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Der Söldner: Geschichten des Dreißigjährigen Krieges

Der Söldner: Geschichten des Dreißigjährigen Krieges ist ein Buch aus dem Acabus Verlag und erschien am 8. Juli 2024. 

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Der Söldner: Geschichten des Dreißigjährigen Krieges

1635: Der Dreißigjährige Krieg tobt in Europa. Viele Menschen suchen ihren Weg in einer Zeit voller Umbrüche und Konflikte. Alle Hoffnungen liegen auf dem frisch als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönten Ferdinand III.. Nach dem Kriegseintritt Frankreichs auf Seiten der Protestanten scheint jedoch ein Sieg aussichtslos. Die größten Feinde des Söldners Peter Hagendorf und seiner Frau sind nicht die gegnerischen Soldaten, sondern Hunger, Kälte und die Pest. Ob sie überleben werden? Der kaiserliche Schreiber Anton sucht derweil mit seiner Gemahlin das Türkengold in den Katakomben Wiens. In Wittstock wird die Diebin Helena wegen Mordes an einem reichen Kaufmann gesucht. Als es vor den Toren der Stadt zu einer Schlacht kommt, nutzt sie mit ihrem stummen, starken Bruder die Gelegenheit zur Flucht. Sie schließen sich einer Gruppe von Spielleuten an und merken schnell, dass es neben Söldnern und Räubern noch viel schlimmere Gefahren gibt. Verwüstung, Hungersnöte, Armut und Pest kosteten zwischen 1618 und 1648 rund sechs Millionen Menschen das Leben. Die Romanreihe „Geschichten des Dreißigjährigen Krieges“ überzeugt mit historischen Fakten und einer spannungsgeladenen Entwicklung.

Das Buch „Der Söldner: Geschichten des Dreißigjährigen Krieges, Band 7“ von Jörg Olbrich aus dem Acabus Verlag hat mich tief beeindruckt. Der siebte Band dieser historischen Romanreihe nimmt uns mit auf eine packende Reise durch das von Krieg zerrüttete Europa des 17. Jahrhunderts. Mit einer beeindruckenden Mischung aus historischen Fakten und fiktiven Erzählungen gelingt es Olbrich, die Schrecken und das Leid dieser Epoche lebendig werden zu lassen. Der Dreißigjährige Krieg ist das zentrale Thema dieses Buches, und wir befinden uns im Jahr 1635, mitten im Chaos und den Umwälzungen dieser Zeit. Der Krieg hat Europa fest im Griff, und die Menschen sind gezwungen, in einer Welt voller Unsicherheit und Gefahren ihren Weg zu finden. Besonders berührend ist die Geschichte des Söldners Peter Hagendorf und seiner Frau. Nicht die gegnerischen Soldaten sind ihre größten Feinde, sondern Hunger, Kälte und die allgegenwärtige Pest. Die Schilderungen ihres Überlebenskampfes sind so eindringlich, dass ich oft das Gefühl hatte, selbst an ihrer Seite zu stehen.

Parallel dazu führt uns Olbrich in die Katakomben Wiens, wo der kaiserliche Schreiber Anton und seine Frau das sagenumwobene Türkengold suchen. Diese Nebenhandlung fügt dem Roman eine zusätzliche Dimension hinzu und zeigt, wie vielfältig und komplex das Leben in dieser Zeit war. Ein weiterer Handlungsstrang folgt der Diebin Helena und ihrem stummen Bruder, die in Wittstock nach einem Mord auf der Flucht sind. Sie schließen sich einer Gruppe von Spielleuten an und müssen bald erkennen, dass in Kriegszeiten nicht nur Söldner und Räuber eine Bedrohung darstellen. Diese verschiedenen Handlungsstränge sind meisterhaft miteinander verwoben und sorgen dafür, dass keine Seite des Buches langweilig wird. Der Autor Jörg Olbrich, geboren 1970, lebt in Mittelhessen. Sein Heimatdorf, das während des Dreißigjährigen Krieges von spanischen Truppen verwüstet wurde, inspirierte ihn vermutlich zu dieser Romanreihe. Nach der Veröffentlichung seiner ersten Kurzgeschichte im Jahr 2003 konnte er mit der Kurzgeschichte „Herz aus Stein“ im Jahr 2008 den Deutschen Phantastik Preis gewinnen. Auch sein Roman „Das Erbe des Antipatros“ wurde 2010 in der Kategorie „Bestes Romandebüt, national“ ausgezeichnet. Diese Erfolge zeigen, dass Olbrich ein begabter Erzähler ist, der historische Ereignisse gekonnt mit fiktiven Elementen verknüpft​​​​.

Was mich besonders an diesem Buch fasziniert hat, ist die Detailtreue, mit der Olbrich die historischen Gegebenheiten beschreibt. Man merkt, dass er gründlich recherchiert hat und ein tiefes Verständnis für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges besitzt. Die beschriebene Not und das Elend der Menschen werden dadurch umso greifbarer. Gleichzeitig versteht er es, seine Charaktere so lebendig und vielschichtig zu gestalten, dass ich mich in ihre Schicksale hineinversetzen konnte. Die Spannung bleibt durchgehend hoch, was nicht zuletzt an den unerwarteten Wendungen und den emotional aufgeladenen Szenen liegt. Ob in den Wirren der Schlachten, in den dunklen Katakomben Wiens oder auf der Flucht vor Verfolgern – jede Szene ist mitreißend und lässt den Leser kaum Zeit zum Atemholen. Dabei verliert Olbrich nie den roten Faden und führt die verschiedenen Handlungsstränge zu einem stimmigen und befriedigenden Abschluss.

Auch die Gestaltung des Buches selbst verdient Lob. Mit 550 Seiten ist es umfangreich, aber niemals langatmig. Das Hardcover-Format liegt gut in der Hand, und die Qualität des Drucks und des Papiers ist hochwertig, was den Lesegenuss zusätzlich steigert. Insgesamt kann ich „Der Söldner: Geschichten des Dreißigjährigen Krieges, Band 7“ uneingeschränkt empfehlen. Es ist ein packender historischer Roman, der die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges eindrucksvoll schildert und gleichzeitig spannende Geschichten über Mut, Überleben und Menschlichkeit erzählt. Jörg Olbrich hat mit diesem Werk erneut bewiesen, dass er zu den großen Erzählern historischer Romane gehört​​​​.

Der Söldner: Geschichten des Dreißigjährigen Krieges

8.5

Aufmachung

8.4/10

Umfang

8.8/10

Schreibstil

8.5/10

Thema

8.5/10

Aufbau

8.4/10

Lesbarkeit

8.4/10

Illustrationen Cover

8.7/10

Umsetzung

8.5/10

Hat mir besonders gefallen

  • Das Buch überzeugt durch gründlich recherchierte historische Fakten, die das Leben während des Dreißigjährigen Krieges realistisch und greifbar machen.
  • Die Charaktere sind lebendig und gut ausgearbeitet, was es leicht macht, sich in ihre Schicksale hineinzuversetzen und mit ihnen zu fühlen.
  • Die verschiedenen Handlungsstränge sind geschickt miteinander verwoben und sorgen für kontinuierliche Spannung und unerwartete Wendungen.
  • Die Darstellung der Not und des Elends der Menschen während des Krieges ist eindringlich und emotional aufgeladen, was die Geschichten besonders mitreißend macht.
  • Das Hardcover-Format und die hochwertige Druck- und Papierqualität tragen zusätzlich zum Lesegenuss bei.
Mediennerd
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Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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