The Last Spell – Tales of Torment (NACON)
Februar 2026
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In Tales of Torment erwarten euch brutale Herausforderungen, neue Ziele mit fantastischen Belohnungen und die mächtigsten Gegenstände und Vorteile, die dem Spiel je hinzugefügt wurden.
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Entwickler: Ishtar Games
Genre: Rollenspiel
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86%
Spielspaß 88%
Wiederspielbarkeit 87%
Langzeitmotivation 78%
Grafik 85%
Umsetzung |
| Für Fans von The Last Spell ist Tales of Torment eine klare Empfehlung. |

The Last Spell – Tales of Torment
Es gibt DLCs, die fühlen sich an wie ein paar zusätzliche Missionen. Und es gibt DLCs, die das Grundspiel ernsthaft erweitern. Tales of Torment gehört klar zur zweiten Kategorie. Wer The Last Spell gespielt hat, weiß: Dieses Spiel lebt von Druck, von gnadenlosen Nächten, von Helden, die man langsam aufbaut – nur um sie manchmal trotzdem sterben zu sehen. Genau dieses Gefühl greift der DLC auf und dreht die Schrauben noch ein Stück weiter.
Schon nach den ersten Runs war mir klar: Das hier ist kein Wohlfühl-Add-on. Tales of Torment will erfahrene Spieler fordern. Es will, dass du deine Routinen hinterfragst. Es will, dass du scheiterst, neu planst und wieder von vorne anfängst.
Und genau das macht diesen DLC so wertvoll.
Neue Qualen für alte Helden
Das zentrale neue Feature von Tales of Torment sind die namensgebenden „Torments“. Dabei handelt es sich um Modifikatoren, die Runs gezielt schwerer, unberechenbarer oder schlicht grausamer machen. Gegner verhalten sich anders, Ressourcen werden knapper, bestimmte Mechaniken greifen aggressiver.
Was mir daran gefällt: Diese Torments fühlen sich nicht wie billige Schwierigkeitsregler an. Es ist nicht einfach nur „mehr Schaden“ oder „mehr Gegner“. Stattdessen verändern sie das Spielgefühl. Plötzlich musst du Builds neu denken, andere Prioritäten setzen, deine Verteidigung anders planen.
Ich hatte mehrere Partien, in denen meine gewohnten Strategien komplett versagt haben. Türme standen falsch, Helden waren falsch geskillt, Ressourcen zu früh verbrannt. Und genau da entsteht dieser typische The Last Spell-Moment: Du sitzt da, schaust auf deine zerfallende Stadt und denkst dir, okay – nächster Versuch, diesmal smarter.

Mehr Abwechslung im Kernloop
Das Hauptspiel lebt von seinem Rhythmus: Tagsüber planen, nachts überleben. Dieser Loop ist auch im DLC unverändert, wird aber durch neue Herausforderungen deutlich aufgefrischt. Bestimmte Gegnerarten tauchen früher auf, Angriffsrichtungen ändern sich, und manche Nächte fühlen sich plötzlich wie Endgame an, obwohl du eigentlich noch mitten im Run steckst.
Das sorgt dafür, dass sich alte Maps wieder neu anfühlen. Selbst Orte, die man im Basisspiel schon dutzende Male verteidigt hat, bekommen durch die Torments eine andere Dynamik. Ich musste meine Verteidigungsringe umstellen, meine Helden breiter aufstellen und deutlich vorsichtiger mit Mana und Gold umgehen.
Gerade für Spieler, die das Grundspiel bereits gemeistert haben, ist das ein echter Gewinn. Der DLC verhindert, dass Routine einkehrt.
Progression bleibt König
Was The Last Spell immer ausgezeichnet hat, ist seine langfristige Progression. Jeder Run bringt Meta-Fortschritt. Neue Perks, neue Startoptionen, bessere Voraussetzungen für den nächsten Versuch. Tales of Torment fügt sich hier nahtlos ein.
Du bekommst zusätzliche Freischaltungen, neue Herausforderungen und weitere Möglichkeiten, deinen Spielstil zu verfeinern. Besonders schön: Der DLC zwingt dich nicht in eine bestimmte Richtung. Du kannst weiterhin auf klassische Fernkampf-Builds setzen, auf Magie, auf Nahkampfmonster – aber jede Variante wird durch die neuen Modifikatoren auf die Probe gestellt.
Ich habe Builds ausprobiert, die ich im Hauptspiel längst abgeschrieben hatte, einfach weil bestimmte Torments ihnen plötzlich neue Relevanz gegeben haben. Das ist gutes Design.

Atmosphäre: Hoffnungslos, aber motivierend
Atmosphärisch bleibt Tales of Torment dem Hauptspiel treu. Die Welt ist düster, die Städte liegen in Trümmern, die Monster kommen in Wellen. Visuell gibt es keine Revolution, aber das ist auch nicht nötig. Der Stil von The Last Spell trägt weiterhin hervorragend.
Was mich immer wieder beeindruckt: Trotz der permanenten Bedrohung fühlt sich das Spiel nicht erdrückend an. Es ist hart, ja. Aber es motiviert. Jeder verlorene Run ist gleichzeitig eine Lektion. Man lernt, optimiert, probiert neue Ansätze.
Der Soundtrack bleibt dezent im Hintergrund, unterstützt die Spannung, ohne sich aufzudrängen. Treffer, Zauber und Monstergeräusche sind klar hörbar, was gerade in chaotischen Nächten enorm wichtig ist.
Für wen ist dieser DLC?
Ganz ehrlich: Tales of Torment ist nicht für Neueinsteiger gedacht. Wer gerade erst mit The Last Spell angefangen hat, sollte zuerst das Basisspiel richtig kennenlernen. Der DLC richtet sich klar an Spieler, die das Original bereits verstanden haben und nach neuen Herausforderungen suchen.
Für diese Zielgruppe ist er allerdings nahezu perfekt. Er erweitert nicht nur den Umfang, sondern vertieft das Spielgefühl. Es geht weniger um neue Inhalte im klassischen Sinne und mehr um neue Arten zu leiden – im besten Sinne.

Kritikpunkte: Kein großer Sprung, sondern Feinschliff
So stark Tales of Torment ist, man muss ehrlich bleiben: Es ist eine Erweiterung, keine Neuerfindung. Wer auf komplett neue Maps, radikal andere Mechaniken oder eine große Story-Erweiterung gehofft hat, wird enttäuscht sein.
Auch grafisch bleibt alles beim Alten. Das ist okay, aber eben auch erwartbar.
Zudem steigt der Schwierigkeitsgrad spürbar an. Manche Torments fühlen sich brutal an, vor allem in Kombination. Das kann frustrieren, wenn man Pech mit Gegnerkombinationen hat. Hier hätte ich mir stellenweise etwas feinere Skalierung gewünscht.
Aber: Diese Härte ist Teil der Identität des Spiels. Und der DLC bleibt dieser Linie treu.

Fazit: Ein DLC für Masochisten mit Strategieherz
Tales of Torment ist genau das, was ein gutes DLC sein sollte: Es vertieft das bestehende System, fordert erfahrene Spieler heraus und sorgt dafür, dass sich bekannte Inhalte wieder frisch anfühlen.
Ich hatte mehrere Abende, an denen ich „nur noch einen Run“ spielen wollte – und plötzlich zwei Stunden später immer noch dabei war, meine Verteidigung neu zu planen. Genau dieses Soggefühl erzeugt der DLC zuverlässig.
Für Fans von The Last Spell ist Tales of Torment eine klare Empfehlung. Es ist kein spektakulärer Neustart, aber ein kluger, durchdachter Ausbau eines ohnehin starken Spiels.

