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Earth Guardians – Das Orakel der Krafttiere und Pflanzenseelen – 46 farbige Karten, 172-seitiges farbiges Booklet

Wenn Tier und Pflanze gemeinsam eine Geschichte erzählen

Orakelkarten mit Krafttieren gibt es inzwischen reichlich. Pflanzendecks ebenfalls. Earth Guardians – Das Orakel der Krafttiere und Pflanzenseelen macht deshalb etwas ausgesprochen Sinnvolles: Es verbindet beide Welten miteinander. Auf jeder der insgesamt 46 Karten begegnen sich ein Tier und eine Pflanze, deren Eigenschaften gemeinsam einen bestimmten Gedanken, eine Stimmung oder einen Impuls vermitteln sollen.

Das klingt zunächst nach einer kleinen Variation eines bekannten Konzepts, macht aber erstaunlich viel aus. Eine Giraffe steht hier beispielsweise nicht einfach isoliert für irgendeine symbolische Eigenschaft, sondern wird mit der Akazie verbunden. Auf einer anderen Karte begegnen sich Bär und Eiche. Bereits auf den Produktabbildungen wird dadurch deutlich, dass die Karten nicht einfach eine Sammlung hübscher Tiere darstellen, sondern bewusst Beziehungen zwischen Tier- und Pflanzenwelt herstellen.

Genau darin liegt für mich die spannendste Idee des Decks. Natur wird nicht in einzelne Symbole zerlegt, sondern als Zusammenspiel betrachtet.

46 Karten mit einem ungewöhnlich klaren Konzept

Das Set enthält 46 farbig gestaltete Karten sowie ein ebenfalls farbiges Booklet mit 172 Seiten. Die deutsche Ausgabe ist 2026 bei Königsfurt-Urania erschienen und bewegt sich mit 25 Euro preislich im üblichen Bereich hochwertiger Orakelsets.

46 Karten sind dabei eine angenehme Größe. Das Deck ist umfangreich genug, damit nicht ständig dieselben Motive auftauchen, wirkt aber gleichzeitig nicht überladen. Gerade für Einsteiger finde ich das sinnvoll. Ein großes Tarot mit 78 Karten und fester Symbolstruktur kann anfangs einschüchternd sein; hier lässt sich wesentlich intuitiver beginnen.

Man kann eine Karte ziehen, sich zunächst nur mit dem Bild beschäftigen und anschließend im Begleitbuch nachlesen, welche Gedanken Kim Kassandra Schmid mit dieser Kombination verbindet.

Das ist unkompliziert und macht das Set auch für Menschen interessant, die bislang wenig Erfahrung mit Orakelkarten besitzen.

Krafttier und Pflanzenseele ergänzen sich

Die eigentliche Besonderheit liegt darin, dass jede Karte aus zwei symbolischen Ebenen besteht.

Das Tier bringt seine archetypischen Eigenschaften mit. Ein Bär wird vermutlich bei vielen Menschen unmittelbar andere Assoziationen auslösen als ein Schmetterling, ein Wolf oder ein Seepferdchen. Gleichzeitig kommt eine Pflanze hinzu, die diese Botschaft ergänzt, erweitert oder in eine andere Richtung lenkt.

Dadurch entsteht mehr Interpretationsspielraum, ohne dass die Karten beliebig wirken.

Die offizielle Beschreibung spricht von „Animal Spirit“ und Pflanzenenergie sowie davon, beide als Verbündete auf dem eigenen Weg zu betrachten. Die Botschaften sollen dabei sowohl einen spirituellen Zugang als auch konkrete Impulse für Alltag und persönliches Wachstum ermöglichen.

Natürlich muss man mit dieser Sprache etwas anfangen können. Wer bei Begriffen wie Pflanzenseele oder Krafttier grundsätzlich aussteigt, wird hier nicht plötzlich bekehrt werden.

Man kann die Karten allerdings auch deutlich nüchterner nutzen: Tier und Pflanze werden dann einfach zu zwei Symbolen, deren Eigenschaften einen Gedanken anstoßen.

Die Illustrationen sind eindeutig die große Stärke

Optisch macht Earth Guardians bereits auf den ersten Blick sehr viel her.

Marieli Eitz kombiniert Tiere, Pflanzen und menschliche beziehungsweise spirituelle Figuren zu detailreichen, beinahe märchenhaften Szenen. Die Bilder arbeiten stark mit warmem Gold, Grün, erdigen Brauntönen und kräftigem Blau. Viele Motive besitzen etwas Verträumtes, teilweise fast Kosmisches.

Das Cover zeigt beispielsweise einen Elefanten, dessen Körper und Beine visuell mit Baumwurzeln verschmelzen. Daneben beziehungsweise davor steht eine menschliche Figur mit sehr langem weißen Haar. Schon dieses Motiv fasst die gestalterische Idee des gesamten Sets ziemlich gut zusammen: Tier, Mensch und Natur werden nicht klar voneinander getrennt, sondern gehen ineinander über.

Auch bei den einzelnen Karten bleibt dieser Stil erhalten. Bär und Eiche erscheinen nicht einfach nebeneinander wie zwei Bilder in einem Lexikon, sondern gehören sichtbar zu derselben Szene.

Damit funktioniert die Gestaltung nicht nur dekorativ. Sie unterstützt das Konzept.

Manche Karten möchte man erst einmal nur ansehen

Das ist bei einem Orakeldeck wichtiger, als es vielleicht klingt.

Natürlich kann ein Begleitbuch noch so ausführlich sein – wenn mich die Karten visuell überhaupt nicht ansprechen, werde ich sie vermutlich auch nicht regelmäßig verwenden. Hier ist die Wahrscheinlichkeit eher groß, dass man einzelne Motive länger betrachtet und zunächst selbst versucht, eine Bedeutung darin zu entdecken.

Gerade das halte ich bei Orakelkarten für sinnvoll.

Wenn ich sofort ins Buch schaue und dort eine fertige Interpretation lese, übernehme ich zunächst die Gedanken der Autorin. Betrachte ich dagegen erst das Bild, entstehen vielleicht eigene Assoziationen.

Warum fällt mir gerade dieses Tier besonders auf? Was verbinde ich persönlich mit dieser Pflanze? Wirkt das Motiv beruhigend, beschützend oder vielleicht sogar unangenehm?

Danach kann das Booklet eine zweite Ebene hinzufügen.

So wird aus einer Karte mehr als nur eine hübsch illustrierte Seite mit vorgegebener Botschaft.

Das Begleitbuch ist mit 172 Seiten erfreulich umfangreich

Bei 46 Karten und 172 Seiten bleibt genügend Platz, um die einzelnen Kombinationen nicht mit drei Sätzen abzufertigen. Das Set wird ausdrücklich mit einem vollständig farbigen Booklet angeboten.

Gerade bei diesem Konzept finde ich ein umfangreicheres Begleitbuch wichtig. Während die Symbolik eines Löwen vielleicht noch intuitiv nachvollziehbar erscheint, dürfte nicht jeder spontan wissen, welche traditionellen, spirituellen oder persönlichen Bedeutungen mit jeder dargestellten Pflanze verbunden werden können.

Das Buch dient deshalb nicht nur als Erklärung der Karten, sondern hilft dabei, die Verbindung zwischen beiden Komponenten zu verstehen.

Damit eignet sich Earth Guardians auch gut für Menschen, die sich zwar für Krafttiere interessieren, mit Pflanzensymbolik aber bisher weniger beschäftigt haben – oder umgekehrt.

Die Autorin kommt selbst aus der Arbeit mit Krafttieren

Kim Kassandra Schmid beschäftigt sich nicht erst für dieses Kartenset mit dem Thema. Sie ist Begründerin einer von ihr als „Krafttier-Konsultation“ bezeichneten Methode und arbeitet im Bereich Spiritual Life Coaching.

Das merkt man dem grundsätzlichen Ansatz an.

Das Deck behandelt Krafttiere nicht wie ein lexikalisches System nach dem Muster „Wolf bedeutet X, Eule bedeutet Y“. Stattdessen sollen die Kombinationen eher Begleiter beziehungsweise Impulsgeber darstellen.

Das gefällt mir grundsätzlich besser. Ein starres System, bei dem jedes Tier immer exakt dieselbe Aussage liefert, würde nach wenigen Anwendungen ziemlich mechanisch wirken.

Hier bleibt genügend Raum für die jeweilige Lebenssituation und die eigene Interpretation.

Ein innerer Kompass statt eines Zukunftskalenders

Der Untertitel lautet nicht zufällig Dein innerer Kompass.

Auch dieses Deck würde ich deshalb nicht primär als Werkzeug betrachten, mit dem man die Zukunft vorhersagen soll. Es geht stärker darum, bei einer Frage oder Situation einen anderen Blickwinkel einzunehmen.

Man kann beispielsweise morgens eine Karte ziehen und sie als Impuls für den Tag verwenden. Genauso gut lässt sich eine konkrete Frage formulieren. Das Spannende ist dann weniger, ob irgendeine höhere Macht exakt diese Karte ausgewählt hat, sondern was die darauf dargestellte Kombination im eigenen Denken auslöst.

Vielleicht erinnert eine Karte an etwas, das man gerade vernachlässigt. Eine andere kann einen Gedanken bestätigen, über den man ohnehin schon länger nachdenkt.

Das ist für mich die sinnvollste Art, mit einem solchen Orakel umzugehen.

Dann muss ich nicht einmal entscheiden, ob ich tatsächlich an Krafttiere und Pflanzenseelen glaube. Der praktische Nutzen kann bereits darin bestehen, für einige Minuten aus dem üblichen Gedankenkreislauf auszusteigen.

Besonders für naturverbundene Menschen interessant

Die Zielgruppe ist ziemlich klar.

Wer sich ohnehin zu Tieren, Pflanzen, Naturspiritualität oder schamanisch beeinflussten Symbolwelten hingezogen fühlt, dürfte hier deutlich mehr entdecken als bei einem allgemein gehaltenen Orakeldeck.

Gerade die Verbindung beider Naturreiche macht das Set interessant. Viele Menschen fühlen sich unmittelbar von Tieren angesprochen, während Pflanzen im Alltag eher als Hintergrund wahrgenommen werden. Earth Guardians stellt beide bewusst auf dieselbe Ebene.

Dadurch kann neben dem spirituellen Aspekt sogar eine gewisse Neugier entstehen. Was hat es eigentlich mit dieser Pflanze auf sich? Welche Eigenschaften besitzt sie? Warum wurde sie gerade mit diesem Tier kombiniert?

Das Deck kann dadurch zumindest dazu anregen, Natur wieder etwas bewusster wahrzunehmen.

Spirituell ist das Ganze allerdings ohne Zweifel

Man sollte den Inhalt trotzdem nicht neutraler darstellen, als er ist.

Die offizielle Beschreibung spricht ausdrücklich von archetypischen Kräften, Pflanzenseelen, Animal Spirits, Mutter Erde und einer lebendigen Weisheit der Natur. Wer mit solcher Spiritualität überhaupt nichts anfangen kann, wird vermutlich auch mit dem Booklet nicht glücklich.

Das unterscheidet Earth Guardians von eher psychologisch formulierten Reflexionskarten.

Hier wird nicht versucht, die spirituelle Grundlage hinter neutralen Coachingbegriffen zu verstecken. Das finde ich eigentlich sympathisch, weil dadurch ziemlich schnell klar wird, was man bekommt.

Man muss diese Weltanschauung nicht teilen. Man sollte aber zumindest bereit sein, sich auf ihre Bildsprache einzulassen.

Nicht jede Kombination wird jeden gleichermaßen ansprechen

Bei 46 verschiedenen Tier-Pflanzen-Paaren ist außerdem zwangsläufig nicht jede Karte gleich stark.

Einige Motive lösen sofort etwas aus. Bei anderen Kombinationen dürfte man eher das Begleitbuch benötigen, um überhaupt einen Zugang zu finden.

Das ist meiner Meinung nach kein wirklicher Fehler, sondern fast unvermeidlich. Persönliche Symbolik funktioniert nun einmal sehr unterschiedlich. Wer seit seiner Kindheit eine besondere Verbindung zu Pferden besitzt, wird auf eine entsprechende Karte vermutlich stärker reagieren als auf ein Tier, mit dem keinerlei persönliche Erfahrungen verbunden sind.

Gerade dadurch können aber auch überraschende Karten interessant werden.

Nicht immer ist das Motiv, das ich freiwillig ausgesucht hätte, auch dasjenige, über das ich am längsten nachdenke.

Auch haptisch ist das Set angenehm kompakt gedacht

Mit ungefähr 14,4 × 10,4 Zentimetern für die gesamte Box und einer Stärke von 3,5 Zentimetern bleibt das Set vergleichsweise kompakt. Je nach Händler wird ein Gewicht um etwa 430 bis 444 Gramm angegeben.

Damit ist es kein riesiger Orakelkasten, der ein halbes Regal beansprucht.

Gleichzeitig bekommt man mit 46 Karten und dem 172-seitigen Buch ein ordentliches Gesamtpaket. Gerade bei 25 Euro erscheint mir der Umfang angemessen.

Auch als Geschenk funktioniert das deshalb gut – vorausgesetzt natürlich, die betreffende Person interessiert sich für Krafttiere, Pflanzen oder spirituelle Themen.

Optisch macht die Box jedenfalls genug her, um nicht wie ein schnell produziertes Kartenset zu wirken.

Fazit

Earth Guardians – Das Orakel der Krafttiere und Pflanzenseelen besitzt eine einfache, aber ausgesprochen gute Grundidee: Warum eigentlich immer nur Krafttiere?

Kim Kassandra Schmid verbindet auf jeder der 46 Karten ein Tier mit einer Pflanze und erzeugt dadurch eine zusätzliche Interpretationsebene. Statt dem Bären einfach eine einzelne symbolische Bedeutung zuzuordnen, steht er gemeinsam mit der Eiche. Die Giraffe wird mit der Akazie verbunden. Tier und Pflanze ergeben gemeinsam ein Motiv, das anschließend durch die eigene Wahrnehmung und die Texte des Begleitbuchs weiter erschlossen werden kann.

Besonders gelungen finde ich die Illustrationen von Marieli Eitz. Sie wirken nicht wie sachliche Tierporträts, sondern beinahe wie kleine märchenhafte Szenen. Tiere, Pflanzen, Menschen und Landschaften verschmelzen miteinander und vermitteln genau jene Verbundenheit, von der das gesamte Deck spricht.

Auch der Umfang stimmt. 46 Karten sind überschaubar genug für Einsteiger, während das 172-seitige farbige Booklet genügend Raum bietet, die einzelnen Kombinationen ausführlicher zu erklären. Das Set wirkt deshalb nicht wie ein Stapel hübscher Karten, zu dem nachträglich noch ein dünnes Heft gelegt wurde.

Natürlich muss man offen für das Thema sein. Earth Guardians verwendet ganz bewusst eine spirituelle Sprache. Krafttiere, Pflanzenseelen, Mutter Erde und energetische beziehungsweise archetypische Kräfte gehören fest zum Konzept. Wer damit grundsätzlich nichts anfangen kann, wird auch die schönsten Illustrationen irgendwann nur noch als hübsche Bilder betrachten.

Ich würde das Deck allerdings genauso wenig als Werkzeug für verbindliche Zukunftsprognosen betrachten. Viel interessanter ist es als Impulsgeber. Eine Karte kann mich dazu bringen, über eine Situation anders nachzudenken, bestimmte Eigenschaften in mir selbst zu betrachten oder einfach einige Minuten bewusster innezuhalten.

Dabei funktioniert gerade die Doppelstruktur aus Tier und Pflanze hervorragend. Selbst wenn ich mit einem der beiden Symbole zunächst nichts anfangen kann, eröffnet das andere vielleicht einen Zugang.

Im Vergleich zu vielen Orakeldecks besitzt Earth Guardians dadurch tatsächlich ein eigenes Profil. Es ist nicht einfach das nächste Krafttier-Orakel mit Wolf, Adler und Bär in schöner Verpackung, sondern versucht, Tiere als Teil einer größeren natürlichen Verbindung zu betrachten.

Wer naturbezogene Spiritualität mag und ein visuell starkes Orakeldeck zur Selbstreflexion sucht, bekommt hier deshalb ein sehr stimmiges Gesamtpaket.

Und selbst wenn man beim Ziehen einer Karte nicht glaubt, dass gerade irgendein Animal Spirit persönlich Kontakt aufgenommen hat, bleibt immer noch eine ziemlich gute Frage übrig:

Warum spricht mich ausgerechnet dieses Tier mit genau dieser Pflanze heute an?

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