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Die Elektrikerin: Mein Überlebensweg als tschechische Jüdin 1939 bis 1945

Die Elektrikerin: Mein Überlebensweg als tschechische Jüdin 1939 bis 1945 ist ein Buch aus dem Dölling und Galitz Verlag und erschien am 11. Oktober 2023. 

Die Elektrikerin

Die Erinnerungen der tschechischen Jüdin Franci Rabinek (1920 – 1989) an ihre traumatische Deportation sind ein in mehrerer Hinsicht ungewöhnliches Zeugnis von der Kraft der Resilienz. Francis Überlebensweg beginnt in Prag, wo sie eine erfolgreiche Modedesignerin war. 1942 wurde sie zusammen mit ihren Eltern nach Theresienstadt deportiert; die Eltern und ihr Mann überlebten nicht. Die Stationen ihres Überlebensweges nach dem Ghetto waren Auschwitz, die Außenlager des KZ Neuengamme – Dessauer Ufer, Neugraben und Tiefstack – und schließlich Bergen-Belsen, wo sie 1945 befreit wurde. Mit großer Offenheit, dem Mut zur (Selbst-)Kritik und einem unerwarteten Humor schildert sie aus der Sicht einer einst wohlsituierten jungen Frau Anfang zwanzig, wie sie überleben konnte: durch Solidarität, Freundschaft, Einfallsreichtum und das beherzte Ergreifen von Chancen wie bei ihrer Begegnung mit dem Lagerarzt Josef Mengele, vor dem sie sich als Elektrikerin ausgibt. Nicht zuletzt wegen seiner Offenheit blieb der Text jahrzehntelang unveröffentlicht. Erst vor Kurzem wurde er in den USA und in mehreren europäischen Ländern publiziert. Der Bericht der jungen Franci über ihre »Reise in die Hölle« erscheint erstmals in deutscher Übersetzung. Mit einem Nachwort von Francis Tochter Helen Epstein, einer renommierten Autorin und Angehörigen der Holocaust-Nachfolgegeneration.

„Die Elektrikerin: Mein Überlebensweg als tschechische Jüdin 1939 bis 1945″ von Franci Rabinek Epstein ist ein außergewöhnliches Zeugnis der menschlichen Resilienz, das mich tief berührt hat. Epstein schildert ihre schockierende Erfahrung der Deportation und des Überlebens in den Konzentrationslagern des Dritten Reichs mit einer Direktheit und Offenheit, die selten in derartigen Berichten zu finden ist. Epsteins Reise beginnt in Prag, wo sie als erfolgreiche Modedesignerin lebte, bevor sie 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde. Ihre Darstellung der schrecklichen Ereignisse, die sie in Auschwitz, den Außenlagern von Neuengamme und schließlich in Bergen-Belsen erlebte, sind erschütternd. Besonders beeindruckend ist, wie sie sich durch Solidarität, Freundschaft und Einfallsreichtum durch die Hölle der Lager kämpfte, indem sie sich beispielsweise gegenüber Josef Mengele als Elektrikerin ausgab.

Was dieses Buch so einzigartig macht, ist Epsteins Fähigkeit, ihre Geschichte mit einer Mischung aus Selbstkritik, Humor und literarischem Geschick zu erzählen. Ihre Erinnerungen sind mehr als nur ein historischer Bericht; sie sind ein lebendiges Dokument menschlicher Stärke und Widerstandskraft. Die Übersetzung von Sabine Niemann fängt die Lebendigkeit von Epsteins Stimme perfekt ein und bringt dem Leser die Schrecken des Holocausts auf eine sehr persönliche und greifbare Weise näher. Es ist bemerkenswert, dass Epsteins Manuskript, das sie in den 1970er Jahren verfasste, erst vor kurzem veröffentlicht wurde. Dies mag an der unkonventionellen Art und Weise liegen, wie sie die Überlebensstrategien in den Lagern schildert, ohne Tabus und bisweilen mit Humor. Ihre Perspektive als Frau in dieser schrecklichen Zeit bietet einen einzigartigen Blickwinkel, der sich von vielen anderen Holocaustberichten unterscheidet.

Dieses Buch ist nicht nur eine ergreifende Erzählung des Überlebens, sondern auch ein literarisches Meisterwerk. Es hilft uns, die Ereignisse des Holocausts zu verstehen und erinnert uns an die Wichtigkeit, diese Geschichten weiterzuerzählen. Franci Rabinek Epsteins „Die Elektrikerin“ ist zweifellos eine Entdeckung und ein Muss für jeden, der sich für Geschichte, menschliche Psychologie und die Kraft des menschlichen Geistes interessiert.

Die Elektrikerin: Mein Überlebensweg als tschechische Jüdin 1939 bis 1945

8.3

Aufmachung

8.2/10

Umfang

8.4/10

Schreibstil / Bilder

8.3/10

Umsetzung

8.3/10

Hat mir besonders gefallen

  • Franci Rabinek Epstein schildert ihre Erfahrungen mit großer Ehrlichkeit, was ein seltenes und wertvolles Element in Holocaust-Literatur darstellt.
  • Die Autorin verbindet auf beeindruckende Weise tiefgreifende Selbstreflexion mit unerwartetem Humor.
  • Epsteins Schreibstil ist direkt, schonungslos und von hohem literarischen Niveau.
  • Die Sichtweise einer jungen, wohlsituierten Frau aus Prag bietet eine seltene und wertvolle Perspektive auf die Ereignisse des Holocausts.
Mediennerd
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Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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