Graveyard Keeper 2 (tinyBuild)
September 2026
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Die ungenaueste mittelalterliche Friedhofssimulation ist zurück! Baue die Stadt wieder auf, manage den Friedhof, automatisiere die Produktion, befehlige deine Armee von Untoten und verwandle das Zombie-Problem in bare Münze!
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Entwickler: Lazy Bear Games
Genre: Sandbox Bausimulation
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88%
Spielspaß 86%
Wiederspielbarkeit 90%
Langzeitmotivation 85%
Grafik 87%
Umsetzung |
| Graveyard Keeper 2 ist genau die Fortsetzung, die ich mir für diese Reihe gewünscht hätte. |

Der Friedhof ist zurück – und diesmal wird daraus gleich ein ganzes Geschäftsmodell
Der erste Graveyard Keeper war eines dieser Spiele, die ich eigentlich nur kurz ausprobieren wollte und in denen ich mich dann plötzlich dabei erwischt habe, stundenlang Holz zu hacken, Leichen zu untersuchen, Kerzen herzustellen und gleichzeitig darüber nachzudenken, wie man aus einem mittelalterlichen Friedhof noch ein paar Münzen mehr herauspressen könnte. Das Geniale war dabei immer dieser Kontrast: Eigentlich sieht alles gemütlich und beinahe niedlich aus, während ich im nächsten Moment Körperteile aus einem Toten entferne und daraus irgendein wirtschaftlich verwertbares Produkt herstelle.
Graveyard Keeper 2 versteht sehr genau, warum diese Mischung funktioniert hat. Statt das gesamte Konzept neu zu erfinden, baut Lazy Bear Games praktisch alles weiter aus. Der Friedhof ist erneut Mittelpunkt des Lebens, doch diesmal kommt deutlich mehr hinzu. Eine ganze Stadt will wiederaufgebaut werden, Produktion lässt sich wesentlich stärker automatisieren und irgendwann führe ich sogar eine Armee aus Untoten in den Kampf gegen eine Zombie-Apokalypse. Seit dem 22. September 2026 ist die Fortsetzung offiziell erhältlich und kommt auf Steam aktuell auf rund 85 Prozent positive Rezensionen bei bereits mehr als 1.600 Bewertungen.

Das Grundprinzip fühlt sich sofort vertraut an
Wer den ersten Teil gespielt hat, wird sich praktisch innerhalb weniger Minuten zurechtfinden. Ich sammle Rohstoffe, baue neue Werkbänke, verbessere Gebäude, schalte Technologien frei und erledige Aufgaben für die verschiedensten Bewohner. Natürlich gehört weiterhin auch die eigentliche Friedhofsarbeit dazu. Tote landen auf meinem Tisch, werden untersucht, verarbeitet und anschließend möglichst gewinnbringend genutzt.
Genau hier besitzt Graveyard Keeper 2 wieder diesen wunderbar makabren Humor. PC Gamer beschreibt beispielsweise, wie schnell man erneut dabei landet, Körperfett aus Leichen zu entfernen und daraus Kerzen für die Kirche herzustellen. Und genau solche Situationen gehören einfach zu dieser Reihe. Andere Cozy Games lassen mich Marmelade kochen und Blumen verschenken. Hier überlege ich, ob ein bestimmter Körperteil vielleicht noch wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann.
Der große Unterschied heißt Automatisierung
Der erste Teil konnte unglaublich motivierend sein, gleichzeitig aber auch enorm grindlastig. Ich lief ständig dieselben Wege, holte Holz, transportierte Steine, verarbeitete Materialien und stellte irgendwann fest, dass ich für die nächste Aufgabe wieder fünf andere Produktionsschritte vorbereiten musste.
Genau dieses Problem geht Teil zwei deutlich aggressiver an. Zombies werden nun viel stärker in Produktionsketten eingebunden und übernehmen Aufgaben, die ich früher permanent selbst erledigen musste. Dadurch entwickelt sich der Friedhof langsam von einer Ansammlung einzelner Werkbänke zu einer regelrechten Fabrik.
Das macht einen riesigen Unterschied. Anfangs renne ich noch persönlich zwischen verschiedenen Stationen herum, später übernehmen untote Arbeiter immer mehr Routineaufgaben. Ich plane Produktionsketten, verbessere Maschinen und kann mich stärker darauf konzentrieren, neue Bereiche freizuschalten oder Quests zu verfolgen.
Ganz verschwindet der Grind allerdings nicht. PC Gamer lobt den bekannten Crafting-Kreislauf ausdrücklich, bezeichnet das Spiel nach rund 13 Stunden aber gleichzeitig weiterhin als teilweise extrem grindlastig. Das trifft es ziemlich gut. Graveyard Keeper 2 macht viele Wiederholungen angenehmer, aber wer grundsätzlich keine Freude an Ressourcenketten und langen To-do-Listen hat, wird auch diesmal nicht glücklich.

Die Stadt ist diesmal mehr als nur Hintergrundkulisse
Eine der größten Erweiterungen betrifft die Stadt selbst. Ich kümmere mich nicht mehr ausschließlich um meinen Friedhof und einige umliegende Gebäude, sondern helfe dabei, ganze Bereiche wiederaufzubauen.
Natürlich geschieht das nicht ausschließlich aus Nächstenliebe. Jede Verbesserung eröffnet neue wirtschaftliche Möglichkeiten, und selbstverständlich versucht mein Graveyard Keeper, selbst davon zu profitieren. Häuser werden restauriert, Bewohner erhalten Unterstützung und irgendwo dazwischen entsteht wieder ein Geschäftsmodell.
Diese Erweiterung gefällt mir, weil dadurch Fortschritt stärker sichtbar wird. Es wächst nicht nur irgendeine Zahl im Menü. Orte verändern sich tatsächlich und Bereiche, die anfangs heruntergekommen wirken, entwickeln sich weiter.
Gleichzeitig entsteht aber auch eine noch längere Aufgabenliste. Wer schon im ersten Teil irgendwann zehn Quests gleichzeitig offen hatte und nicht mehr wusste, warum er eigentlich gerade Kalkstein abbaut, bekommt hier noch mehr davon.
Endlich darf ich meine Untoten in den Krieg schicken
Die auffälligste Neuerung ist allerdings das Kampfsystem rund um die Zombie-Armee. Als Großinquisitor muss ich das Reich gegen eine größere Untotenbedrohung verteidigen. Dafür werden Befestigungen errichtet, Türme gebaut und Zombies mit Waffen und Rüstung ausgestattet.
Das verändert den Rhythmus deutlich. Während der erste Teil hauptsächlich aus Produktion, Erkundung und Questarbeit bestand, kommen jetzt echte Verteidigungs- und Kampfabschnitte hinzu. Ich trainiere meine nicht unbedingt intelligenten Truppen und führe sie gegen feindliche Horden.
Diese Kämpfe sind für mich allerdings nicht automatisch der stärkste Teil. Die Wirtschaft und das groteske Crafting besitzen wesentlich mehr Persönlichkeit. Der Kampf ist eine gute Ergänzung und sorgt für Abwechslung, erreicht aber nicht dieselbe Tiefe wie die Produktionssysteme.
Trotzdem passt die Idee hervorragend. Wenn ich schon eine ganze Armee aus Untoten erschaffen kann, wäre es schließlich Verschwendung, sie ausschließlich Holz hacken zu lassen.

Noch größer, aber dadurch manchmal auch noch unübersichtlicher
Graveyard Keeper 2 ist vollgestopft mit Systemen. Crafting, Technologien, Friedhof, Stadt, Kirche, Handel, Quests, Automatisierung, Zombies und Kämpfe greifen ineinander. Das ist gleichzeitig seine größte Stärke und eine seiner größten Schwächen.
Wenn alles funktioniert, entsteht dieser fantastische Kreislauf, bei dem eine Aufgabe automatisch fünf weitere Möglichkeiten eröffnet. Ich möchte ein neues Gebäude errichten, brauche dafür ein bestimmtes Material, schalte deshalb eine neue Technologie frei, verbessere anschließend eine Produktionskette und entdecke dabei noch eine andere Quest.
Das Problem ist nur, dass ich dabei gelegentlich vollkommen vergesse, warum ich überhaupt angefangen habe.
Der erste Teil war schon dafür bekannt, Spieler nur bedingt an die Hand zu nehmen. Die Fortsetzung ist besser strukturiert, bleibt aber ein Spiel, bei dem man sich teilweise selbst organisieren muss. Wer gerne Listen führt und Produktionsketten optimiert, wird das lieben. Wer einfach entspannt ein paar Gräber pflegen möchte, kann dagegen schnell erschlagen werden.
Technisch hübscher, aber immer noch angenehm vertraut
Optisch bleibt Lazy Bear Games dem bekannten Stil treu. Die Pixelgrafik wirkt detailreicher, Animationen sind sauberer und die gesamte Welt besitzt etwas mehr Tiefe, ohne den Charme des ersten Teils zu verlieren.
Das war für mich die richtige Entscheidung. Niemand brauchte plötzlich ein fotorealistisches Graveyard Keeper. Gerade diese Mischung aus niedlicher Darstellung und groteskem Inhalt macht einen großen Teil der Identität aus.
Besonders schön sind die kleinen Details in Gebäuden und Produktionsanlagen. Wenn irgendwann mehrere Zombies arbeiten, Maschinen laufen und überall Ressourcen verarbeitet werden, wirkt die eigene Basis richtig lebendig.
Technisch ist das Spiel dabei erfreulich genügsam und sogar offiziell für Steam Deck verifiziert. Deutsch ist vollständig bei Oberfläche und Untertiteln vorhanden, lediglich die Sprachausgabe bleibt Englisch.

Der Humor funktioniert noch immer erstaunlich gut
Natürlich wird wieder sehr viel mit Tod, Religion, Kapitalismus und menschlicher Gier gespielt. Eigentlich könnte dieser Humor inzwischen längst verbraucht wirken, aber überraschend viele Situationen treffen noch immer.
Der entscheidende Punkt ist, dass das Spiel seine Absurditäten völlig selbstverständlich behandelt. Niemand hält inne und erklärt mir minutenlang, warum es lustig ist, aus einer Leiche Rohstoffe zu gewinnen. Das gehört einfach zum Alltag.
Gerade dadurch funktionieren die besten Momente. Ich ertappe mich regelmäßig dabei, wie ich eine vollkommen fragwürdige Handlung nur deshalb durchführe, weil sie gerade die effizienteste Lösung für irgendeinen Produktionsengpass ist.
Und genau dann wird aus dem makabren Witz plötzlich auch ein kleiner Kommentar darüber, wie schnell Moral verschwindet, wenn irgendwo ein Fortschrittsbalken schneller steigt.
Die Resonanz ist sehr positiv – aber nicht blind euphorisch
Zum Zeitpunkt meiner Rezension sind auf Steam ungefähr 85 Prozent der mehr als 1.600 englischsprachigen Nutzerbewertungen positiv. Damit steht das Spiel klar auf „Sehr positiv“.
Das passt für mich ziemlich gut. Die meisten Fans bekommen genau das, was sie sich vermutlich gewünscht haben: mehr Graveyard Keeper, mehr Systeme und deutlich bessere Automatisierung.
Gleichzeitig ist die Fortsetzung kein völlig anderes Spiel. Wer bereits beim ersten Teil vom Grind, den langen Produktionsketten oder der gelegentlichen Orientierungslosigkeit genervt war, wird hier zwar Verbesserungen finden, aber keine komplette Kehrtwende.
Besonders beeindruckend ist immerhin der kommerzielle Start: Bereits kurz nach Veröffentlichung meldeten die Entwickler mehr als 400.000 verkaufte Exemplare über alle Plattformen hinweg. Die Nachfrage nach mehr Friedhofsmanagement war offenbar größer, als man vielleicht vermutet hätte.

Fazit
Graveyard Keeper 2 ist genau die Fortsetzung, die ich mir für diese Reihe gewünscht hätte. Lazy Bear Games versucht nicht, alles komplett neu zu erfinden, sondern baut auf den richtigen Stellen weiter.
Die wichtigste Verbesserung ist für mich die deutlich stärkere Automatisierung. Zombies übernehmen Routinearbeiten und aus dem anfangs noch mühsamen Ressourcensammeln entwickelt sich langsam ein komplexes Produktionsnetz. Dadurch bekomme ich stärker das Gefühl, wirklich ein Geschäft aufzubauen und nicht einfach sämtliche Aufgaben persönlich abzuarbeiten.
Auch die Stadtentwicklung und die neue Zombie-Armee sorgen für mehr Abwechslung. Besonders die Möglichkeit, meine Untoten nicht nur arbeiten, sondern auch kämpfen zu lassen, passt perfekt zum absurden Ton der Reihe.
Trotzdem bleibt Graveyard Keeper 2 ein ziemlich spezielles Spiel. Es liebt verschachtelte Produktionsketten, lange Aufgabenlisten und diesen Moment, in dem ich für einen simplen Gegenstand plötzlich drei andere Maschinen brauche. Die Automatisierung reduziert den Grind, beseitigt ihn aber keineswegs vollständig.
Auch die Kämpfe sind für mich eher eine nette Erweiterung als der eigentliche Grund zu spielen. Die größte Stärke bleibt weiterhin dieser makabre Wirtschaftskreislauf, bei dem praktisch alles – einschließlich menschlicher Überreste – irgendwann zu einer Ressource werden kann.
Wer den ersten Teil geliebt hat, bekommt hier deshalb ziemlich genau das Richtige: mehr Tiefe, mehr Automatisierung, mehr Möglichkeiten und noch mehr moralisch fragwürdige Geschäftsentscheidungen. Wer dagegen gehofft hat, dass Lazy Bear Games daraus ein komplett zugängliches Cozy Game macht, wird erneut schnell merken, dass dieser Friedhof deutlich mehr Arbeit verursacht als ein kleiner Bauernhof.
Aber genau darin liegt für mich der Reiz. Ich wollte eigentlich nur ein paar Gräber verschönern und erwische mich wenig später dabei, eine untote Produktionskette zu optimieren, während irgendwo meine Zombie-Armee auf den nächsten Kampf vorbereitet wird.
So muss eine Fortsetzung funktionieren.



