Der Glaubenswahn: Von den Anfängen des religiösen Extremismus im Alten Testament

Der Glaubenswahn: Von den Anfängen des religiösen Extremismus im Alten Testament

Der Glaubenswahn: Der Gott des Alten Testaments ist ein Problem. Denn der biblische Jahwe ist nicht der friedliebend barmherzige Vater, als den ihn die Kirchen gerne verkünden. Stattdessen tritt er – für Gläubige irritierend – immer wieder als Kriegsgott auf, als gnadenloser Rachegott und übler Ausländerfeind, ja sogar als Massenmörder oder sexueller Gewalttäter. Ein Gott mit fast schon faschistoiden Zügen. Bei seinen Expeditionen in die Untiefen des Alten Testaments und die moderne Forschungslage liefert Heinz-Werner Kubitza Antworten auf die Frage, wer diesen Gott so grausam gemacht hat. Und macht plausibel, dass die von den Kirchen wie Helden verehrten Propheten als die ersten historisch greifbaren Vertreter eines religiösen Extremismus gelten müssen. Kubitza zeigt: Kirchen und Gläubige blenden mit den dunklen Seiten ihres Gottes im Alten Testament auch die Anfänge des religiösen Extremismus aus.

Wer hier öfter mitliest weiß: Ich bin nicht wirklich gläubig, aber ich respektiere alle Menschen die an Gott glauben, die irgendeiner Religion angehören. Ich finde es bemerkenswert, wenn man an solche Dinge glauben kann und immerhin machen sie ein Stück weit das Leben derjenigen die glauben besser. Aber ich interessiere mich für Religionen, zumindest im Ansatz. Daher fand ich dies Buch sehr interessant, denn es zeigt Gott eben nicht als den, den man kennt, sondern von einer komplett anderen Seite, die man oft im Kontext der Bibel verlieren mag, wenn man drinnen liest. Der Autor hat hier alle Stellen rausgesucht die Gott als Ausländerfeind, eifersüchtig, zornig, rachsüchtig, mitleidslos, schadenfroh, maßlos, eitel, jämmerlich, unzuverlässig und lächerlich herausstellen. Wie viel davon wahr ist kann man gar nicht genau sagen, vieles wurde erfunden, viele Kriege gab es nicht, das spricht auch der Autor an. Das Buch zeigt Gott auf jeden Fall von einer ganz anderen Seite als es im neuen Testament der Fall ist. Wie gesagt, ich glaube nicht an all die Geschichten fand aber die Sicht auf die Bibel interessant. Das Buch wird bei Gläubigen nicht sehr gut ankommen, schaut einfach selbst mal rein und macht euch ein Bild.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Geschichte, Originalität, Bedeutung
81 %
Lesbarkeit
78 %
Spannungs- und Interessensbogen
71 %
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Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.

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