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Die Fremde in meinem Haus

Die Fremde in meinem Haus ist ein Thriller aus dem Penguin Verlag und erschien am 12. Juli 2023. 

Die Fremde in meinem Haus

„Hallo, ich bin Anna. Aber geboren wurde ich als Sky und ich glaube, dass du meine leibliche Mutter bist.“ Diese Nachricht trifft Susie wie ein Schlag in die Magengrube. Tatsächlich hat sie vor 15 Jahren als junge, mittellose Musikerin ihre Tochter zur Adoption freigegeben– und diese Entscheidung seitdem stets bitter bereut. Als Anna dann über ihre strengen Adoptiveltern berichtet, ist Susie überzeugt, dass das Mädchen Hilfe braucht. In der Hoffnung, ihren Fehler aus der Vergangenheit wieder gutzumachen, nimmt sie Anna bei sich auf. Doch das Mädchen verhält sich seltsam und verstrickt sich mehr und mehr in Lügen. Eine nur verständliche Reaktion auf die traumatischen Zustände in ihrer Adoptivfamilie? Oder steckt mehr dahinter? Was sind die wirklichen Gründe für die Adoption vor 15 Jahren? Und wer hütet hier welches Geheimnis?

Als ich „Die Fremde in meinem Haus“ von JP Delaney aufschlug, war ich zunächst skeptisch. Der Markt ist überschwemmt von Thrillern, die oft mehr vom Gleichen versprechen. Doch was ich fand, war eine Geschichte, die mich von der ersten Seite an fesselte und nicht mehr losließ. Die Prämisse des Buches ist ebenso einfach wie packend: Eine Frau, Susie, erhält eine Nachricht von Anna, die behauptet, ihre vor 15 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter zu sein. Dieses Wiedersehen verspricht eine zweite Chance, eine Möglichkeit, vergangene Fehler wiedergutzumachen. Doch schnell wird klar, dass mit Anna etwas nicht stimmt. Ihre Lügen und das merkwürdige Verhalten lassen die Spannung stetig steigen und werfen Fragen auf, die weit über eine einfache Wiedervereinigung hinausgehen.

JP Delaney ist es gelungen, ein Netz aus Geheimnissen, Lügen und überraschenden Wendungen zu weben, das mich als Leser bis zum Ende im Dunkeln tappen ließ. Die Geschichte entwickelt sich rasant, mit einer Dynamik, die mich dazu brachte, Seite um Seite umzublättern, getrieben von der Frage: Was ist Annas wahre Geschichte? Die Charakterzeichnung ist ein weiterer Punkt, der „Die Fremde in meinem Haus“ so lesenswert macht. Susie als zentrale Figur ist komplex und voller Widersprüche. Ihre Sehnsucht nach der verlorenen Tochter, gepaart mit einer Naivität gegenüber den Warnsignalen, die Anna aussendet, macht sie zu einer faszinierenden, wenn auch manchmal frustrierenden Protagonistin. Ihre Obsession, die Vergangenheit wiedergutmachen zu wollen, ohne die Konsequenzen ihres Handelns vollständig zu bedenken, spiegelt eine tief menschliche Eigenschaft wider.

Was mich jedoch am meisten beeindruckte, war die Art und Weise, wie Delaney die emotionale Landschaft seiner Charaktere erkundet. Trotz meiner anfänglichen Skepsis gegenüber Susies Verhalten, ermöglichte mir der Autor, ihre Motivationen und Ängste zu verstehen. Sein Schreibstil ist fließend und eingängig, was die Lektüre zu einem Vergnügen macht. Allerdings war nicht alles an „Die Fremde in meinem Haus“ perfekt. Einige Wendungen wirkten etwas zu konstruiert, und die Auflösungen waren gelegentlich vorhersehbar. Doch diese kleinen Kritikpunkte schmälerten nicht mein Gesamtvergnügen. Im Gegenteil, sie erinnerten mich daran, dass in der Unvollkommenheit oft die größte Menschlichkeit liegt.

Abschließend kann ich sagen, dass „Die Fremde in meinem Haus“ ein Thriller ist, der mehr bietet als nur Spannung. Es ist eine tiefgründige Erkundung von Familie, Verlust und der Möglichkeit der Vergebung. JP Delaney hat nicht nur einen spannenden Roman geschrieben, sondern auch einen, der zum Nachdenken anregt. Es ist ein Buch, das ich definitiv empfehlen würde, nicht nur für Fans des Thriller-Genres, sondern für jeden, der eine gut erzählte Geschichte zu schätzen weiß.

Die Fremde in meinem Haus

9

Aufmachung

9.1/10

Umfang

9.0/10

Schreibstil

8.9/10

Umsetzung

9.0/10

Hat mir besonders gefallen

  • Die Geschichte fesselt von der ersten Seite an mit ihrer Mischung aus Geheimnissen, Lügen und überraschenden Wendungen.
  • Besonders die Hauptfigur Susie ist tiefgründig dargestellt, ihre Motivationen und Ängste werden überzeugend vermittelt.
  • JP Delaney schreibt flüssig und macht das Lesen zum Vergnügen.
  • Das Buch bietet eine tiefgründige Erkundung von Familie, Verlust und der Möglichkeit der Vergebung.
  • Der Roman hält die Spannung konstant hoch und lässt den Leser bis zum Ende miträtseln.

War nicht ganz so toll

  • Einige Plot-Twists wirken konstruiert und sind teilweise vorhersehbar, was die Überraschungsmomente abschwächt.
Mediennerd
Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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