Sword & Shield Simulator (PlayWay S.A.)
AUGUST 2026
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Werde ein mittelalterlicher Schmied. Schmilz Erz, hämmere Stahl auf dem Amboss, schleife die Klinge und entwirf eigene Schwerter. Fertige Schilde, schmiede Werkzeuge und Alltagswaren, erfülle Aufträge und verdiene dein Geld, Klinge für Klinge. Deine Schmiede, deine Legende.
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Entwickler: Wildlands Interactive
Genre: Simulation
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70%
Spielspaß 72%
Wiederspielbarkeit 70%
Langzeitmotivation 67%
Grafik 64%
Umsetzung |
| Sword & Shield Simulator besitzt eine wirklich gute Grundidee. |

Sword & Shield Simulator
Es gibt Simulatoren, bei denen bereits die Grundidee neugierig macht, und Sword & Shield Simulator gehört für mich eindeutig dazu. Statt wieder einen Laden zu führen oder irgendwelche Fahrzeuge zu reinigen, werde ich hier zum mittelalterlichen Schmied. Erz beschaffen, Materialien einschmelzen, Metall erhitzen, Schwerter schmieden, Klingen schleifen, Schilde herstellen und anschließend mit der eigenen Arbeit Geld verdienen – daraus könnte eigentlich ein richtig guter Simulator entstehen. Seit dem 11. August 2026 befindet sich das Spiel im Early Access, und genau diesen Status sollte man bei einer Bewertung unbedingt berücksichtigen. Denn aktuell steckt hier zwar bereits erstaunlich viel drin, gleichzeitig merkt man aber an sehr vielen Stellen, dass Wildlands Interactive noch einiges an Arbeit vor sich hat.
Interessant ist dabei, dass Sword & Shield Simulator wesentlich mehr sein möchte als nur eine Ansammlung kleiner Schmiede-Minispiele. Es gibt eine mittelalterliche Welt zu erkunden, Ressourcen können gesammelt werden, Händler warten auf Geschäfte, Aufträge führen durch verschiedene Gebiete und sogar Jagd, Holzhacken, Bergbau und kleinere kriminelle Aktivitäten gehören zum Paket. Das klingt zunächst fantastisch. In der Praxis ist genau diese Menge an Ideen aber gleichzeitig eine der Schwächen, denn viele Systeme fühlen sich momentan noch nicht so rund an, wie ich es mir wünschen würde.

Die Schmiede ist eindeutig der interessanteste Teil
Am besten funktioniert das Spiel für mich dann, wenn ich tatsächlich meinem Beruf nachgehe. Die Herstellung einer Waffe besteht nicht einfach daraus, in einem Menü auf „Schwert herstellen“ zu klicken. Materialien müssen verarbeitet und unterschiedliche Arbeitsstationen benutzt werden. Metall wird eingeschmolzen, Klingen werden geschmiedet und anschließend geschärft, während verschiedene Bauteile miteinander kombiniert werden können. Selbst kleinere Gegenstände wie Nägel, Messer, Dietriche oder einzelne Waffenkomponenten lassen sich am Amboss herstellen.
Genau hier zeigt Sword & Shield Simulator, welches Potenzial in der Idee steckt. Besonders das Zusammenstellen eigener Schwerter macht Spaß, weil ich tatsächlich das Gefühl bekomme, einen Gegenstand herzustellen und nicht lediglich einen Produktionsbalken zu füllen. Unterschiedliche Materialien beeinflussen die Ergebnisse, Komponenten können kombiniert werden und die Qualität der fertigen Waffe spielt beim Verkauf eine Rolle. Wenn das Spiel diese Mechaniken weiter ausbaut und verbessert, könnte daraus irgendwann eine richtig gute Schmiedesimulation werden.
Vom Rohstoff bis zum fertigen Schwert
Damit ich überhaupt etwas schmieden kann, brauche ich natürlich Materialien. Und die liegen nicht einfach unbegrenzt in einer Kiste neben dem Amboss. Erz lässt sich abbauen, Bäume können gefällt und weitere Ressourcen in der Spielwelt gesammelt werden. Dazu kommt die Jagd auf Tiere, deren Materialien anschließend ebenfalls weiterverwendet werden können. Händler ermöglichen wiederum den Kauf und Tausch benötigter Waren.
Dadurch entsteht grundsätzlich ein schöner Kreislauf. Ich verlasse meine Werkstatt, besorge Ressourcen, kehre zurück, verarbeite diese und stelle daraus Gegenstände her. Anschließend werden Aufträge erfüllt oder Waren verkauft und mit dem verdienten Geld geht es weiter. Das Problem ist momentan weniger die Idee als die Ausführung. Viele dieser Tätigkeiten besitzen noch nicht genügend Tiefe und Feinschliff, sodass sie nach einiger Zeit eher wie zusätzliche Beschäftigung wirken. Hier müsste der Early Access noch stärker dafür genutzt werden, die vorhandenen Systeme enger miteinander zu verbinden.

Eine überraschend große Welt rund um die Schmiede
Was mich tatsächlich überrascht hat, ist der Umfang, den Wildlands Interactive bereits anstrebt. Zum Early-Access-Start sind drei Regionen enthalten: Danburg, Bloodlands und Grainmill. Die Entwickler sprechen von mehr als 140 Story-Missionen sowie zusätzlichen Nebenaufgaben und Sammelobjekten. Später soll mit Talstein noch das größte Gebiet hinzukommen, für das rund 98 weitere Story-Missionen, zusätzliche Orte und weitere Inhalte geplant sind.
Damit unterscheidet sich das Spiel deutlich von Simulatoren, bei denen man praktisch seine gesamte Spielzeit in einer Werkstatt verbringt. Hier soll tatsächlich das Gefühl entstehen, Teil einer mittelalterlichen Welt zu sein. Man trifft NPCs, erkundet Gebiete und stößt auf unterschiedliche Beschäftigungen. Die Geschichte rund um Richard und seinen Vater liefert zudem einen Rahmen für die eigene Reise. Das ist ambitioniert und grundsätzlich sympathisch, aber gerade deshalb hätte ich mir an manchen Stellen lieber etwas weniger Umfang und dafür mehr Qualität gewünscht.
Dietriche, Gefängnis und ein Leben abseits des Ambosses
Einige Ideen sind durchaus kurios. Selbst hergestellte Dietriche können beispielsweise verwendet werden, um in Gebäude einzubrechen und Gegenstände zu stehlen oder Beweise zu suchen. Wird man dabei erwischt, landet man im Gefängnis. Dazu kommen eine Diebesgilde, Minispiele, Handel, Erkundung und weitere Nebenbeschäftigungen.
Solche Dinge gefallen mir grundsätzlich, weil sie das Schmiedeleben auflockern. Gleichzeitig entsteht dadurch manchmal der Eindruck, dass Sword & Shield Simulator unbedingt alles gleichzeitig sein möchte. Schmiedesimulator, Rollenspiel, Open-World-Abenteuer, Ressourcenmanagement und ein bisschen Mittelalter-Sandbox werden miteinander vermischt. Für die weitere Entwicklung würde ich mir deshalb wünschen, dass vor allem die Schmiedemechaniken im Mittelpunkt bleiben. Sie sind das Alleinstellungsmerkmal und der Teil, bei dem das Spiel seine größten Stärken besitzt.

Technisch ist der Early Access noch deutlich zu spüren
Und damit kommen wir zum momentan größten Problem: Sword & Shield Simulator ist schlicht noch ziemlich unfertig. Gerade rund um den Release wurden zahlreiche technische Probleme gemeldet. Die Entwickler reagierten bereits mit Updates und beseitigten unter anderem Probleme mit doppelten Gegenständen, Fast Travel, Questmarkierungen, gespeicherten Tastenbelegungen und verschiedenen UI-Elementen. Auch Navigation, Wirtschaft und Bedienung gehören zu den Bereichen, an denen weiter gearbeitet werden soll.
Das ist einerseits positiv, weil offensichtlich auf Feedback reagiert wird. Andererseits zeigt die lange Liste an Änderungen kurz nach Veröffentlichung eben auch, in welchem Zustand das Spiel gestartet ist. Steuerung und Benutzeroberfläche können noch hakelig wirken, manche Abläufe erklären sich nicht besonders gut und verschiedene Systeme benötigen deutlich mehr Politur. Gerade bei einer Simulation, in der man ständig Gegenstände aufnimmt, verschiebt, verarbeitet und an unterschiedlichen Stationen benutzt, ist eine saubere Bedienung enorm wichtig.
Die Steam-Bewertungen sprechen eine deutliche Sprache
Dass ich mit dieser Einschätzung nicht allein bin, zeigen die bisherigen Reaktionen ziemlich deutlich. Anfang September sind lediglich rund ein Viertel der Steam-Nutzerbewertungen positiv. Bei etwas mehr als 50 Rezensionen ist die Datenbasis zwar noch relativ klein, trotzdem ist ein Anteil von ungefähr 24 Prozent positiv natürlich kein gutes Ergebnis.
Das bedeutet für mich allerdings nicht, dass Sword & Shield Simulator grundsätzlich ein schlechtes Spiel ist. Ich sehe eher ein Spiel, das zu früh veröffentlicht wurde beziehungsweise bei dem der Early-Access-Hinweis wirklich ernst genommen werden muss. Die grundlegenden Ideen sind vorhanden und teilweise sogar richtig gut. Es fehlt momentan vor allem an Feinschliff, Balancing, Komfort und technischer Stabilität.

Grafisch zwischen hübscher Mittelalterstimmung und Indie-Rauheit
Optisch hinterlässt das Spiel einen gemischten Eindruck. Einige mittelalterliche Umgebungen besitzen durchaus Atmosphäre, und gerade die Werkstatt vermittelt mit Feuer, Amboss und Werkzeugen das passende Schmiedegefühl. Gleichzeitig sieht man aber regelmäßig, dass hier keine große AAA-Produktion dahintersteht. Charaktere, Animationen und manche Umgebungsdetails können ziemlich einfach wirken.
Das wäre für mich überhaupt kein großes Problem, wenn dafür sämtliche Interaktionen perfekt funktionieren würden. Bei einem Simulator ist mir ein überzeugendes Spielgefühl wesentlich wichtiger als perfekte Gesichtsanimationen. Momentan kommen allerdings die optischen Schwächen und die noch vorhandenen technischen Unsauberkeiten zusammen, wodurch das Gesamtbild stellenweise deutlich unfertiger wirkt, als es eigentlich müsste.
Viel Potenzial, aber momentan noch keine Empfehlung für jeden
Das Interessante an Sword & Shield Simulator ist für mich, dass ich relativ leicht erkennen kann, was daraus einmal werden könnte. Das Schmieden besitzt eine gute Grundlage, das modulare Zusammenstellen von Waffen passt hervorragend zum Thema und die Idee, Rohstoffe tatsächlich selbst zu beschaffen, gibt den hergestellten Gegenständen einen höheren Wert. Dazu kommen eine überraschend große Spielwelt, Quests und viele Nebenmechaniken.
Aber Potenzial allein reicht für eine hohe Bewertung nicht. Ich bewerte schließlich das Spiel, das momentan vorhanden ist, und nicht das Spiel, das vielleicht in sechs Monaten daraus geworden ist. Die Entwickler planen für den Early Access weitere Inhalte und Verbesserungen und gehen derzeit von ungefähr drei bis sechs Monaten Early Access aus. Gerade deshalb dürfte es interessant sein, Sword & Shield Simulator später noch einmal anzuschauen.

Fazit – Der Rohling muss noch geschmiedet werden
Sword & Shield Simulator besitzt eine wirklich gute Grundidee. Selbst Materialien sammeln, Metall einschmelzen, am Amboss arbeiten, Klingen schleifen, eigene Schwerter zusammenstellen und damit Aufträge erfüllen – genau daraus kann ein richtig motivierender Simulator entstehen. Besonders die eigentliche Schmiedearbeit hebt das Spiel von vielen anderen Simulatoren ab, bei denen man letztlich nur immer wieder dieselben Gegenstände anklickt.
Aktuell ist das Gesamtpaket allerdings noch zu roh. Zu viele Mechaniken konkurrieren miteinander, Bedienung und Benutzeroberfläche brauchen weiteren Feinschliff und technisch gibt es noch einiges zu verbessern. Die überwiegend negativen Steam-Reaktionen kommen daher nicht völlig überraschend. Trotzdem würde ich das Spiel keineswegs abschreiben. Wildlands Interactive reagiert bereits auf Probleme und die vorhandene Grundlage ist interessant genug, um die weitere Entwicklung im Auge zu behalten. Im Moment ist Sword & Shield Simulator für mich deshalb ein typischer Early-Access-Titel: spannende Idee, einige richtig gute Ansätze, aber eben auch noch deutlich sichtbare Baustellen.



