Beim Spiele-Abend abräumen: Wie Software jeden zum Poker-Profi machen kann

Beim Spiele-Abend abräumen: Wie Software jeden zum Poker-Profi machen kann

Neben Videospielen und Filmen sind es vor allem die klassischen, traditionsreichen Spiele, die einen Mediennerd immer wieder fesseln. Eines dieser Spiele, das wahrscheinlich jeder Mensch auf dieser Welt kennt, ist Poker. Wer hat noch nicht gemeinsam mit Kumpels am Abend Poker gespielt und ist dabei viel zu oft All-In gegangen? Im Pokern richtig gut zu werden, ist dagegen ziemlich schwer. Jetzt gibt es aber eine neue Methode, um den Klassiker unter den Kartenspielen zu meistern und zum Profi zu werden: Poker Fighter heißt eine Software, die einem nicht nur die Grundregeln erklärt, sondern auch fortgeschrittene Spielzüge und Taktiken. Kann man damit echt zum Poker-Profi werden?

Ist der Poker Hype vorbei?

 Freizeitbeschäftigung und knallhartes Business

Und warum sollte es sich überhaupt lohnen, gut im Pokern zu werden? Ganz einfach, weil Poker nicht nur eine spaßige Freizeitbeschäftigung mit Kumpels ist, sondern auch ein knallhartes Business. Das sieht man schon an den enormen Preisgeldern, die es beim professionellen Poker zu gewinnen gibt: Bei der World Series of Poker 2017 hat Gewinner Scott Blumstein ein Preisgeld von 8,1 Millionen Dollar abgesahnt! Insgesamt gibt es über 40 Millionen Profi-Pokerspieler weltweit. Und sie alle verbindet ein enormer Siegeswille sowie taktisches Geschick und logisches Denken.

 Einfach zu lernen, schwer zu meistern

Poker ist ein Klassiker, weil es einfach zu erlernen, aber nur schwer zu meistern ist. Beweis gefällig? Die Grundregeln kennt so gut wie jeder: Man bekommt zwei Karten auf die Hand und im Laufe des Spiels werden insgesamt fünf Karten aufgedeckt, die jeder Spieler benutzen kann, um eine Poker-Hand zu bilden. Ziel ist es, die beste Hand zu haben und möglichst viele Chips zu gewinnen − oder clever zu bluffen und die anderen mit dem eigenen Pokerface reinzulegen.

Einfach, oder? Aber auch extrem komplex! Denn Poker ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten: Um richtig gut zu werden, muss man ein Gespür dafür bekommen, wie wahrscheinlich welcher Ausgang des Spiels ist. Hat der Gegner wirklich gute Karten oder blufft er nur? Soll ich erhöhen, bin ich raus − oder gehe ich am besten gleich All-In? Schon die eigene Hand beeinflusst die Gewinnchancen extrem: hat man zwei Asse auf der Hand, liegt die Chance auf einen Gewinn in der Runde bei knapp 85 Prozent. Die Starthand 3-2 dagegen ist statistisch gesehen die Schlechteste, hier liegt die Gewinnchance bei unter 30 Prozent. Poker-Profis brauchen zudem ein großes Wissen über Psychologie, um die Züge der Gegenspieler voraussehen zu können. Poker ist tatsächlich so vielschichtig, dass erst durch technische Neuerungen wie neuronales Lernen Maschinen in der Lage sind, gute menschliche Spieler zu schlagen − bei den meisten anderen Spielen ist das schon längst geschehen, auch bei Casino-Games wie Blackjack oder Roulette.

Training ohne Software

Und natürlich muss man auch extrem lange üben, bis man zum Poker-Pro wird. Es kann mehr als ein Jahr dauern, bis man als Spieler über zufrieden stellende Gewinnstatistiken verfügt und darüber nachdenken kann, ein Profi zu werden. Einfaches Spielen reicht auch nicht aus, man muss sich mit Taktiken und Theorie beschäftigen und eine Gewinnstrategie entwickeln. Außerdem gibt es Spielstile wie „Tight“ (begrenzte Handrange) und „Loose“ (große Handrange), sowie Unterschiede zwischen aggressivem Spiel und passivem Spiel, bei dem man hauptsächlich checkt und mitgeht. Zudem setzen die meisten Trainings-Videos und Kurse einfach auf drei der vier primären Lernstile − visuelles und auditives Lernen, sowie Lesen und Schreiben. Und genau da kommt die oben erwähnte Poker Fighter Software ins Spiel! 

Poker Fighter und seine Technologie

Poker Fighter ist eine Software, die speziell darauf ausgelegt ist, einem möglichst schnell Spielzüge und Taktiken beizubringen. Im Gegensatz zu üblichen Methoden setzt sie auf eine andere Art des Lernens: Das kinästhetische Lernen. Poker Fighter ist zum Teil Simulation, zum Teil Spiel und setzt auf moderne Technologie mit dem Ziel, sowohl Anfängern, als auch Fortgeschrittenen, die ihre Gewinne maximieren wollen, einen Zugang zur Welt des Pokers zu ermöglichen. Konzipiert wurde die Software von Guy Sela (Entwickler) und Pokerspieler Stas Tishkevich (Produktmanager). Im Hintergrund basiert die Software auf Selas Vorliebe für Heads-Up Display (HUD) Statistiken, der mathematischen Analyse von Ranges und künstlicher Intelligenz, die sich anpasst und dem Spieler Feedback auf Basis seiner Spielzüge gibt.

Wie die Software beim Pokern hilft

Das Programm ist eine geführte Simulation, die den Nutzer durch verschiedene Spielszenarien beim Poker leitet: Der Spieler macht seine Züge und erhält daraufhin Feedback zu diesen, kann sein Spiel folglich anpassen. Die Version für Anfänger bringt einem zum Beispiel bei, wie man beim Pokern gegen passive Gegner spielt, zeigt einem, wann ein Bluff oder Semi-Bluff angebracht ist und wie man mit Spielern umgeht, die immer weiter erhöhen. Eine Pro-Version für gute Pokerspieler existiert ebenso und bringt den Umgang mit stärker polarisierten Ranges bei. Außerdem kann das Programm sich auf verschiedene Typen von Gegenspielern einstellen. Wie Poker Fighter im Detail funktioniert kann man sich in einem Video ansehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Poker ist ein extrem anspruchsvolles Spiel mit vielen verschiedenen Varianten. Manche Spieler bevorzugen Stud Poker oder 7 Card Stud, wieder andere spielen klassisches Texas Hold’em. Viele Anfänger sind also schon bei der schieren Bandbreite an Details überfordert. Genau hier kann Poker Fighter helfen − und so Amateure innerhalb von kurzer Zeit zu Profis machen.

Beispiel der Funktionsweise

Startet man das Programm, wird man zuerst mit einem Menü begrüßt, in dem man verschiedene Spielzüge üben kann. Zum Beispiel kann man Lektionen zu Flop und Preflop ansehen, jeweils aufgeteilt in verschiedene Szenarien. Nach der Auswahl des passenden Tutorials spielt man eine Runde gegen Computer-Gegner. Das Spiel zeigt einem Buttons mit den verschiedenen Spielzügen an, zum Beispiel „Fold“, „Call“, oder „Raise“. Hat man sich für eine Option entschieden, gibt die Software sofort Feedback: Ein grüner Haken signalisiert einen guten Zug. Hat man dagegen eine ungünstige Entscheidung getroffen, erscheint ein rotes Kreuz. In diesem Fall kann der Spieler auf einen Button klicken, der den letzten Zug erklärt − hier erhält man leicht verständliche Tipps dazu, was man hätte besser machen können. Zum Beispiel, warum es mit einer nur mittelguten Hand besser wäre, zu folden. Am Ende gewährt die Software noch einmal einen Überblick über jeden einzelnen Zug. So kann man die gesamte Runde im Detail nachvollziehen.

Der Beste werden – auch beim Pokerabend

Wenn man ein paar Stunden mit der Software trainiert hat, empfiehlt es sich übrigens, die neuen Skills zuerst einmal mit ein paar Freunden in vertrauter Runde auszuprobieren. Dann merkt man sehr schnell, wie viel man  bereits gelernt hat − und wo noch Nachholbedarf besteht. Für den Anfang kann Poker Fighter schon helfen, sich an den Spielstil eines anderen Mitspielers anzupassen: Spielt er aggressiv oder passiv? Geht er dauernd All-In und ist deswegen anfällig für einen guten Bluff oder spielt er sehr konservativ und muss aus der Reserve gelockt werden? Kein Poker-Profi fällt einfach so vom Himmel, also muss man Freunde zusammen trommeln und bei ein paar Pokerabenden dominieren.

Online und Pro-Szene

Sobald man dann bereit ist, zockt man am besten Online Poker. Wer ein echter Profi beim Poker werden und Turniere gewinnen will, muss vor allem unter verschiedenen Bedingungen viel üben. Hier kommen dann die fortgeschrittenen Techniken zum Zug, die Poker Fighter erklärt: Wann muss man bluffen, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Drilling, wie gut behält man die Nerven, wenn es um echte Geldeinsätze geht? Wer online eine Weile trainiert hat, kann sich regionalen Poker-Clubs anschließen und sich von dort über anstehende Turniere informieren lassen. Aber Vorsicht: Der Weg zum großen Preisgeld ist weit. Wer in die World Series möchte, der muss Poker behandeln wie jeden anderen Profi-Sport auch − ohne ständiges Training gegen immer bessere Gegner und das perfekte Beherrschen vieler Strategien, geht nichts.

Vorteile in anderen Bereichen

Was Software wie Poker Fighter besonders genial macht ist, dass man die beim Poker erlernten Skills auf andere Lebensbereiche anwenden kann. Gaming- und Pokerskills sind sich zum Beispiel ähnlicher als man denkt, denn in beiden Bereichen braucht man taktisches Geschick und Risikobereitschaft. Auch bei anderen Sportarten kann Pokern helfen, die Beherrschung unter Druck zu bewahren und den Gegner psychologisch richtig einzuschätzen. Im Beruf helfen sowohl das Wahrscheinlichkeitsdenken − korrekt vorherzusagen, wie wahrscheinlich ein Outcome eintritt, ist eine unterschätzte Fähigkeit und im Job von großem Nutzen − als auch ein gesundes Maß an Risikobereitschaft. Wer am Spieltisch gut ist, weiß genau, wie hoch er am Verhandlungstisch Pokern kann, um am Ende mit dem lukrativen Auftrag oder der Gehaltserhöhung heraus zu spazieren. Natürlich lockt den einen oder anderen auch der glamouröse Lifestyle der Poker Pros mit all seien Annehmlichkeiten.

Fazit

Poker Fighter verspricht, den Nutzer in kurzer Zeit zum echten Poker Profi zu machen. Und zum großen Teil erfüllt die Software dieses Versprechen auch. Klar, ohne das Üben mit richtigen Gegnern und einer brennenden Leidenschaft fürs Spiel hat noch niemand es in die World Series geschafft. Aber gerade für alle, die noch Anfänger beim Zocken sind, kann die von Poker Fighter benutzte Lernmethode ein geniales Tool sein, um eines der spannendsten, verruchtesten und komplexesten Kartenspiele überhaupt zu meistern. Wer irgendwann in der Poker-Szene richtig groß rauskommen will, hat hier einen wirklich guten Anfangspunkt.

Mediennerd
Medienproduzent/Blogger, Katzenliebhaber und 1. FC Köln Fan im hohen Norden. Mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung teste und vermarkte ich seit 2009 Produkte aller Art. Sie erhalten immer ein ehrliches Feedback.