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Disciples: Domination

Disciples: Domination (Kalypso Media)

Februar 2026

Beherrsche das Chaos! Fünfzehn Jahre nachdem Avyanna Nevendaar befreit hat, führt dich Disciples: Domination zurück in eine Welt am Abgrund. Das düstere Fantasy-Strategie-RPG mit rundenbasierten Kämpfen stellt dich vor die Herausforderung, ein zerfallendes Königreich zusammenzuhalten.
Entwickler: Artefacts Studio
Genre: Strategie / Rollenspiel / Rundenstrategie
84%
Spielspaß
83%
Wiederspielbarkeit
82%
Langzeitmotivation
78%
Grafik
80%
Umsetzung
Disciples: Domination ist ein Spiel für Fans rundenbasierter Strategie und düsterer Fantasy.


81%

Dunkle Fantasie zwischen Strategie, Taktik und alten Erinnerungen

Es gibt Reihen, die tragen Geschichte in sich. Disciples ist so eine. Für viele – mich eingeschlossen – ist der Name untrennbar mit düsterer Fantasy, rundenbasierten Schlachten und diesem ganz speziellen Gefühl verbunden, wenn man seine Armee langsam aufbaut, Einheit für Einheit, Sieg für Sieg. Disciples: Domination versucht genau daran anzuknüpfen – und geht gleichzeitig eigene Wege.

Nach vielen Stunden in dieser finsteren Welt bleibt bei mir ein Eindruck zurück, der typisch für dieses Spiel ist: Es ist ambitioniert, atmosphärisch stark, spielerisch solide – aber nicht frei von Ecken und Kanten.

Rückkehr in eine kaputte Welt

Schon beim ersten Start merkt man: Disciples: Domination will kein freundliches Fantasyabenteuer sein. Die Welt ist düster, hoffnungslos, von Dämonen, Untoten und zerfallenen Reichen geprägt. Das Design erinnert bewusst an klassische Dark-Fantasy-Motive: verdorbene Landschaften, zerstörte Städte, korrumpierte Helden. Und genau das funktioniert hervorragend.

Die Spielwelt wirkt glaubwürdig kaputt. Man marschiert nicht durch bunte Märchenlandschaften, sondern durch Gegenden, die bereits verloren scheinen. Das erzeugt sofort Stimmung – und passt perfekt zur Grundidee der Reihe.

Strategische Karte trifft taktische Gefechte

Im Kern verbindet Disciples: Domination zwei Ebenen: die strategische Weltkarte und die rundenbasierten Kämpfe. Auf der Karte erkundest du Regionen, eroberst Städte, rekrutierst Einheiten und sammelst Ressourcen. Das fühlt sich klassisch an – fast schon nostalgisch. Doch die eigentliche Spannung entsteht in den Schlachten.

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, mit klaren Formationen, Fähigkeiten und Synergien. Positionierung spielt eine große Rolle, ebenso die Zusammensetzung deiner Truppe. Wer einfach nur die stärksten Einheiten stapelt, wird schnell merken, dass das nicht reicht. Buffs, Debuffs, Heilung und Kontrolle sind entscheidend.

Was mir gefallen hat: Die Gefechte fühlen sich gewichtig an. Jede Einheit zählt. Verluste schmerzen, gerade im späteren Spielverlauf. Es entsteht dieses typische Taktikgefühl, bei dem man jeden Zug überlegt, statt reflexartig zu klicken.

Helden, Fraktionen und langsamer Aufbau

Du führst Helden an, die deine Armeen begleiten, Fähigkeiten freischalten und das Rückgrat deiner Expansion bilden. Jede Fraktion bringt eigene Spielstile mit, eigene Einheiten, eigene Schwerpunkte. Dämonische Armeen spielen sich anders als menschliche oder untote Truppen.

Der Fortschritt ist bewusst langsam gehalten. Städte wachsen nicht über Nacht, mächtige Einheiten wollen freigeschaltet werden, Ressourcen sind begrenzt. Das sorgt dafür, dass sich jeder Fortschritt verdient anfühlt.

Gerade dieser gemächliche Aufbau erinnert stark an ältere Strategiespiele – und das meine ich positiv. Disciples: Domination hetzt dich nicht. Es lässt dich planen.

Atmosphäre als große Stärke

Grafisch ist das Spiel kein technischer Überflieger, aber der Stil trägt enorm. Die düsteren Farbpaletten, die Monsterdesigns, die Architektur der Städte – alles fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild.

Besonders gelungen finde ich die Darstellung der Einheiten. Dämonen wirken bedrohlich, Untote tragisch, menschliche Truppen verzweifelt. Man spürt, dass hier Wert auf visuelle Identität gelegt wurde.

Der Sound unterstützt das hervorragend. Tiefe, dunkle Musikstücke, düstere Effekte, zurückhaltende Sprachausgabe – nichts drängt sich auf, alles dient der Atmosphäre. Das Spiel fühlt sich konsequent an, von der ersten Minute bis zum letzten Kampf.

Bedienung und Technik: Funktional mit Luft nach oben

Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich, aber nicht immer elegant. Manche Menüs wirken etwas verschachtelt, Informationen könnten klarer präsentiert werden. Gerade Neueinsteiger brauchen Zeit, um sich zurechtzufinden.

Technisch lief das Spiel bei mir stabil, aber kleinere Unsauberkeiten sind vorhanden. Animationen wirken stellenweise steif, Übergänge etwas abrupt. Nichts Spielzerstörendes, aber man merkt, dass hier kein AAA-Budget dahintersteckt.

Auch die KI schwankt. In manchen Schlachten agiert sie clever, nutzt Fähigkeiten sinnvoll und setzt dich unter Druck. In anderen Momenten verhält sie sich erstaunlich passiv. Das sorgt für leichte Qualitätsschwankungen im Spielverlauf.

Wiederspielbarkeit durch Fraktionen und Entscheidungen

Die Wiederspielbarkeit entsteht vor allem durch die verschiedenen Fraktionen und Spielstile. Jeder Durchgang fühlt sich anders an, je nachdem, welche Macht du führst und welche strategischen Entscheidungen du triffst.

Zwar bleibt die Grundstruktur gleich, aber Builds, Einheitenkombinationen und Herangehensweisen variieren stark. Wer gerne experimentiert, findet hier genug Stoff für mehrere Kampagnen.

Die Langzeitmotivation kommt weniger aus Überraschungen, sondern aus Optimierung. Bessere Armeen bauen, effizientere Wege finden, härtere Gegner bezwingen.

Kritikpunkte: Mut zur Tradition, aber wenig Innovation

So solide Disciples: Domination auch ist, es wagt wenig Neues. Viele Mechaniken fühlen sich vertraut an, teilweise sogar altmodisch. Wer große Innovationen erwartet, wird enttäuscht sein.

Auch die narrative Einbindung bleibt eher funktional. Es gibt Hintergrundgeschichte, aber keine emotional packende Kampagne mit starken Charakteren. Die Story dient dem Spiel – nicht umgekehrt. Das ist kein Beinbruch, verhindert aber, dass das Spiel wirklich über sich hinauswächst.

Fazit: Klassische Dark-Fantasy-Strategie mit Herz

Disciples: Domination ist ein Spiel für Fans rundenbasierter Strategie und düsterer Fantasy. Es setzt auf bewährte Mechaniken, starke Atmosphäre und taktische Tiefe statt auf spektakuläre Neuerungen.

Ich hatte viele ruhige, konzentrierte Stunden damit. Momente, in denen ich Karten studiert, Armeen geplant und Schlachten Zug für Zug ausgefochten habe. Es ist kein Spiel für den schnellen Kick – es ist eines für Geduldige.

Artefacts Studio liefert hier eine ehrliche Fortführung der Reihe ab. Nicht perfekt, nicht revolutionär – aber mit klarer Identität.

Mediennerd
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Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.
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