Mediennerd im Aeronauticum – Deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum

Mediennerd war am 22. April auf im Aeronauticum – Deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum in Nordholz. Dies Museum liegt genau neben der Kaserne und einem Flugplatz, die perfekte Lage also, war der Besuch auch perfekt?

Mediennerd im Aeronauticum

Als wir diese Tage Richtung Neuwerk gefahren sind, haben wir an der Autobahn ein Schild vom Aeronauticum – Deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum gesehen und dachte uns, dass wir da bei nächster Gelegenheit unbedingt mal hinmüssen. Ich bin ein großer Fan er früheren Luftfahrtgeschichte, besonders der Flieger aus dem ersten Weltkrieg. Am Sonntag bei bestem Wetter war es dann soweit, doch mussten wir direkt am Beginn schon schmunzeln. Eigentlich eher ärgern, denn nach dem Eintrittspreis, das für mein Empfinden hoch war musste man 2 EUR dafür zahlen, dass man Fotos machen darf. Geldmacherei und unnötig. Ich habe die Frau an der Kasse darauf angesprochen, geantwortet wurde nur patzig. Ich habe dann keinen von diesen Erlaubnissen gekauft, weil ich mein Handy nicht vollkleben wollte. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich das nicht einsehe, einen hohen Eintrittspreis zu zahlen, dort noch teuer Kaffee und Kuchen zu essen und dann nochmal zur Kasse gebeten werde. Das grenzt an einer großen Frechheit.

Naja, Ärger abgeschüttelt und in die Hallen rein. Eine Sonderausstellung gab es nicht, die Mitarbeiterin hatte uns die zwar genannt und gezeigt wo sie ist, da waren aber Arbeiter am bauen. Also rein in die große Halle und darauf hatte ich mich gefreut. Ich habe dann aber schnell erkannt, dass es nicht Deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum heißen müsste, sondern Zeppelin Museum. Das ganze Gebäude drehte sich um Zeppeline. Geschätzt 90% was sicher interessant ist, aber eben nicht abwechslungsreich. Dazu noch die ewig langen Texte überall, Bücher, ganze Kladden zum nachlesen. Das ermüdet sehr schnell und wenn man sich wirklich alles durchlesen würde, wäre ich heute noch da. Zugegeben, das ist mit sehr viel Liebe zum Detail, aber interessant nur für absolute Zeppelin Verrückte. Für normales Publikum meiner Meinung nach zu viel.

Die Dinge, die dann nichts mit Zeppelinen zu tun hatten waren dann entweder langweilig, ganz vom Thema vorbei oder kaputt. Am Thema vorbei waren viele Dinge die dann eher in ein Museum für den zweiten Weltkrieg gehört hätten, witzigerweise war das das interessanteste dabei. So hat man hier eine Enigma Maschine gehabt, ich als Fachinformatiker, der sich für Verschlüsselungen interessiert war dann davon ganz angetan.

Aber wie gesagt, das hat mit Flugzeugen nichts zu tun. Genau wie die vielen Orden nicht. Zu dem woran ich Interesse hatte, wie oben erwähnt an Flugzeugen aus dem ersten Weltkrieg gab es eine kleine Glasvitrine. Zu der Geschichte des Fliegens, also wie es entstanden ist gab es gar nichts. Etwas übers moderne Fliegen auch nicht. Im Grunde nur Zeppeline und ein bisschen Kram der nichts weiter mit Fliegerei zu tun hat. Ich war von dem Innenraum mehr als enttäuscht. Das war gar nicht das was ich erwartet hatte, aber das Museum hat auch noch einen Außenbereich mit einigen Flugzeugen und durch die Fenster konnte man schon sehen, dass man eines betreten darf.

 

Außen angekommen dachte ich als erstes “Innen war es schöner” Das Gelände außen sieht furchtbar aus. Die Flugzeuge sind nicht gepflegt irgendwie blöd angeordnet, es gibt also keinen schönen Rundkurs, man läuft etwas planlos rum. Das Flugzeug was geöffnet war war unser erstes Ziel, aber dort angekommen hat es der zuständige Mitarbeiter geschlossen. Wir sagte dann, dass wir uns das gerne ansehen würden und er ging dann weg mit den Worten “Ich mache das später wieder auf”, so ganz unfreundlich und mürrisch. Dann hat man schon keine Lust mehr. Wir haben uns dann die Wracks ähm Flugzeuge draußen angeschaut, besonders war das aber auch nicht, man konnte ja nichts sehen, nicht in die Cockpits reinschauen oder betreten, im Grunde reicht ein Bild mehr gibts auch nicht zu sehen wenn man vor Ort ist.

Wir waren ja auf einem Sonntag Nachmittag vor Ort, gleichzeitig mit uns zu Besuch waren vielleicht maximal 10 andere Menschen, das Museum ist also kaum besucht und ich könnte eine Ahnung haben woran das wohl liegen mag. Ich war irgendwann nur noch angepisst und hatte keine Lust mehr, der Kaffee und Kuchen in dem Lokal war auch überteuert, zudem bekamen wir mit wie die Chefin zu der Auszubildenen/Aushilfe sagte “Back nochmal Kuchen auf, also nichts mit frisch gemacht. Ein anderer Kunde musste der Frau dann die Kaffeemaschine erklären, Espresso wird da wohl nicht so häufig verlangt.

Insgesamt war ich mehr als enttäuscht von dem Gesamtbild. Mitarbeiter unfreundlich, Außenanlage hässlich, Innenalage zu viele Infos und zu wenig Abwechslung. Wer Kinder hat braucht auch gar nicht kommen, überall steht dran “nicht anfassen”, “nicht hinsetzen” etc. Der Spielplatz ist auch eher klein, wenn da drei Kinder drauf sind ist der bald voll. Es war da eine Familie mit kleinen Kindern, die hatten nicht ihren Spaß und waren schnell maulig. Ich kann euch von einem Besuch hier nur abraten und gleichzeitig, wenn ihr etwas weiter fahren möchtet ein tolles Flugzeugmuseum empfehlen in dem ich vor Jahren mal war, in Wernigerode, das findet ihr hier, macht wesentlich mehr Spaß, versprochen, ehrlich. http://www.luftfahrtmuseum-wernigerode.de

Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.