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1983. Verfluchte Hitze

1983. Verfluchte Hitze ist ein Buch aus dem Rotpunktverlag und erschien am 20. März 2024.

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1983. Verfluchte Hitze

Der russische Hellseher Danilo Gromow liegt tot in seiner düsteren Villa und seine Butlerin Jana ist wie immer sturzbetrunken. Ausgerechnet Kriminalkommissär Heiner Glut, der tags zuvor einen Wald in Brand gesteckt hat, soll diesen Fall lösen. Den einzigen Hinweis, den er findet, ist der Eintrag »Novosti« in Gromows Agenda. Unterstützte der dubiose Prophet die Berner Filiale der sowjetischen Nachrichtenagentur Novosti, die Bundesrat Rudolf Friedrich gerade in einer Hauruckaktion schließen lassen will? 1983.?Verfluchte Hitze verdichtet drei historische Ereignisse – den Skandal um die Berner Novosti¬-Agentur, den spektakulären Fall einer Basler Spionin in sowjetischen Diensten und den Mord an einem Hellseher – zu einer tragikomischen Bestandsaufnahme des Jahrs 1983. Es ist der letzte Höhepunkt des Kalten Kriegs, Europa streitet über den Nato¬-Doppelbeschluss, Nenas »99 Luftballons« laufen in Dauerschleife und die Sommertemperaturen steigen erstmals auf 40 Grad. Während Holliger seinen historischen Figuren verbriefte Zitate in den Mund legt, schreibt er für sein Ermittlerteam pointierte Dialoge, die den vielfach ausgezeichneten Theater- und Hörspielautor erkennen lassen.

Lukas Holligers neuester Roman „1983. Verfluchte Hitze“ entführt uns auf eine fesselnde Reise in die politisch aufgeladene Atmosphäre des Jahres 1983, in der Europa vom Kalten Krieg und von schwindelerregenden Sommertemperaturen beherrscht wird. Auf 224 Seiten, die reich an historischen Begebenheiten und fiktionaler Brillanz sind, bietet Holliger ein Werk, das sich als Pflichtlektüre für Liebhaber spannungsgeladener Krimis und historischer Dramen erweist. Die Geschichte beginnt mit einem schockierenden Ereignis: Der russische Hellseher Danilo Gromow wird tot in seiner Villa aufgefunden, und Kriminalkommissär Heiner Glut, selbst unter dem Druck eines Missgeschicks stehend – er hat einen Waldbrand verursacht –, muss den rätselhaften Mord aufklären. Die einzige Spur ist ein mysteriöser Eintrag in Gromows Agenda: „Novosti“. Dieses Detail führt uns in die Tiefen eines Spionagekomplotts und wirft Licht auf die politischen Spannungen der Zeit.

Holligers Stil ist präzise und evokativ. Besonders beeindruckend sind die Dialoge, die so pointiert sind, dass sie den Leser sofort in ihren Bann ziehen. Die sorgfältige Verschmelzung von historischer Genauigkeit und dramatischer Erzählkunst macht dieses Buch zu einem einzigartigen Erlebnis. Holliger legt seinen historischen Figuren authentische Zitate in den Mund und erweckt sie damit zum Leben, während er die fiktiven Charaktere mit einer Tiefe ausstattet, die typisch für seine Arbeiten als renommierter Theater- und Hörspielautor ist. Die Szenen, in denen der Tod Gromows beschrieben wird, sind mit einer solchen Detailtreue und poetischen Schärfe geschrieben, dass man als Leser den kalten Hauch des Todes förmlich spüren kann. Die Beschreibung des Tatorts – ein lila Bademantel, eine Blutlache, die den Boden bedeckt, und Pantoffeln, die wie verlorene Schiffe darin treiben – ist nicht nur bildhaft, sondern zeugt von einer tiefen menschlichen Berührung, die durch die Tragik des Alleinseins und der Verlassenheit unterstrichen wird.

Nicht zuletzt ist „1983. Verfluchte Hitze“ ein Kommentar zu den sozialen und politischen Verhältnissen der 1980er Jahre, eingefangen in einer packenden Erzählung, die sowohl die Hitze des Sommers als auch die der geopolitischen Konflikte spürbar macht. Holliger gelingt es, den Geist dieser Zeit einzufangen, von Nenas „99 Luftballons“ bis hin zu den hitzigen Debatten um den NATO-Doppelbeschluss. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lukas Holligers „1983. Verfluchte Hitze“ ein kraftvolles Werk ist, das durch seine geschickte Handhabung von Geschichte und Fiktion besticht.

1983. Verfluchte Hitze

8

Aufmachung

7.8/10

Umfang

8.0/10

Schreibstil

8.2/10

Thema

8.2/10

Aufbau

8.1/10

Lesbarkeit

8.2/10

Illustrationen Cover

7.8/10

Umsetzung

8.0/10

Hat mir besonders gefallen

  • Der Roman verknüpft mehrere historische Ereignisse des Jahres 1983 zu einer spannenden Erzählung, die sowohl historisch informativ als auch unterhaltsam ist.
  • Lukas Holliger nutzt seine Erfahrung als Theater- und Hörspielautor, um tiefgründige und nuancierte Charaktere zu schaffen, deren Dialoge besonders pointiert und wirkungsvoll sind.
  • Durch das Einweben echter historischer Zitate und Begebenheiten in die Handlung verleiht Holliger der Erzählung eine glaubwürdige und lebendige Atmosphäre.
  • Die Beschreibungen sind präzise und poetisch, insbesondere bei der Darstellung des Tatorts, was die Leser tief in das Geschehen eintauchen lässt.
  • Der Roman spiegelt die sozialen und politischen Zustände der 80er Jahre wider und schafft dadurch eine reichhaltige kulturelle Kontextualisierung, die über den reinen Kriminalfall hinausgeht.
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