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Falscher Planet: Wie Autisten die Welt erleben

Falscher Planet: Wie Autisten die Welt erleben ist ein Buch aus dem Neufeld Verlag und erschien am 1. März 2024. 

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Falscher Planet: Wie Autisten die Welt erleben

Ein außerirdisches Wesen landet auf dem Planeten Erde, wo es quirlige Enten, einen geschäftigen Biber, einen Schlemmer-Bären und viele andere Tiere trifft. In jeder Begegnung versucht es zwar, sich möglichst gut anzupassen und zu lernen, worauf es gerade ankommt. Doch immer wieder merkt das Alien: Ich bin anders. Dann lernt es ein einzigartiges Schnabeltier kennen, einen echten Sonderling, der viele Eigenschaften in sich vereint und gelassen meint: Sei einfach du! Liebevoll illustriert diese Geschichte, dass sich das Leben mit Asperger-Autismus oft wie auf dem falschen Planeten anfühlt. Jede Begegnung des Aliens mit den Erdenbewohnern spiegelt die Herausforderungen und Besonderheiten des Lebens im Autismus-Spektrum wider. Diese Erzählung, geschrieben aus meiner eigenen Erfahrung als „Aspie“ und Vater von Kindern in diesem Spektrum, öffnet ein Fenster in die Welt des Autismus. Holger Nils Pohl Eine berührende Geschichte für Familien, Schulklassen oder Therapeuten über Menschen mit Asperger-Autismus. Liebevoll illustriert weckt sie Verständnis dafür, wie verschieden wir Menschen sind.

Mit „Falscher Planet: Wie Autisten die Welt erleben“ legt Holger Nils Pohl ein eindrucksvolles Kinderbuch vor, das auf einfühlsame Weise die Welt aus der Perspektive eines Autisten darstellt. Das Buch, wunderbar illustriert von Benjamin Dammeier, verbindet eine lebendige Erzählung mit einer tiefgreifenden Botschaft zur Inklusion und Akzeptanz. Die Handlung folgt einem kleinen grünen Alien, das versehentlich auf der Erde landet und dort auf eine Vielzahl von Tieren trifft. Jede Begegnung spiegelt subtil die alltäglichen Herausforderungen wider, mit denen Menschen im autistischen Spektrum konfrontiert sind. Das Alien, stets bemüht, sich anzupassen und freundlich zu sein, stößt dennoch oft auf Unverständnis und Ablehnung – ein Gefühl, das viele Autisten nur zu gut kennen.

Besonders bemerkenswert ist, wie Pohl – selbst Autist und Vater von Kindern im Autismus-Spektrum – emotionale Tiefe und Authentizität in die Geschichte einwebt. Seine persönliche Erfahrung verleiht dem Buch eine seltene Glaubwürdigkeit und macht es zu einem wichtigen Werkzeug für Eltern, Lehrer und Therapeuten. Die Illustrationen von Dammeier ergänzen den Text ideal und bringen die Emotionen des Aliens visuell zum Ausdruck. Jedes Bild ist nicht nur eine Darstellung, sondern eine Geschichte für sich, die Kindern hilft, die Gefühlswelt des Aliens nachzuvollziehen.

Eine der Stärken des Buches ist seine Zugänglichkeit. Es erklärt Autismus auf eine Weise, die für Kinder verständlich ist, ohne dabei die Komplexität des Themas zu untergraben. Die Geschichte des Aliens und des Schnabeltiers, das ihm schließlich Freundschaft und Verständnis bietet, ist ein kraftvolles Symbol für Akzeptanz und Selbstakzeptanz. Trotz der Stärken gibt es einen kritischen Punkt: Kein Buch kann die gesamte Bandbreite des autistischen Spektrums abdecken, und einige Leser mögen sich vielleicht nicht vollständig repräsentiert fühlen. Doch gerade diese Tatsache unterstreicht die Bedeutung von „Falscher Planet“ – als ein Startpunkt für Gespräche über Vielfalt und die individuellen Erfahrungen von Menschen mit Autismus.

Zusammenfassend ist „Falscher Planet: Wie Autisten die Welt erleben“ ein herzerwärmendes, lehrreiches und visuell ansprechendes Kinderbuch. Es ist nicht nur für Familien mit autistischen Kindern eine Bereicherung, sondern für jeden, der ein tieferes Verständnis für die Vielfältigkeit menschlicher Erfahrungen gewinnen möchte. Es verdient einen festen Platz in Schulbibliotheken und Therapiezentren als Mittel zur Förderung von Empathie und Inklusion.

Falscher Planet: Wie Autisten die Welt erleben

8.4

Aufmachung

8.5/10

Umfang

7.6/10

Schreibstil

8.2/10

Thema

9.0/10

Aufbau

8.5/10

Lesbarkeit

8.4/10

Illustrationen

8.5/10

Umsetzung

8.5/10

Hat mir besonders gefallen

  • Geschrieben von Holger Nils Pohl, einem Autisten und Vater von autistischen Kindern, bietet das Buch eine seltene Glaubwürdigkeit und Tiefgründigkeit.
  • Es eignet sich hervorragend für den Einsatz in Schulen und therapeutischen Einrichtungen, um Kindern das Thema Autismus näherzubringen und Inklusion zu fördern.
  • enjamin Dammeier’s Illustrationen ergänzen die Geschichte perfekt, machen Emotionen sichtbar und unterstützen das Verständnis des Textes visuell.
  • Die Geschichte betont die Bedeutung von Akzeptanz und Verständnis für Andersartigkeit, was zur Entwicklung von Empathie bei jungen Lesern beiträgt.

War nicht ganz so toll

  • Das Buch kann nicht das gesamte Spektrum autistischer Erfahrungen abdecken, was dazu führen kann, dass sich nicht alle Autisten vollständig repräsentiert fühlen.
Mediennerd
Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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