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Afghanistan 2001-2021: Gewaltideologien und ein Hauch von offener Gesellschaft

Afghanistan 2001-2021: Gewaltideologien und ein Hauch von offener Gesellschaft ist ein Buch aus dem transcript Verlag und erschien am 14. Mai 2024. 

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Afghanistan 2001-2021

Welchen Einfluss haben Gesinnungen der Gewalt auf die gesellschaftlichen Entwicklungen in Afghanistan? Die internationalen Beiträger*innen richten ihren Blick auf linke, dschihadistische sowie talibanistische Ideologien und Praktiken in der jüngeren afghanischen Geschichte. Multiperspektivisch zeichnen sie den Verlauf der letzten 20 Jahre nach und fokussieren dabei vor allem auf den dramatischen Wandel, den die afghanische Bevölkerung in Bezug auf Kultur, Frauenrechte und Medien durchlebt: Einstige Sehnsüchte und die Hoffnung auf eine offene Gesellschaft verwandeln sich durch ein Wiedererstarken der Taliban in Alpträume.

„Afghanistan 2001-2021: Gewaltideologien und ein Hauch von offener Gesellschaft“ von Abbas Poya ist ein umfassendes Werk, das die tiefgreifenden Veränderungen in der afghanischen Gesellschaft über zwei Jahrzehnte hinweg untersucht. Das Buch ist am 14. Mai 2024 bei transcript in der ersten Auflage erschienen und umfasst 210 Seiten. Es zeichnet sich durch eine tiefgehende Analyse der Einflüsse verschiedener Ideologien auf Afghanistan aus. Der Herausgeber Abbas Poya, Professor für Reformdiskurse im gegenwärtigen Islam an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, bringt mit seinen internationalen Beiträgern eine multiperspektivische Sichtweise ein. Die Autoren konzentrieren sich darauf, wie linke, dschihadistische und talibanistische Ideologien die Entwicklung Afghanistans in den letzten 20 Jahren geprägt haben. Besonders interessant ist die Darstellung des dramatischen Wandels in Kultur, Frauenrechten und Medien, welcher die Hoffnungen auf eine offene Gesellschaft durch das Wiedererstarken der Taliban zunichtegemacht hat.

Das Buch beginnt mit einer fundierten Einführung in die verschiedenen politischen und ideologischen Strömungen, die seit 2001 in Afghanistan wirksam waren. Poya und seine Mitwirkenden analysieren, wie diese Ideologien nicht nur die politische Landschaft, sondern auch das tägliche Leben und die individuellen Freiheiten beeinflussten. Besonders bemerkenswert ist die detaillierte Betrachtung der Frauenrechte, die unter verschiedenen Regimen unterschiedliche Entwicklungsstadien durchliefen. Ein weiterer Kernpunkt des Buches ist die Darstellung der Medienlandschaft in Afghanistan. Die Autoren verdeutlichen, wie Medien unter dem Druck extremistischer Gruppen standen und welche Rolle sie bei der Formung der öffentlichen Meinung spielten. Die Analyse des Einflusses von Gewaltideologien auf die Medienfreiheit bietet aufschlussreiche Einblicke in die Herausforderungen, vor denen Journalisten in konfliktreichen Regionen stehen.

Die Stärke des Buches liegt in seiner umfassenden Analyse und der klaren Darstellung komplexer Zusammenhänge. Poyas akademischer Hintergrund und seine Spezialisierung auf den modernen Islam ermöglichen es ihm, tiefgreifende Einblicke in die religiösen und kulturellen Dynamiken Afghanistans zu gewähren. Seine vorherigen akademischen Positionen und Forschungen bereichern das Verständnis für die historischen und aktuellen Prozesse in der Region. Zusammenfassend ist „Afghanistan 2001-2021: Gewaltideologien und ein Hauch von offener Gesellschaft“ ein essenzielles Buch für Leser, die ein fundiertes Verständnis der jüngsten afghanischen Geschichte suchen. Es bietet nicht nur akademisch Interessierten, sondern auch politischen Analysten und kulturhistorisch Engagierten wertvolle Einblicke. Wer sich für die Auswirkungen von Ideologien auf die Gesellschaftsentwicklung interessiert, wird in diesem Buch eine reiche Quelle an Informationen und Analysen finden.

Afghanistan 2001-2021: Gewaltideologien und ein Hauch von offener Gesellschaft

8.4

Aufmachung

8.4/10

Umfang

8.3/10

Schreibstil

8.1/10

Thema

8.5/10

Aufbau

8.5/10

Lesbarkeit

8.5/10

Illustrationen Cover

8.4/10

Umsetzung

8.3/10

Hat mir besonders gefallen

  • Das Buch bietet eine umfassende und vielschichtige Untersuchung der Einflüsse verschiedener Ideologien auf die afghanische Gesellschaft, indem es linke, dschihadistische und talibanistische Ansichten einbezieht.
  • Die Autoren analysieren eingehend, wie sich die Frauenrechte unter verschiedenen Regimen entwickelt haben, und bieten dadurch tiefe Einblicke in die sozialen Veränderungen in Afghanistan.
  • Das Werk untersucht kritisch, wie Medien unter dem Druck extremistischer Gruppen agieren und welche Rolle sie in der Formung der öffentlichen Meinung spielen, was besonders relevant für das Verständnis von Informationsfreiheit in Konfliktregionen ist.
  • Abbas Poyas akademischer Hintergrund und seine Expertise im Bereich des modernen Islam tragen wesentlich zu den tiefgründigen Analysen und der Qualität der Forschung bei.
  • Das Buch behandelt nicht nur politische und ideologische Strömungen, sondern beleuchtet auch kulturelle und individuelle Auswirkungen dieser Ideologien auf die Gesellschaft.
Mediennerd
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Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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