Tod in der Wiek ist ein Krimi aus dem Emons Verlag und erschien am 22. August 2024.

Möchten Sie das digitale Leseerlebnis für sich entdecken? Dann empfehle ich Ihnen diesen eReader als ausgezeichnete Wahl: eReader tolino epos 3.
Tod in der Wiek
Ein temporeicher, authentisch norddeutscher Krimi. Am Ufer des südlichen Priwalls treibt eine Leiche im seichten Wasser. Schnell wird klar: Der Besitzer einer Fischrestaurantkette wurde ermordet. Das Lübecker Ermittlerteam um Kommissar Morten Sandt, der noch mit dem Trauma kämpft, einen Menschen erschossen zu haben, stößt auf eine zerstrittene Familie und etliche Verdächtige. Als der ehemalige Ermittler Birger Andresen, der sich eigentlich zur Ruhe gesetzt hat, einen mysteriösen Anruf erhält, besteht kein Zweifel mehr daran, dass weitere Menschenleben in Gefahr sind.
Als passionierter Leser von Regionalkrimis habe ich mich sehr auf „Tod in der Wiek“ von Jobst Schlennstedt gefreut, das im August 2024 im Emons Verlag erschienen ist. Der Titel, in der typischen Aufmachung eines Küstenkrimis, hat mich sofort neugierig gemacht, und ich wurde nicht enttäuscht. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass Schlennstedt ein erfahrener Autor ist, der weiß, wie man Spannung aufbaut. Das Buch beginnt mit der Entdeckung einer Leiche am Ufer des südlichen Priwalls, einer Halbinsel in der Lübecker Bucht. Der Tote ist kein Unbekannter: Es handelt sich um den Besitzer einer bekannten Fischrestaurantkette. Der Fall wird von dem Lübecker Ermittlerteam um Kommissar Morten Sandt übernommen, der noch immer mit den psychischen Nachwirkungen eines früheren Falls zu kämpfen hat, bei dem er gezwungen war, einen Menschen zu erschießen. Dieses Trauma verleiht der Figur eine besondere Tiefe und macht ihn als Protagonisten sehr authentisch.
Was mich besonders an „Tod in der Wiek“ fasziniert hat, ist die dichte Atmosphäre, die Schlennstedt erzeugt. Der Autor, der selbst seit vielen Jahren in Lübeck lebt, versteht es, die raue, oft düstere Küstenlandschaft der Region einzufangen und in den Plot zu integrieren. Man spürt förmlich den kalten Wind, der über die Wiek weht, und den Geruch des Meeres in der Luft. Diese Authentizität ist ein großer Pluspunkt und hebt das Buch von vielen anderen Regionalkrimis ab. Ein weiteres Highlight ist die komplexe Handlung. Der Fall scheint auf den ersten Blick klar zu sein, aber schon bald merkt man, dass hinter dem Mord viel mehr steckt als nur eine einfache Tat. Die Ermittlungen führen zu einer zerstrittenen Familie, in der jeder sein eigenes Geheimnis zu haben scheint, und die Verdächtigenliste wird immer länger. Der Spannungsbogen wird konstant hochgehalten, und ich fand es schwierig, das Buch aus der Hand zu legen.
Besonders gut gefallen hat mir auch die Figur des ehemaligen Ermittlers Birger Andresen, der sich eigentlich zur Ruhe gesetzt hat, aber durch einen mysteriösen Anruf wieder in den Fall hineingezogen wird. Seine Erfahrung und seine manchmal unkonventionellen Methoden bringen frischen Wind in die Ermittlungen und sorgen für einige überraschende Wendungen. Schlennstedt versteht es, seine Charaktere glaubhaft und vielschichtig zu gestalten. Ihre Motivationen und inneren Konflikte sind nachvollziehbar, und man fiebert als Leser mit ihnen mit. Der Autor schafft es, sowohl die Spannung aufrechtzuerhalten als auch immer wieder Momente der Ruhe und Reflexion einzustreuen, die den Figuren Raum zur Entwicklung geben.
Ein weiterer Aspekt, der mich überzeugt hat, ist die sorgfältige Recherche, die hinter dem Buch steht. Man merkt, dass Schlennstedt die Region und ihre Geschichte genau kennt. Er integriert historische und kulturelle Details geschickt in die Handlung, ohne dass diese aufgesetzt wirken. Das macht „Tod in der Wiek“ nicht nur zu einem spannenden Krimi, sondern auch zu einem interessanten Einblick in das Leben an der Küste. Was die sprachliche Gestaltung betrifft, so ist Schlennstedt ein Meister der klaren, präzisen Sprache. Er verzichtet auf unnötige Schnörkel und erzählt die Geschichte schnörkellos und direkt, was dem Tempo des Buches zugutekommt. Gleichzeitig findet er immer wieder treffende Bilder und Metaphern, die die düstere Stimmung des Romans unterstreichen.
Jobst Schlennstedt, geboren 1976 in Herford und seit 2004 in Lübeck ansässig, ist kein Unbekannter im Genre des Regionalkrimis. Bereits zuvor hat er mehrere erfolgreiche Bücher veröffentlicht, die ebenfalls in der norddeutschen Region spielen. Sein neuestes Werk zeigt einmal mehr, dass er zu den führenden Autoren dieses Genres gehört. Zusammenfassend kann ich „Tod in der Wiek“ uneingeschränkt empfehlen. Es ist ein spannender, atmosphärischer Krimi mit gut ausgearbeiteten Charakteren und einer packenden Handlung. Besonders für Fans von Regionalkrimis und Leser, die Norddeutschland lieben, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch von Jobst Schlennstedt und bin gespannt, welche Abenteuer seine Figuren noch erleben werden.
Tod in der Wiek
Hat mir besonders gefallen
- Der Autor fängt die raue und düstere Küstenlandschaft der Region eindrucksvoll ein, was die Authentizität des Krimis unterstreicht.
- Die vielschichtige Story hält den Spannungsbogen konstant hoch, mit vielen überraschenden Wendungen und einer langen Verdächtigenliste.
- Die Protagonisten, insbesondere der traumatisierte Ermittler Morten Sandt und der ehemalige Ermittler Birger Andresen, sind glaubhaft und entwickeln sich im Laufe des Buches weiter.
- Historische und kulturelle Details der norddeutschen Region werden gekonnt in die Handlung integriert, ohne aufgesetzt zu wirken.
- Die klare und direkte Sprache des Autors sorgt für ein hohes Tempo und unterstreicht die düstere Stimmung des Romans.

