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JAWS: Retro Edition

JAWS: Retro Edition (Limited Run Games)

Februar 2026

JAWS: Retro Edition bietet zwei Spielmodi: Retro Edition: Erleben Sie das originale 2D-Actionspiel in neuem Glanz mit praktischen Komfortfunktionen. Enhanced Edition: Ein stark erweitertes Abenteuer mit mehreren Kapiteln. Rüsten Sie Ihr Boot auf und erkunden Sie die Tiefen des Meeres!
Entwickler: Limited Run Games
Genre: Action
82%
Spielspaß
78%
Wiederspielbarkeit
77%
Langzeitmotivation
68%
Grafik
80%
Umsetzung
Für Retro-Fans ein schönes Stück Spielegeschichte zum Anfassen.


77%

JAWS: Retro Edition

Manche Spiele sind wie alte VHS-Kassetten im Keller. Man weiß, sie sind technisch überholt, die Farben sind verblichen, das Bild rauscht – und trotzdem legt man sie ein, weil sie Erinnerungen tragen. JAWS: Retro Edition ist genau so ein Spiel. Es ist keine moderne Neuinterpretation im Sinne von „Wir machen alles neu“. Es ist vielmehr eine liebevolle Zeitkapsel. Eine Rückkehr zu einer Ära, in der Spiele kantig waren, gnadenlos schwer und oft seltsam designt.

Und genau das macht diesen Titel so interessant. Denn wer hier einen zeitgemäßen Actiontitel erwartet, wird hart landen. Wer sich aber auf ein Retro-Erlebnis mit Ecken, Kanten und nostalgischem Charme einlässt, bekommt etwas sehr Eigenständiges.

Zurück nach Amity Island

Das Grundgerüst orientiert sich klar am alten NES-Klassiker: Du wechselst zwischen zwei Spielebenen. Einerseits erkundest du Amity Island, sprichst mit Bewohnern, rüstest dein Boot auf und sammelst Ausrüstung. Andererseits gehst du hinaus aufs Meer, jagst den Hai, bekämpfst kleinere Fische und bereitest dich Schritt für Schritt auf die finale Konfrontation vor.

Diese Struktur wirkt heute ungewöhnlich, fast schon archaisch – aber sie hat ihren eigenen Rhythmus. Man plant Ausfahrten, verbessert Harpunen, Motoren und Tauchausrüstung, taucht nach Schätzen und versucht gleichzeitig, nicht selbst gefressen zu werden. Es ist ein langsames Aufbauen, ein vorsichtiges Vorantasten. Kein hektischer Actionrausch, sondern ein Spiel des Vorbereitens. Ich mochte das. Es fühlt sich an wie ein kleines Abenteuer, das man Stück für Stück zusammensetzt.

Gameplay: Altmodisch, aber bewusst so

Das Gameplay ist simpel. Du steuerst dein Boot über eine Oberweltkarte, tauchst in Unterwasserareale ab, weichst Gegnern aus und greifst mit Harpunen an. Auf Amity Island erledigst du kleinere Aufgaben, sammelst Geld und kaufst Upgrades.

Dabei merkt man schnell: Das ist Retro durch und durch. Die Steuerung ist absichtlich direkt, aber auch etwas steif. Trefferabfragen sind nicht immer großzügig, Gegner platzieren sich manchmal unfair, und Fehler werden gnadenlos bestraft. Wer moderne Komfortfunktionen erwartet, wird enttäuscht sein.

Aber genau hier liegt auch der Reiz. Das Spiel will nicht modern sein. Es will erinnern. An eine Zeit, in der man Level auswendig gelernt hat, in der man nach jedem Tod ein bisschen besser wurde, in der man sich über kleine Fortschritte ehrlich gefreut hat. Ich bin mehr als einmal frustriert gescheitert – und trotzdem wieder gestartet.

Der weiße Hai als ständiger Schatten

Was JAWS: Retro Edition gut einfängt, ist dieses unterschwellige Gefühl von Bedrohung. Der Hai ist nicht ständig sichtbar, aber immer präsent. Jeder Tauchgang trägt ein Risiko. Jeder Ausflug aufs Meer kann schiefgehen.

Das erzeugt eine besondere Spannung, die moderne Spiele oft durch permanente Action ersetzen. Hier entsteht sie durch Erwartung. Durch das Wissen, dass irgendwo da draußen etwas wartet.

Die Bosskämpfe – allen voran die finale Konfrontation – sind fordernd und verlangen Vorbereitung. Wer unvorbereitet hineingeht, hat keine Chance. Das Spiel zwingt dich, sein System zu verstehen.

Präsentation: Pixel statt Politur

Grafisch setzt JAWS: Retro Edition konsequent auf NES-Ästhetik. Grobe Pixel, einfache Animationen, begrenzte Farbpalette. Das ist kein Zufall, das ist Konzept.

Und ja: Objektiv gesehen ist das technisch schwach. Aber stilistisch konsequent. Die Umgebungen sind klar erkennbar, Figuren simpel gehalten, Effekte minimalistisch. Wer Retro mag, fühlt sich sofort zuhause. Wer moderne Grafik erwartet, wird sich fragen, warum das so aussieht.

Der Sound passt perfekt dazu. Chiptune-artige Musik, einfache Effekte, dieses typische Piepsen und Brummen alter Hardware. Es ist keine epische Filmmusik – aber sie trägt die Atmosphäre erstaunlich gut.

Schwierigkeitsgrad: Ehrlich und kompromisslos

Das Spiel ist nicht leicht. Und es will es auch nicht sein. Gerade Unterwasserabschnitte verlangen Konzentration, gutes Timing und saubere Bewegungen. Gegner kommen oft aus ungünstigen Winkeln, Ressourcen sind begrenzt, und Fehler summieren sich schnell.

Aber ich hatte nie das Gefühl, dass das Spiel unfair ist. Es ist streng – nicht willkürlich. Mit jeder Stunde wurde ich besser. Ich kannte Routen, wusste, wann ich auftauchen musste, welche Upgrades Priorität haben. Dieses klassische Lerngefühl stellt sich schnell ein. Und genau das ist Retro in Reinform.

Umfang und Wiederspielbarkeit

Der Umfang ist überschaubar. Man spielt die Kampagne durch, erlebt die Geschichte, besiegt den Hai. Danach bleibt vor allem die Möglichkeit, es erneut zu versuchen – vielleicht effizienter, vielleicht mit weniger Fehlern.

Die Wiederspielbarkeit entsteht nicht durch alternative Storypfade, sondern durch persönliches Können. Wer auf Highscores, perfekte Runs oder schnelle Durchgänge steht, findet hier Motivation. Für narrative Vielfalt ist das Spiel nicht gemacht.

Kritikpunkte: Nostalgie ist nicht für jeden

So charmant das alles ist – man muss ehrlich sein: JAWS: Retro Edition ist sehr speziell. Die Grafik ist objektiv schwach. Die Steuerung wirkt altmodisch. Komfortfunktionen fehlen. Viele Spieler werden nach kurzer Zeit abspringen, weil ihnen das zu sperrig ist.

Auch hätte ich mir etwas mehr Feinschliff bei Hitboxen und Balancing gewünscht. Manche Abschnitte fühlen sich unnötig hart an, während andere fast zu einfach sind. Das Spiel lebt vollständig von seiner Retro-Identität. Wer damit nichts anfangen kann, wird hier keinen Zugang finden.

Fazit: Eine Liebeserklärung an eine andere Zeit

JAWS: Retro Edition ist kein modernes Spiel. Es ist ein bewusst altmodisches Erlebnis, das sich anfühlt wie ein Fundstück aus einer vergessenen Konsole. Ich hatte Spaß – gerade weil es unbequem ist. Weil es nicht alles erklärt. Weil es mich zwingt, aufmerksam zu spielen.

Limited Run Games liefern hier keine Hochglanz-Neuauflage ab, sondern eine Hommage. Eine mit Biss, aber auch mit rauen Kanten. Für Retro-Fans ein schönes Stück Spielegeschichte zum Anfassen. Für alle anderen vermutlich eher eine Kuriosität.

Mediennerd
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Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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