Aus Glücksspiel-Einnahmen: NRW verteilt 100 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke

 

Seit 2014 verteilt das Bundesland Nordrhein-Westfalen einen Teil seiner Einnahmen aus dem Glücksspiel an gemeinnützige Institutionen. Bislang betrug der Betrag knapp 87 Millionen Euro, den das Land für die Förderung diverser öffentlicher und gemeinnütziger sowie kirchlicher und mildtätiger Zwecke ausgegeben hatte. Diese Summe hat das Landeskabinett nun, vor allem nach einer Initiative der Landesregierung, auf knapp 100 Millionen aufgestockt. Eine entsprechende Mitteilung hatten die Regierungsparteien CDU und FDP veröffentlicht. Grund für die Anpassung der Ausschüttungen waren auch die steigenden Einnahmen aus dem Glücksspiel bzw. aus Rubbellosen, Oddset-Wetten, Fußball-Toto und dem Spiel 77 im entsprechenden Bundesland. Auch nächstes Jahr könnte der Umsatz im Lotto-Sortiment weiter steigen. Dazu kommt die Neuregulierung des Glücksspiels und der Sportwetten. Inwieweit hier auch die einzelnen Länder von etwaigen Einnahmen profitieren, steht jedoch noch nicht fest.

NRW möchte ab nächstes Jahr 100 Millionen Euro seines Glücksspiel-Gelds ausschütten

Seit Jahren steigen die Einnahmen aus den diversen Glücksspielsegmenten. So setzten die Menschen allein in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2019 gut 1,59 Milliarden Euro um. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies zwar ein kleiner Rückgang. So betrug der Umsatz 2018 noch knapp 1,62 Milliarden Euro. Für die kommenden Jahre gehen Experten jedoch von weiter steigenden Umsätzen aus. Dies gilt auch mit Blick auf die Neuregulierung des Onlineglücksspiels, womit Anbieter wie Casino Spiele GGBet im Internet künftig legal mit deutscher Lizenz agieren können. Aktuell tragen noch vor allem die Einnahmen aus dem Glücksspiel und hier vor allem die Produkte aus dem Lotto- und Sportwetten-Sortiment zu den Umsätzen bei. Dies sind unter anderem:

  • Rubbellose
  • Oddset-Wetten
  • Fußball-Toto
  • Lotto und Spiel 77

Einen großen Teil ihrer Einnahmen aus dem Glücksspiel und Sportwetten müssen die Länder zur Förderung von gemeinnützigen Dingen verwenden. Dies regelt der noch aktuell gültige Glückspielstaatsvertrag. So müssen die Länder mit ihren Einnahmen sowohl öffentliche und kirchliche als auch andere mildtätige Organisationen und Vereine unterstützen. Seit 2014 galt hier ein Festbetrag von knapp 87 Millionen Euro aus den entsprechenden Glücksspiel-Einnahmen. Dieser soll ab dem kommenden Jahr auf 100 Millionen aufgestockt werden. Somit können sich die vorgesehenen Empfänger über höhere Ausschüttungen beziehungsweise über mehr Geld freuen. Hierbei handelt es sich vor allem um Sportverbände, diverse gemeinnützige Stiftungen, vor allem auch im Bereich der Heimat- und Kulturpflege als auch die Kunststiftung Nordrhein-Westfalens.

Fraktionschef Bodo Löttgen: „Große Bedeutung für ein lebenswertes Nordrhein-Westfalen.“

Laut der Mitteilung der CDU und FDP ist die Bedeutung der Ausschüttung dieser Gelder enorm. So schrieb der Fraktionschef der Landesregierung, Bodo Löttgen, dass die Empfänger der Ausschüttungen für ein lebenswertes Nordrhein-Westfalen von „außerordentlicher Wichtigkeit“ seien. Kurzum fließen die Gelder vor allem an Organisationen, Stiftungen und Verbände, welche sich um wichtige Belange der Gesellschaft kümmern und für die Lebensqualität im bevölkerungsreichsten Bundesland essentiell sind. Daher habe man sich nun, so in der Mitteilung weiter, dazu entschlossen, mit einer Ergänzungsvorlage für den Haushalt 2021 die Ausschüttungssumme nochmals um gut 13 Millionen Euro auf dann 100 Millionen Euro anzuheben. Zumal man für das kommende Jahr mit einer moderaten Steigung rechne und auch mittelfristig nicht mit einem Rückgang der Einnahmen zu rechnen sei.

Neuregulierung des Online-Glücksspiels: Noch viele Dinge im Unklaren

Bezüglich der Glücksspiel-Einnahmen der Bundesländer dürfte es mit Blick auf das kommende Jahr ohnehin sehr spannend werden. Immerhin haben die Bundesländer Anfang 2020 eine Neuregulierung des Glücksspielstaatsvertrags beschlossen. Entsprechend sollen Anbieter von Sportwetten und vor allem auch von Online-Casinos legal in Deutschland mit einer entsprechenden deutschen Lizenz agieren können. Dabei müssen sie sich jedoch an eine ganze Reihe an Regeln halten. Diese sollen vor allem der Verbesserung für den Schutz der Spieler vor Spielsucht und damit einhergehender finanzieller Überforderung als auch dem Jugendschutz dienen. Dabei sind folgende Punkte von besonderer Bedeutung:

  • Sperrdatei: Über eine zentrale Glücksspielbehörde, welche ihren Sitz voraussichtlich in Sachsen-Anhalt haben wird, soll eine zentrale Sperrdatei eingeführt und gepflegt werden. Den Plänen nach können sich Spieler selbst in diese Datei eintragen lassen, womit sie für das Spielen in deutschen Onlinespielhallen gesperrt sind. Auch Anbieter sind dazu verpflichtet, das Spielverhalten ihrer Kunden zu kontrollieren. Sollte bei einem Kunden der dringende Verdacht auf eine Spielsucht bestehen, sollen auch die Anbieter dem Willen des Gesetzgebers nach aktiv eingreifen.
  • Einzahlungs- und Einsatzlimits: Ein weiterer wichtiger Punkt im neuen Glücksspielstaatsvertrag stellen etwaige Limits dar. Demnach sollen Kunden aus Deutschland künftig nur noch maximal 1.000 Euro bei den Anbietern einzahlen dürfen. Dazu kommen etwaige Einsatzlimits bei den Spielen. So liegt der maximale Einsatz bei Automatenspielen pro Spielrunde künftig bei einem Euro.

Eine Vielzahl der Regeln müssen Anbieter, die ab Mitte 2021 eine deutsche Lizenz beantragen möchten, schon jetzt erfüllen. So gilt seit dem 15. Oktober eine Übergangsregelung, welche mehr oder weniger als Bewährungsprobe für die Anbieter gesehen werden kann. Anbieter, die sich seit diesem Stichtag an die neuen Regeln halten, sollen demnach bei der Vergabe der neuen bundesweiten Lizenzen bevorzugt werden. Zu den mehr als 30 neuen Regeln zählen die bereits angesprochenen Einsatz- und Einzahlungslimits. Auf sogenannte Live Casinos und Tischspiele wie Blackjack und Roulette müssen die Anbieter aktuell ebenfalls verzichten.

Gastbeitrag

Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.