So erkennen Sie Falschgeld selbst

Es ist wohl jedermanns größter Albtraum, wenn man im Supermarkt bezahlten will und einem plötzlich verkündet wird, dass der übergebene Geldschein eine Fälschung ist.

Das ist nicht nur der Horror, weil man Geld verloren hat, sondern man steht auch gleich unter Verdacht, dass man vielleicht selbst willentlich betrügen wollte. Die Kopfschmerzen, die mit so einer Erkenntnis einhergehen, können einem die Tränen die Augen treiben.

Aber Supermarktkassierer haben oft spezielle Geräte, in die Sie die Scheine stecken können, um in Sekundenschnelle zweifelsfrei erkennen zu können, ob es sich hier um Blüten oder um echte Geldscheine handelt. Wie man auch als Otto-Normalverbraucher erkennen kann, ob die Scheine und Münzen in der eigenen Geldbörse echt oder gefälscht sind, verraten wir hier.

Welches Geld wird am häufigsten gefälscht?

Wenn man sich fragt, welche Geldscheine oder Münzen am häufigsten gefälscht werden, liegt die Antwort schnell auf der Hand, wenn man logisch darüber nachdenkt.

Der 50 Euro Schein ist die mit Abstand am häufigsten in Umlauf gerate Banknote und wird vom 20 Euro Schein gefolgt. Zusammen machen diese beiden Banknoten satte 80 Prozent der gefälschten Geldscheine aus. Am seltensten wird der 5 Euro Schein gefälscht, der im Jahr 2019 nur 526 Mal sichergestellt wurde, was gegenüber den 31.028 falschen Fünfzigern verschwindend wenig ist.

Und es ist auch kein Wunder. 5 Euro ist eben zu klein, es lohnt sich schlicht kaum. Man nutzt eher die etwas höheren Noten um an echte 5 Euro Noten zu kommen. Wenn man 5 Euro direkt bezahlt wird, bekommt man höchstens Münzen dafür. An Spielautomaten wird gerne mit kleinen Scheinen bezahlt, also 5 oder 10 Euro Noten, doch das Gesetz ändert sich gerade und bald sind Spielerkarten quasi überall Pflicht. Damit sind Casinos ohne Limit und kleine Banknoten bald aus den Spielhallen verbannt.

Warum bieten sich also die 50- und 20 Euro Banknoten besonders an? Zunächst einmal kommen diese Scheine im täglichen Gebrauch sowieso am häufigsten vor und wenn diese dann akzeptiert werden, bringen Sie den Fälschern den höchsten Gewinn.

Während beim 5- und 10 Euro Schein kaum Wechselgeld herauskommt, erzeugen die großen Scheine ab 100 Euro viel schneller Misstrauen.

So erkennen Sie falsche Banknoten

Sofern sich die Fälscher ins Zeug gelegt haben und echte Profis sind, ist eine Blüte nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Natürlich gibt es auch amateurhafte Versuche, bei denen einfach nur Scheine auf normalem Papier gedruckt werden oder es sogar nur mit einseitig bedruckten Scheinen versucht wird, aber dann brauchen Sie wohl auch kaum Tipps, um das Falschgeld zu erkennen.

Im Umgang mit professionellen Fälschungen, sollten Sie sich an drei Tipps halten, die Ihnen helfen können, eine Blüte zu erkennen.

Tasten

Die Euroscheine, die im Umlauf sind, bestehen zu 90 Prozent aus Baumwolle, weshalb es auch kein Problem ist, wenn mal ein Schein in der Hosentasche vergessen wird und in der Waschmaschine landet.

Dadurch fühlen sich die Scheine auch ganz anders an als normales Schreib- oder Druckpapier. Euroscheine sind reißfester und auch weicher. Auf der Vorderseite können Sie an verschiedenen Stellen ein Relief erspüren. Entweder sind das die Abkürzungen der Europäischen Zentralbank am oberen Rand oder im Falle der neuen Europa-Serie die erweiterten Schriftzüge an der linken Seite.

Außerdem können Sie eine erhöhte kurze Linie am rechten und linken Rand ertasten, sodass viele Fälschungen schon beim Anfassen erkannt werden können.

Anschauen

Wie auch schon früher bei der Deutschen Mark, verfügen auch die Euroscheine über verschiedene visuelle Hinweise, dass es sich um echtes Geld handelt.

Zum einen ist da das Wasserzeichen in Form der griechischen Göttin Europa, das im unbedruckten Bereich der Euroscheine zu sehen ist, wenn Sie den Schein gegen das Licht halten.

Außerdem erscheint der Sicherheitsfaden als dunkler Streifen mit dem Wort EURO und der Wertzahl des Scheins. Und schließlich verfügen alle Scheine ab der 20 Euro Note über das Porträt-Fenster im oberen Bereich des Hologrammstreifens. Dort können Sie dann das Gesicht von Europa in einem kleinen durchsichtigen Fenster sehen.

Kippen

Wenn Sie einen Euroschein ein wenig hin- und herkippen sehen Sie im Hologramm neben dem Gesicht der Europa beim 100 und 200 Euro Schein noch ein Satelliten-Hologramm auf der vorderen Seite rechts oben.

Schließlich gibt es auf den Scheinen unten links auch noch eine Smaragdzahl, deren Farbe sich verändert. Gerade das Portätfenster und die Smaragdzahl erschweren Fälschern das Leben ungemein.

Auch Münzen werden gefälscht

Während die meisten Fälschungen von Banknoten ausgehen, gibt es auch im Bereich der größeren Münzen, also 50 Cent und den Ein- und Zwei-Euro-Münzen durchaus Fälschungsversuche.

Erkennen können Sie diese meist an den Farbtönen, die nicht ganz mit den Originalen übereinstimmen.

Eine weitere sichere Methode können Sie zumindest im Fall der beiden Euromünzen anwenden. Diese sind im Original nämlich magnetisch. Und auch wenn Sie sich leicht wieder vom Magneten ablösen lassen, können Sie so leicht erkennen, ob es sich um echte Münzen handelt.

Bei Fälschungen ist es stattdessen oft so, dass sich diese entweder nur schwer wieder vom Magnet lösen lassen oder aber gar nicht magnetisch sind.

Gastbeitrag

Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.