Rauniot

Rauniot ist ein Adventure von Act Normal Games und erschien am 17. April 2024 auf Steam. 

Rauniot

Im Jahr 1975 brachte eine gewaltige Naturkatastrophe die Zivilisation an den Rand des Abgrunds. Es kam zu Unruhen, schweren Konflikten und Kriegen. Homo homini lupus. Große Kontinente wurden von den Meeren verschlungen. Durch kollabierte nukleare Sprengköpfe und Kraftwerke wurden große Mengen an Schadstoffen freigesetzt. Nicht viele Menschen überlebten diese todbringenden Zeiten. Kinder kamen mutiert oder tot zur Welt und mit ihnen ihre Mütter. Die Väter blieben allein in Bitterkeit und Trauer zurück und wurden zum Kannibalismus getrieben, da die Nahrungsressourcen langsam zur Neige gingen. In dieser traurigen neuen Welt versuchten Natur und Mensch zu überleben und ein Gleichgewicht zu finden. Dennoch gelingt es einigen Menschen, einander gerade genug zu vertrauen, um Gemeinschaften zu bilden, die Schutz, Nahrung, sauberes Wasser, Medizin, Elektrizität und Wissen für ein besseres Leben bieten. Aino gehört zu den Glücklichen, die Teil der Gemeinschaft sind. Aber das kann ein harter Job in dieser Welt sein. Nur wenn du alles gibst, was du bei deinen gefährlichen Reisen und Aufgaben gelernt hast, kannst du die Isolation überwinden.

Als ich „Rauniot“ zum ersten Mal startete, wurde ich sofort in eine Welt geworfen, die von einer Naturkatastrophe und den daraus resultierenden Konflikten gezeichnet ist. Das Spiel beginnt im Jahr 1975, nach einem katastrophalen Ereignis, das die Zivilisation fast vollständig ausgelöscht hat. Die überlebenden Menschen kämpfen in einer düsteren, post-apokalyptischen Landschaft ums Überleben. Die atmosphärischen Hintergrundgeräusche und die visuelle Gestaltung fangen die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit dieser Welt perfekt ein. Die isometrische Perspektive und die detaillierten, nostalgisch anmutenden Grafiken erinnerten mich sofort an späte 90er-Jahre RPGs. Besonders beeindruckt hat mich die Gestaltung der Charaktere und deren Interaktionen. Die Dialoge sind gut geschrieben und bringen die Spannungen und Beziehungen zwischen den Überlebenden gut zur Geltung. Diese menschlichen Elemente verleihen dem Spiel eine emotionale Tiefe, die mich von Anfang an fesselte.

Das Spiel dauert etwa 5 bis 7 Stunden, abhängig davon, wie schnell man die Rätsel löst. Ich persönlich habe einige Zeit an bestimmten Rätseln verbracht, die mehr Hinweise hätten vertragen können. Dennoch fand ich die meisten Rätsel angenehm herausfordernd und intuitiv. Ein bemerkenswerter Aspekt des Spiels ist das Fehlen einer traditionellen Musikuntermalung. Stattdessen setzt „Rauniot“ auf Umgebungsgeräusche wie das Rauschen des Windes oder das Krächzen von Krähen, was die immersive Atmosphäre verstärkt. Besonders gelungen fand ich die Entscheidung, das Spiel nicht in Englisch zu vertonen. Die finnische Sprachausgabe passt hervorragend zum Setting und verleiht dem Spiel eine authentische Note. Die subtilen Unterschiede in den Soundeffekten, je nachdem, auf welchem Untergrund man läuft, tragen weiter zur dichten Atmosphäre bei.

Trotz der überwiegend positiven Aspekte hat „Rauniot“ auch seine Schwächen. Einige Rätsel, besonders diejenigen, die mit Elektrizität zu tun haben, können frustrierend sein, wenn man die Logik dahinter nicht sofort versteht. Es wäre hilfreich, wenn hier mehr Anleitungen gegeben würden. Das Fehlen eines Hotspot-Systems führte manchmal dazu, dass ich kleine, wichtige Gegenstände übersehen habe. Die Navigation durch das Spiel könnte auch flüssiger sein, da einige Rückverfolgungen unnötig langwierig sind. Die Geschichte und das World-Building sind gut durchdacht, obwohl die narrative Tiefe im späteren Spielverlauf etwas nachlässt. Die anfängliche Spannung und das Interesse, die durch die düstere Welt und die menschlichen Schicksale geweckt werden, flachen etwas ab, je weiter man im Spiel voranschreitet. Das Ende des Spiels war jedoch überraschend und hat mich zufrieden zurückgelassen.

Insgesamt ist „Rauniot“ ein Spiel, das für Fans von post-apokalyptischen Settings und isometrischen Abenteuern viel zu bieten hat. Es kombiniert nostalgische Grafiken mit einer dichten, immersiven Atmosphäre und einer soliden, wenn auch manchmal frustrierenden Rätselkonstruktion. Trotz einiger Schwächen in der Spielmechanik und der Erzählweise hat es mir viel Spaß gemacht, die traurige, aber faszinierende Welt von „Rauniot“ zu erkunden. Die sorgfältig gestaltete Soundkulisse und die interessanten Charaktere tragen maßgeblich dazu bei, dass man sich in dieser post-apokalyptischen Vision verlieren kann. „Rauniot“ ist definitiv ein Spiel, das ich weiterempfehlen würde, besonders für diejenigen, die eine Vorliebe für düstere, atmosphärische Abenteuer haben. Es erinnert an alte Klassiker, bringt aber auch frische Ideen und ein einzigartiges Setting mit. Ein gelungener Einstieg von Act Normal Games in die Welt der Abenteuerspiele.

Rauniot

7.5

Spielspaß

7.9/10

Wiederspielbarkeit

7.5/10

Langzeitmnotivation

7.5/10

Grafik

7.2/10

Umsetzung

7.5/10

Hat mir besonders gefallen

  • Die isometrische Perspektive und die detaillierten, nostalgisch anmutenden Grafiken erzeugen eine dichte, immersive Atmosphäre.
  • Die finnische Sprachausgabe passt hervorragend zum Setting und verleiht dem Spiel eine authentische Note.
  • Die Dialoge sind gut geschrieben und bringen die Spannungen und Beziehungen zwischen den Charakteren gut zur Geltung.

War nicht ganz so toll

  • Die Navigation durch das Spiel könnte flüssiger sein, da einige Rückverfolgungen unnötig langwierig sind.
  • Das Fehlen eines Hotspot-Systems führte manchmal dazu, dass kleine, wichtige Gegenstände übersehen wurden.
Mediennerd
Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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