StartSteam SpieleBroken Arrow

Broken Arrow

Broken Arrow (Slitherine Ltd.)

Juni 2025

Broken Arrow ist ein groß angelegtes Taktikspiel rund um die moderne Kriegsführung, in dem die Komplexität von Joint-Forces-Wargaming mit einem actiongeladenen Taktikspiel in Echtzeit kombiniert worden ist. Bei über 300 realistischen Militäreinheiten und -technologien bietet hier wirklich jedes Gefecht ein fesselndes Erlebnis mit endlosem Wiederspielwert.
Entwickler: Steel Balalaika
Genre: Strategie
88%
Spielspaß
89%
Wiederspielbarkeit
88%
Langzeitmotivation
84%
Grafik
86%
Umsetzung
Broken Arrow ist für mich ein sehr starkes modernes Kriegsspiel.


87%

Broken Arrow

Es gibt Strategiespiele, die wirken wie trockene Planspiele auf Tabellenbasis. Und dann gibt es Spiele, die dich in den Sand, den Rauch und das pure Chaos moderner Gefechte werfen, ohne dabei ihren strategischen Anspruch zu verlieren. Broken Arrow gehört ganz klar zur zweiten Sorte. Das Spiel will nicht nur, dass du Einheiten baust und irgendwo hinschickst. Es will, dass du Armeen verstehst. Es will, dass du kombinierst, koordinierst, improvisierst. Und genau deshalb hat es mich schnell gepackt.

Schon nach den ersten Gefechten wird klar, wo der große Unterschied zu vielen anderen Echtzeit-Taktikspielen liegt: Broken Arrow lebt von seiner unglaublichen Dichte. Panzer, Infanterie, Aufklärung, Artillerie, Luftunterstützung, Helikopter, Nachschub – alles greift ineinander. Wer nur stumpf nach vorne schiebt, verliert. Wer sich aber mit Sichtlinien, Gelände, Waffensystemen und Timing beschäftigt, erlebt genau diese Art von Strategie, bei der man sich nach einem gelungenen Schlagzug kurz zurücklehnt und denkt: Ja, genau so muss sich moderne Gefechtsführung anfühlen.

Kein simples RTS

Was Broken Arrow für mich so stark macht, ist das Gefühl, dass man nicht einfach nur Einheiten produziert, sondern echte Einsatzgruppen zusammenstellt. Das Spiel setzt auf Battlegroups und Spezialisierungen, und dadurch fühlt sich Armeeaufbau viel stärker nach Handschrift an. Du stellst dir keine generische Armee zusammen, sondern einen Verbund, der zu deinem Stil passt. Mehr Panzer? Mehr Luftwaffe? Mehr Spezialeinheiten? Mehr Artillerie? Das alles beeinflusst, wie sich ein Match spielt, und genau diese Freiheit sorgt dafür, dass die Kämpfe nicht nach Schema F ablaufen.

Gerade in Gefechten ist das fantastisch. Du scoutest mit Aufklärungseinheiten, schickst dann punktgenaue Artillerieschläge, lässt Infanterie in Häusern eingraben und rollst mit gepanzerten Fahrzeugen nach, während über dir bereits Jets ihre Angriffe vorbereiten. In den besten Momenten ist Broken Arrow ein Spiel, das sich nicht wie klassisches RTS anfühlt, sondern wie ein modernes Gefechtsorchester. Alles hat seinen Platz, alles hat seine Zeit. Wenn man dieses Tempo einmal verstanden hat, entsteht ein Sog, der verdammt stark ist.

Präsentation: Schlachtfeld statt Spielbrett

Auch optisch macht Broken Arrow viel richtig. Das Spiel setzt nicht auf knallige Überinszenierung, sondern auf glaubwürdige Schlachtfelder. Fahrzeuge wirken massiv, Explosionen haben Wucht, Raketenangriffe reißen sichtbare Schneisen in Stellungen, und wenn ein Häuserblock unter Artilleriefeuer zusammenbricht, sieht das nicht nur gut aus – es fühlt sich auch folgerichtig an. Das Spiel verkauft dir seine moderne Kriegsästhetik sehr überzeugend.

Was mir besonders gefallen hat: Trotz der vielen Effekte bleibt die Übersicht meist erhalten. Das ist enorm wichtig, denn ein Spiel wie dieses darf nicht in visuellem Chaos untergehen. Natürlich gibt es Momente, in denen auf engem Raum sehr viel passiert, aber im Großen und Ganzen behält man die Lage im Blick. Dazu kommt ein Sounddesign, das richtig Druck macht. Panzerkanonen klingen schwer, Luftschläge aggressiv, und Artillerie hat genau dieses dumpfe, ungesunde Grollen, das moderne Militärspiele brauchen.

Die Stärke des Spiels

Broken Arrow ist kein lockerer Feierabendklicker. Es nimmt sich ernst. Und ich mag das. Das Spiel versucht nicht, über eine absurde Kampagne oder schräge Charaktere Unterhaltung zu erzeugen. Es setzt darauf, dass die Mechanik selbst interessant genug ist. Und das ist sie auch. Gerade weil Einheitenrollen so klar definiert sind, entsteht mit jeder Partie diese Art von taktischem Dialog. Was macht der Gegner? Welche Waffen bringt er? Wo ist seine Aufklärung? Wo ist seine Luftabwehr? Kann ich einen Flankenstoß wagen oder renne ich ins Messer?

Diese Ernsthaftigkeit sorgt aber auch dafür, dass der Einstieg nicht ganz ohne ist. Broken Arrow erklärt seine Grundlagen, ja, aber wirklich verstanden habe ich es erst nach mehreren Gefechten. Das ist kein Vorwurf, eher ein Hinweis: Wer hier einsteigt, sollte bereit sein, sich auf das Spiel einzulassen. Denn wenn man das tut, bekommt man eines der spannendsten modernen Taktikspiele der letzten Zeit.

Baltic Battalion

Und dann kommt mit Baltic Battalion der erste DLC ins Spiel – und ich finde, genau hier zeigt sich, wie gut das Fundament von Broken Arrow eigentlich ist. Denn der DLC macht nicht den Fehler, einfach nur ein paar Einheiten draufzupacken und fertig. Stattdessen bringt er eine neue Spezialisierung ins Spiel, die sich anders anfühlt und tatsächlich neue taktische Möglichkeiten eröffnet. Das Paket ist als kostenlose Erweiterung erschienen und ergänzt die US-Fraktion um den baltischen Verband, der Einheiten aus Litauen, Lettland und Estland repräsentiert. Enthalten sind mehr als 30 neue Einheiten, darunter 23 neue Infanterietrupps sowie 25 Fahrzeuge und Flugzeuge, von denen 19 komplett neue Modelle sind. Dazu kommen eine neue Karte, ein neues KI-Preset und ein Solo-/Koop-Szenario.

Was mir daran gefällt: Baltic Battalion ist nicht einfach „mehr vom Gleichen“. Die Spezialisierung ist deutlich stärker auf Mobilität, kombinierte Waffen und geschichtete Verteidigung ausgelegt. Das bedeutet in der Praxis, dass du anders an Kämpfe herangehst. Nicht unbedingt brutaler, aber flexibler. Mehr Reaktionsgeschwindigkeit, mehr defensive Tiefe, mehr Fokus auf spezialisierte Einheiten. Gerade im Multiplayer sorgt das dafür, dass sich Matches frischer anfühlen, weil neue Kombinationen möglich werden. Slitherine spricht selbst davon, dass der DLC fünf zusätzliche Battlegroup-Kombinationen eröffnet, und das merkt man dem Spiel an. Plötzlich entstehen neue Synergien, neue Schwächen, neue Prioritäten.

Neue Einheiten, neue Karte, neue Reibung

Ein weiterer Pluspunkt ist die Karte Kadaga Military Base, die mit dem DLC ins Spiel kommt. Solche Ergänzungen klingen auf dem Papier oft kleiner, als sie am Ende sind. In einem taktischen Spiel machen Karten aber einen riesigen Unterschied, weil sie bestimmen, wie Sichtlinien, Bewegung und Feuerunterstützung funktionieren. Eine neue Karte bedeutet also nicht nur neue Kulisse, sondern ein neues taktisches Problem. Genau das bringt Kadaga mit. Sie gibt dem DLC zusätzlich Gewicht und macht ihn nicht bloß zu einem Unit-Pack.

Dazu kommt das neue Solo-/Koop-Szenario, das die baltischen Einheiten in den Vordergrund stellt. Für mich ist das ein sinnvoller Schritt, weil ein DLC dieser Art nicht nur im Multiplayer funktionieren sollte. Es ist gut, dass man die neuen Truppen auch in einem speziell darauf zugeschnittenen Rahmen kennenlernen kann.

Kritikpunkte – nicht alles ist schon perfekt

So stark Broken Arrow auch ist, ganz ohne Kritik geht es nicht. Das Spiel ist anspruchsvoll, manchmal vielleicht sogar etwas zu anspruchsvoll für Neueinsteiger. Die Informationsdichte ist hoch, und wer nicht bereit ist, sich einzuarbeiten, wird sich anfangs erschlagen fühlen. Dazu kommt, dass Balance in so einem Spiel natürlich immer ein bewegliches Ziel ist. Gerade bei einer neuen Spezialisierung wie Baltic Battalion wird die Community sehr genau hinschauen, ob bestimmte Kombinationen zu stark oder zu schwach sind. Erste Community-Eindrücke sehen in der neuen Spezialisierung zwar viel Potenzial, diskutieren aber auch offen über bestimmte Schwächen etwa im Luftbereich. Das ist nicht dramatisch, aber typisch für ein kompetitives Spiel, das weiter wächst.

Außerdem bleibt Broken Arrow ein Spiel, das seine Faszination vor allem über Systemtiefe zieht. Wer starke Kampagneninszenierung, große Charaktere oder cineastische Erzählung sucht, wird hier nicht fündig. Das Spiel lebt vom Schlachtfeld, nicht vom Drama drumherum.

Fazit

Broken Arrow ist für mich eines dieser Spiele, bei denen man schnell merkt, dass sehr viel Fachwissen und sehr viel Respekt vor moderner Militärtaktik drinsteckt. Es ist fordernd, dicht, ernst und in seinen besten Momenten absolut großartig. Gerade weil es dir keine simplen Siege schenkt, fühlt sich jeder gute Spielzug so befriedigend an. Dazu kommt mit Baltic Battalion ein DLC, der nicht wie Resteverwertung wirkt, sondern wie eine durchdachte Erweiterung des taktischen Baukastens. Neue Einheiten, neue Karte, neue Spezialisierung – und das Ganze kostenlos. So sollte DLC-Unterstützung aussehen.

Unterm Strich ist Broken Arrow für mich ein sehr starkes modernes Kriegsspiel, das klar weiß, wen es ansprechen will. Und Baltic Battalion ist genau die Art von Nachschub, die das Hauptspiel nicht verwässert, sondern sinnvoll erweitert.

Mediennerd
Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
DIESES KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Mediennerd.de unterstützt

Werbung

WERBUNG: Dieses Produkt und Produkte / Dienstleistungen und Vorstellungen auf Mediennerd.de wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt oder ich habe für die Erstellung eine Vergütung erhalten. (Ab 02/2025 nicht mehr) Die Bewertungen spiegeln trotzdem meine persönliche Meinung wider.

*Affiliate -Links

*AFFILIATE-LINKS: Dieser Beitrag und  Beiträge, Vorstellungen auf Mediennerd.de enthalten Affiliate-Links. Beim Kauf über einen dieser Links erhielt ich eine Provision. (Ab 02/2025 nicht mehr). Das beeinflusst meine Meinung nicht.

AKTUELLE GEWINNSPIELE