der weniger durch Dialoge als durch Atmosphäre, Tempo und Gewalt erzählt. Jede Mission fühlt sich wie ein Überfall an, jeder Raum wie eine potenzielle Todesfalle.

Gameplay – schnell, brutal und nah dran
Das zentrale Spielgefühl entsteht durch die Bodycam-Perspektive. Diese sorgt dafür, dass Kämpfe unmittelbarer wirken als in vielen klassischen Shootern. Bewegungen sind unruhiger, Sichtfelder enger, Schusswechsel hektischer. Dadurch entsteht eine besondere Nähe zum Geschehen. Man fühlt sich nicht wie eine übermächtige Shooter-Figur, sondern eher wie jemand, der sich durch enge Wohnungen, Korridore, Hinterzimmer und Clubs kämpft und jeden Moment damit rechnen muss, dass jemand aus der Seite auftaucht.
Das Gunplay ist direkt und wuchtig. Treffer fühlen sich hart an, Gegner gehen schnell zu Boden, aber auch man selbst ist nicht besonders widerstandsfähig. Gerade dadurch entsteht Spannung. Man kann nicht einfach blind in einen Raum stürmen, sondern muss Winkel lesen, Deckung nutzen und schnell entscheiden. Dazu kommt Bullet Time, die dem Spiel einen klaren Actionfilm-Anstrich gibt. Wenn man in Zeitlupe um eine Ecke rutscht, mehrere Gegner ausschaltet und danach wieder in Echtzeit zurückfällt, hat das schon ordentlich Stil.
Hongkong als Bühne für Gewalt
Die Schauplätze sind ein großer Teil der Wirkung. Das Spiel setzt auf neonbeleuchtete Innenräume, enge Flure, Clubs, Wohnungen und urbane Verstecke. Hongkong wird hier nicht als große offene Welt dargestellt, sondern als dichte, bedrohliche Kulisse für schnelle, harte Einsätze. Genau das passt zur Struktur des Spiels. Jeder Level ist im Grunde ein kompakter Raid, in dem man sich von Raum zu Raum vorarbeitet.
Optisch ist Better Than Dead stark, gerade weil es diesen Bodycam-Realismus konsequent nutzt. Die Beleuchtung, die engen Räume und die unruhige Kamera sorgen für eine starke Immersion. Allerdings ist dieser Stil auch Geschmackssache. Wer mit Bodycam-Shootern nichts anfangen kann oder schnell Probleme mit wackeligen Kameras bekommt, wird hier vermutlich nicht glücklich. Für mich passt es aber sehr gut zur rohen, unangenehmen Stimmung des Spiels.

Early Access mit fertigem Kern
Wichtig ist: Better Than Dead befindet sich noch im Early Access. Trotzdem ist der Hauptmodus bereits vollständig spielbar und bietet 14 Level. Das ist für einen Early-Access-Start durchaus ordentlich, zumal das Spiel seinen Kern bereits klar zeigt. Es fühlt sich nicht wie eine bloße technische Demo an, sondern wie ein spielbares Grundgerüst mit klarer Richtung.
Gleichzeitig merkt man aber auch, dass noch Feinschliff fehlt. Manche Gegnerreaktionen wirken etwas steif, Balancing und Optimierung könnten noch besser sein, und auch die Abwechslung in den Einsätzen dürfte langfristig wachsen. Die Entwickler planen weitere Verbesserungen und Erweiterungen, und genau das wird entscheidend sein. Das Fundament ist stark, aber es braucht noch Politur, damit aus einem intensiven Geheimtipp ein wirklich rundes Spiel wird.
Atmosphäre statt großer Story
Die Geschichte bleibt bewusst minimalistisch. Es gibt keine langen Zwischensequenzen, keine ausufernden Dialoge und keine komplexe Figurenzeichnung. Das kann man kritisieren, weil dadurch emotionale Tiefe fehlt. Gleichzeitig passt es aber zur Ausrichtung des Spiels. Better Than Dead will keinen großen Thrillerroman erzählen, sondern einen kompromisslosen Rachefeldzug spielbar machen.
Diese Reduktion funktioniert meistens gut. Die Motivation ist einfach, aber nachvollziehbar. Man weiß, warum man unterwegs ist. Man weiß, wen man jagt. Und das Spiel verschwendet keine Zeit damit, ständig alles zu erklären. Es lebt vom Moment, vom nächsten Raum, vom nächsten Schusswechsel, vom nächsten Adrenalinschub.

Kritikpunkte – roh heißt nicht automatisch perfekt
So stark die Wirkung ist, Better Than Dead hat auch klare Schwächen. Der Bodycam-Stil ist intensiv, kann aber auch anstrengend sein. Die Kamera trägt viel zur Atmosphäre bei, ist aber nicht immer angenehm. Außerdem wiederholt sich der Ablauf mit der Zeit: Raum betreten, Gegner ausschalten, weitergehen. Das funktioniert durch die Wucht des Gunplays, aber langfristig braucht das Spiel mehr Variation.
Auch die KI ist noch nicht auf dem Niveau, das ein Spiel dieser Art dauerhaft tragen müsste. Manchmal reagieren Gegner glaubwürdig und aggressiv, manchmal wirken sie zu statisch oder unnatürlich. Gerade weil das Spiel so stark auf Realismus und Unmittelbarkeit setzt, fallen solche Momente stärker auf. Dazu kommt, dass der Early-Access-Status bedeutet, dass man aktuell noch mit Ecken und Kanten leben muss.

Fazit
Better Than Dead ist kein Spiel für jeden. Es ist roh, brutal, direkt und stellenweise unangenehm. Aber genau darin liegt seine Stärke. Der Bodycam-Stil, die schnellen Schusswechsel und die dichte Hongkong-Atmosphäre sorgen für ein Erlebnis, das sich deutlich von vielen klassischen Shootern abhebt. Es ist kein perfektes Spiel, aber eines mit einer klaren Identität.
Wer auf kompromisslose Action, kurze intensive Einsätze und einen dreckigen Rachethriller-Ton steht, sollte Better Than Dead im Auge behalten. Noch ist nicht alles rund, aber der Kern ist stark. Wenn MONTE GALLO die Balance, KI und Abwechslung weiter verbessert, kann daraus ein richtig spannender Geheimtipp für Fans harter First-Person-Action werden.

