Jump Space (Keepsake Games)
September 2025
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Jump Space (ehemals Jump Ship) ist ein Koop-PvE-FPS für 1-4 Spieler. Wechselt zwischen Schiffsarbeit, Erkundung zu Fuß und Weltraumspaziergängen. Erkundet, rüstet auf und überlebt im tiefen Weltraum gemeinsam.
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Entwickler: Keepsake Games
Genre: Koop-PvE-FPS
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82%
Spielspaß 81%
Wiederspielbarkeit 79%
Langzeitmotivation 76%
Grafik 80%
Umsetzung |
| Jump Space ist kein Spiel, das dir eine epische Weltraumsaga erzählt. Es ist ein Spiel, das dich ins Cockpit setzt und sagt: Los geht’s. |

Jump Space – Schnelle Sprünge, harte Gefechte und der ewige Tanz im Vakuum
Manchmal braucht es kein riesiges Universum mit tausend Planeten, keine epische Story mit vertonten Charakteren und auch keine komplexen Rollenspielsysteme, um zu funktionieren. Manchmal reicht ein Raumschiff, ein klarer Fokus – und ein Gameplay-Loop, der einfach klickt. Jump Space ist genau so ein Spiel. Kein überladener Weltraum-Simulator, kein großes Sci-Fi-Epos. Stattdessen ein direkter, actionbetonter Ausflug ins All, der vor allem eines will: dich schnell ins Geschehen werfen.
Schon nach den ersten Minuten wird klar, worum es hier geht. Du springst von Zone zu Zone, kämpfst gegen Gegnerwellen, sammelst Ressourcen, verbesserst dein Schiff – und machst weiter. Das klingt simpel. Ist es auch. Aber genau in dieser Klarheit liegt die Stärke des Spiels.

Fokus statt Firlefanz
Jump Space verliert keine Zeit. Kein langes Intro, keine ausufernde Erklärung der Lore. Du sitzt im Cockpit, bekommst ein paar Grundmechaniken gezeigt – und dann geht es los. Asteroidenfelder, feindliche Drohnen, größere Schiffe, Energiewaffen. Alles ist auf Tempo ausgelegt.
Was mir sofort gefallen hat: Die Steuerung ist angenehm direkt. Dein Schiff reagiert präzise auf Eingaben, Ausweichmanöver fühlen sich kontrolliert an, und das Zielen geht schnell in Fleisch und Blut über. Das Spiel erwartet nicht, dass du erst zwanzig Menüs studierst. Es will, dass du fliegst.
Dabei bleibt Jump Space bewusst im Arcade-Bereich. Hier gibt es keine realistische Orbitalmechanik, keinen Treibstoffverbrauch, keine komplexe Navigation. Stattdessen schnelle Dogfights, klare Gegneranzeigen und übersichtliche Schlachtfelder. Das ist kein Elite Dangerous, das ist eher klassische Space-Action in moderner Verpackung.

Kampf: Rhythmus statt Realismus
Das Kampfsystem lebt von Bewegung. Stillstehen ist fast immer die falsche Entscheidung. Gegner kommen aus verschiedenen Richtungen, Projektilsalven zwingen dich zum Ausweichen, größere Schiffe verlangen gezielte Angriffe auf Schwachstellen.
Was mir gut gefallen hat: Jeder Kampf fühlt sich wie ein kleiner Tanz an. Du weichst aus, setzt Gegenangriffe, nutzt Spezialfähigkeiten und versuchst, möglichst effizient durch die Gegner zu schneiden. Es entsteht schnell dieser Flow-Zustand, in dem man kaum noch über einzelne Eingaben nachdenkt.
Die Gegner selbst bieten ordentliche Abwechslung. Kleine schnelle Einheiten, schwer gepanzerte Brocken, Support-Schiffe – nichts revolutionär Neues, aber genug Variation, um die Gefechte frisch zu halten.
Natürlich wiederholen sich Muster mit der Zeit, aber das gehört bei dieser Art Spiel dazu.
Progression: Klein, aber motivierend
Zwischen den Einsätzen kannst du dein Schiff aufwerten. Mehr Schaden, stärkere Schilde, bessere Manövrierfähigkeit. Dazu kommen verschiedene Waffenoptionen, die deinen Spielstil spürbar verändern.
Das Progressionssystem ist nicht tief, aber effektiv. Jeder Upgrade-Schritt fühlt sich sinnvoll an. Man merkt sofort, wenn das Schiff stärker wird, und genau das motiviert zum Weiterspielen.
Ich mochte besonders, dass das Spiel dich nicht mit hundert Werten erschlägt. Alles bleibt übersichtlich. Du weißt, warum du ein Upgrade kaufst, und du spürst den Effekt direkt im nächsten Kampf. Das ist ehrliches Design.

Atmosphäre: Einsamkeit im All
Grafisch bewegt sich Jump Space im soliden Indie-Mittelfeld. Raumschiffe sind ordentlich modelliert, Explosionen sehen gut aus, Nebel und Sterne erzeugen eine stimmige Kulisse. Es ist kein technisches Highlight, aber es erfüllt seinen Zweck.
Was gut funktioniert, ist die Atmosphäre. Trotz des actionreichen Gameplays fühlt sich das All oft leer und kalt an. Zwischen den Gefechten fliegst du durch stille Regionen, hörst nur das Summen deines Schiffes und entfernte Funksignale. Diese Momente geben dem Spiel etwas Ruhe zwischen all der Hektik.
Der Sound unterstützt das ordentlich. Waffen haben Wucht, Treffer fühlen sich klar an, die Musik bleibt dezent im Hintergrund und treibt die Action, ohne sich aufzudrängen.
Struktur: Kurze Sessions, lange Abende
Jump Space eignet sich hervorragend für kurze Spielsessions – aber genau so gut für längere Abende. Eine Mission geht schnell, aber man hängt gern noch eine dran. Und noch eine. Dieser typische „nur noch ein Run“-Effekt stellt sich erstaunlich zuverlässig ein.
Das liegt an der klaren Struktur. Kein unnötiger Leerlauf, keine komplizierten Zwischensequenzen. Du kämpfst, verbesserst dich, kämpfst weiter. Das ist simpel, aber effektiv.
Die Wiederspielbarkeit entsteht vor allem durch den Wunsch, das eigene Schiff weiter zu optimieren und effizienter durch die Gegner zu kommen. Es ist kein Spiel mit großen Story-Verzweigungen, sondern eines, das über Gameplay trägt.

Kritikpunkte: Begrenzte Tiefe
So spaßig Jump Space ist, man darf die Grenzen nicht ignorieren. Die Spielmechaniken sind relativ schnell verstanden. Wer auf komplexe Systeme oder strategische Tiefe hofft, wird hier nicht fündig.
Auch die Missionen ähneln sich mit der Zeit. Unterschiedliche Gegner und Umgebungen sorgen für Abwechslung, aber das Grundprinzip bleibt gleich. Das ist für ein Actionspiel dieser Art völlig okay, verhindert aber, dass sich das Spiel langfristig immer neu anfühlt.
Grafisch hätte ich mir stellenweise etwas mehr Detailtiefe gewünscht, vor allem bei Hintergründen und Effekten. Es sieht gut genug aus, aber nicht beeindruckend.
Fazit: Ehrliche Space-Action ohne Umwege
Jump Space ist kein Spiel, das dir eine epische Weltraumsaga erzählt. Es ist ein Spiel, das dich ins Cockpit setzt und sagt: Los geht’s.
Ich hatte viel Spaß mit den flotten Gefechten, dem direkten Handling und der klaren Progression. Es ist eines dieser Spiele, die man startet, weil man gerade Lust auf Action hat – und dann länger bleibt als geplant.
Keepsake Games liefern hier eine schnörkellose Space-Action ab, die weiß, was sie sein will. Kein großes Meisterwerk, aber ein solides, gut spielbares Erlebnis für Fans von schnellen Dogfights und unkomplizierter Sci-Fi-Action.

