Fische ist ein Buch von kul-ja! publishing und erschien am 29. Februar 2024.

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Fische
»Was lässt sich nicht alles für wunderbares Garn spinnen zwischen Ostsee und Mulde, in der Stunde zwischen Fisch und Schiff, die der großen Poesie vorbehalten ist, wenn man wie Jörn Hühnerbein die Fäden in der Hand zu halten vermag. Hier wird eine große Tradition aufgerufen, vermeintliche Antipoden – Brecht und Benn, Morgenstern und Wedekind, Bobrowski und Bachmann, ja vielleicht sogar Hermlin und Biermann – werden zusammengebracht, ohne doch je direkt zitiert oder kopiert zu werden. Die kunstvolle Kunstlosigkeit des wie Nebenbei Gereimten ergibt dabei wunderbare Wort-Bilder, die so eingängig wie zwingend sind.« – Jan Röhnert »Jörn ist in all den vielen, vielen Jahren unbeirrbar geblieben, was seine lyrische Sprache anbelangt: keine Moden, keine Mätzchen, kein Nachbeten von kalkulierter Erfolgssprache. Mit seinen winzigen Erzählungen im Gedicht beginnen die stillen Entführungen, die Reisen ohne Zwang, vor allem aus den Städten heraus, aus der sinnlosen Notwendigkeit der Städte. Was hinter diesen Städten auf uns wartet, zeigen seine Gedichte.« – Thomas Kunst ›Fische‹, das ist ein hinreißendes Meeresmuseum oder Ozeaneum, welches von den aqua- bis ultramarinen Prosaminiaturen und Poemen des Liedermachers Jörn Hühnerbeins bevölkert wird. Mit ihren ›Schwimmübungen‹ nähert sich die Bildende Künstlerin Vera Kattler den textuellen Über- und Unterwassergeschöpfen an.
Jörn Hühnerbeins neuestes Werk „Fische“, herausgegeben von kul-ja! publishing, entführt den Leser in eine Welt, die weit über das Alltägliche hinausgeht. Auf 196 Seiten verwebt der Autor, der in Stralsund geboren wurde und heute in Roßwein lebt, lyrische Sprachbilder mit tiefgründigen Themen, die sowohl die Ostsee als auch die Menschlichkeit umspannen. Hühnerbein, bekannt für seine unnachahmliche Fähigkeit, die deutsche Sprache in all ihren Facetten zu nutzen, ohne dabei modischen Trends zu folgen, bleibt auch in „Fische“ seinem Stil treu. Seine Texte sind frei von Klischees und gekünsteltem Pathos, was in der heutigen Literaturlandschaft eine erfrischende Ausnahme darstellt. Die Gedichte und kurzen Prosatexte sind wie winzige Erzählungen, die den Leser sanft, aber bestimmt aus der Hektik des städtischen Lebens entführen und in eine Welt eintauchen lassen, die sowohl ruhig als auch introspektiv ist.
Die thematische Vielfalt von „Fische“ ist bemerkenswert. Hühnerbein schafft es, unterschiedliche literarische Größen wie Brecht, Benn und Bachmann zu ehren, ohne sich dabei auf einfache Zitate oder Nachahmungen zu stützen. Stattdessen entstehen durch seine originelle Art der Textgestaltung neue, eigenständige Bilder und Stimmungen, die den Leser zum Nachdenken anregen. Ein weiterer Aspekt, der dieses Buch besonders macht, ist die Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Vera Kattler. Ihre Illustrationen, die sich den Texten sowohl anpassen als auch entgegenstellen, bereichern das Leseerlebnis um eine visuelle Ebene. Kattlers Arbeiten sind bekannt für ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Fremden und dem Anderen, was eine spannende Ergänzung zu Hühnerbeins Texten bildet.
Was „Fische“ letztlich zu einem unvergesslichen Erlebnis macht, ist die Fähigkeit des Autors, einfache Alltagsmomente in etwas Poetisches und Tiefgründiges zu verwandeln. Die Gedichte sind zugänglich und dennoch komplex, eingängig und doch herausfordernd. Sie laden den Leser ein, über die Grenzen des Bekannten hinauszudenken und sich auf eine Reise zu begeben, die sowohl erkenntnisreich als auch ästhetisch bereichernd ist.
Abschließend kann gesagt werden, dass „Fische“ von Jörn Hühnerbein ein Must-Have für alle Liebhaber der deutschen Lyrik ist. Das Buch bietet nicht nur eine Reise durch die Gezeiten der Sprache, sondern auch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Themen, die uns als Menschen und Gesellschaft bewegen. Es ist eine literarische Erforschung dessen, was es bedeutet, im Hier und Jetzt zu leben und gleichzeitig über den Horizont hinauszublicken.
Aus demselben Verlag kann ich auch das Buch „counting magpies“ empfehlen: „Mag-mag-mag“ ‒ Wenn die Elster ihre Stimme erhebt, wird sie uns nicht von eigener Liebe sprechen. Vielleicht wird sie sich zu einem Kommentar aus dem Fundus ihres Schatznestes herablassen oder die geraubten Gegenstände darin zählen…
Fische
Hat mir besonders gefallen
- Jörn Hühnerbein bleibt in "Fische" seinem einzigartigen Stil treu, vermeidet modische Trends und setzt auf eine authentische Sprachverwendung, die frei von Klischees und gekünsteltem Pathos ist.
- Der Autor ehrt große literarische Persönlichkeiten wie Brecht und Bachmann durch die kunstvolle Verwebung ihrer Stile, ohne dabei in direkte Zitate oder Nachahmungen zu verfallen, was zu originellen und gedankenreichen Texten führt.
- Die Gedichte und kurzen Prosatexte in "Fische" bieten eine reiche thematische Vielfalt und eine Mischung aus Alltagsmomenten und tiefergehenden Reflexionen, die sowohl zugänglich als auch intellektuell herausfordernd sind.

