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Das College: In der Nacht kommt der Tod

Das College: In der Nacht kommt der Tod ist ein Thriller von dtv und erschien am 28. Dezember 2023. 

Das College: In der Nacht kommt der Tod

Vor zehn Jahren hat Hannah die Leiche ihrer Freundin April gefunden. Es war das Ende ihrer sorglosen Zeit als Studentin in Oxford und das Ende ihres unbeschwerten Lebens. Damals schien klar, wer April ermordete. Aber jetzt kommen Hannah furchtbare Zweifel: Hat ihre Aussage einen Unschuldigen hinter Gitter gebracht? Sie muss die Wahrheit herausfinden. Auch wenn dabei ihr eigenes Leben in Gefahr gerät.

Als begeisterter Leser von atmosphärischen Thrillern bin ich kürzlich auf „Das College: In der Nacht kommt der Tod“ von Ruth Ware gestoßen, ein Werk, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat. Ruth Ware, bekannt für ihre fesselnden Geschichten, hat es auch in diesem Roman geschafft, mich vollkommen in die Welt des Colleges in Oxford eintauchen zu lassen. Die Geschichte dreht sich um Hannah, die zehn Jahre nach dem schockierenden Mord an ihrer Freundin April, immer noch mit den Schatten der Vergangenheit kämpft. Damals war ich mir sicher, dass Neville, der seltsame Pförtner, der Täter war. Doch nun, da er im Gefängnis verstorben ist, kommen mir, genau wie Hannah, Zweifel. Diese Wendung führte mich durch eine Achterbahn der Emotionen und ließ mich bis zum Schluss im Dunkeln tappen.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Art und Weise, wie Ware die Charaktere zeichnet. Hannah als Hauptfigur ist vielschichtig und realistisch dargestellt. Ihre Naivität und Sprunghaftigkeit machen sie menschlich und greifbar, auch wenn es manchmal schwerfällt, ihre Handlungen nachzuvollziehen. April, das It-Girl mit zwei Gesichtern, ist ebenfalls eine faszinierende Figur. Ihre Beziehung zu Hannah – geprägt von Kontrasten wie Feuer und Wasser – verleiht der Erzählung eine besondere Dynamik. Die Struktur des Buches, mit Wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ermöglichte es mir, tief in die Geschichte einzutauchen. Die detaillierten Beschreibungen des College-Lebens sind anschaulich, könnten für manche Leser jedoch als etwas langatmig empfunden werden. Diese langsamen Passagen bauen jedoch eine dichte Atmosphäre auf, die für die Gesamtwirkung des Romans unerlässlich ist.

Was die Spannung betrifft, so nimmt das Buch eine Weile in Anspruch, um Fahrt aufzunehmen. Der eigentliche Thriller beginnt erst in der zweiten Buchhälfte. Hier zeigt Ware ihr wahres Können und führt die Leser geschickt auf falsche Fährten. Ich war bis zum Schluss auf der falschen Spur und die Auflösung war sowohl überraschend als auch überzeugend. Ruth Wares Schreibstil ist klar und flüssig, was das Lesen sehr angenehm macht. Die erste Hälfte des Buches könnte straffer sein, doch im Nachhinein macht jede Szene und jeder Dialog Sinn.

Es ist eine fesselnde Lektüre, die sowohl Elemente eines Romans als auch eines Thrillers vereint. Es mag nicht der typische Thriller sein, aber gerade diese Mischung macht „Das College“ besonders. Für Leser, die sich auf eine komplexe Geschichte mit gut ausgearbeiteten Charakteren und unerwarteten Wendungen einlassen möchten, ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Es erfordert etwas Geduld und Eintauchen in die Gedankenwelt der Protagonistin, aber das Endergebnis ist zweifellos lohnenswert.

Das College: In der Nacht kommt der Tod

8.6

Aufmachung

8.7/10

Umfang

8.7/10

Schreibstil / Bilder

8.4/10

Umsetzung

8.6/10

Hat mir besonders gefallen

  • Die Charaktere, insbesondere die Hauptfigur Hannah, sind vielschichtig und realistisch dargestellt, was zu einer tiefen emotionalen Verbindung führt.
  • Die detaillierten Beschreibungen des College-Lebens in Oxford tragen zu einer eindrucksvollen und authentischen Atmosphäre bei.
  • Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Ereignisse und steigert die Spannung.
  • Die Geschichte bietet mehrere unerwartete Wendungen, die den Leser bis zum Ende im Unklaren lassen.
  • Die Auflösung ist plausibel und lässt keine Fragen offen, was für ein befriedigendes Leseerlebnis sorgt.

War nicht ganz so toll

  • Einige Abschnitte, besonders in der ersten Buchhälfte, können als zu ausführlich und langsam empfunden werden.
  • Der Thriller benötigt eine gewisse Zeit, um an Fahrt aufzunehmen, was anfangs die Spannung mindert.
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