Wir müssen über Rassismus sprechen

Wir müssen über Rassismus sprechen ist ein Buch aus dem HOFFMANN UND CAMPE Verlag vom 16. Juli 2020.

Wir müssen über Rassismus sprechen

Rassismus ist kein Phänomen, das man lediglich am rechten Rand unserer Gesellschaft findet. Doch wir haben verlernt, ihn zu sehen und streiten ab, dass er in unserem Denken eine Rolle spielt (etwa, wenn Sigmar Gabriel Clemens Tönnies mit den Worten verteidigt: »Das ist Quatsch, wer ihn kennt, weiß, dass er kein Rassist ist. Vor allem aber verniedlicht dieser Vergleich die wirklichen Rassisten!«). Dieses Herunterspielen von Hetze und Vorurteilen und das Umdrehen eines solchen Vorwurfs als persönlichen Angriff gegen den Sprecher nennt Robin DiAngelo »Weiße Fragilität«. DiAngelo zeigt, wie wir ihn alle (oft unbewusst) nutzen. Dabei wissen wir aus jüngster Vergangenheit, wie schnell aus scheinbar harmlosen Worten Taten werden.

Wie weit sich diese gefährliche Rhetorik vom rechten Rand bereits in die Mitte vorgefressen hat, zeigt Rassismus-Forscherin DiAngelo anhand erschreckender alltäglicher Beispiele. Ein Buch, das weh tut, das aufweckt, das aber auch zeigt, wie rassistisches Denken endlich aus unserer Gesellschaft verschwinden kann.

Das Buch hat in vielerlei Hinsicht recht. Viele unserer Ansichten beruhen auf Begebenheiten von früher und manche Dinge brauchen einige Generationen um aus den Köpfen zu kommen, so etwas passiert nicht von heute auf morgen leider. Was ich mich allerdings bei dem Buch stark frage, ist der Sinn dahinter eigentlich? Ich glaube nicht, dass es rassenfeindliche Menschen lesen werden, vielleicht erzählen wir es aber intensiver weiter? Wie dem auch sei, das Buch bietet keine neuen Erkenntnisse, konfrontiert und nur nochmal genauer mit der Thematik.

Aus demselben Verlag kann ich euch auch den Roman Zorn und Stille empfehlen: Die Fotografin Billy Bana ist eine moderne Nomadin, die ihre Herkunft scheinbar hinter sich gelassen hat. Als ihr Vater stirbt, wird Billy von der Vergangenheit eingeholt, ihrem Aufwachsen als Gastarbeiterkind in Wien: Was wurde aus den Träumen ihrer Eltern? Warum kam es zum Bruch mit ihrer Familie? Und wie konnte ihr kleiner Bruder bloß spurlos verschwinden?

Wir müssen über Rassismus sprechen

7.6

Aufmachung

7.3/10

Umfang

8.7/10

Schreibstil

7.0/10

Umsetzung

7.5/10

Hat mir besonders gefallen

  • Das Buch hab absolut recht
  • Man muss sich mehr drum kümmern
Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.